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topplus Bodenbearbeitung nach der Ernte

14 Tipps, mit denen Sie besser grubbern

Beim Grubbern möchte man das beste Arbeitsergebnis mit möglichst wenig Diesel und Verschleiß erreichen. Wie das geht, haben wir bei vielen Tests herausgefunden und für Sie zusammengefasst.

Lesezeit: 7 Minuten

SCHNELL GELESEN

Eine optimale Einstellung beim ­Grubbern kann über 20 % Kraftstoff sparen – bei gleichem Arbeitsergebnis.
Die Wahl des Schars richtet sich nach der Arbeitstiefe und dem Bearbeitungsziel. Das Schar ist wichtig für den Leistungsbedarf und die Arbeitsqualität.
Einebnung, Walze und Striegel entscheiden über die Struktur der Oberfläche.

Der Grubber lässt sich für die Unkrautbekämpfung ebenso wie für die Saatbettbereitung einsetzen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Schlepper und den Grubber optimal aufeinander abstimmen, um effizient zu arbeiten.

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1. Bodenbedingungen und Ziel bestimmen

Ist die Erde aus 15 cm Tiefe leicht bröckelig und bildet Risse beim Kneten, so ist eine Befahrbarkeit noch gegeben. Ist der Boden sehr klebrig, fährt man lieber nicht auf den Acker.

Das Bearbeitungsziel ist für die Auswahl von Scharen und Arbeitstiefe wichtig. Um die Kapillarität zu brechen und Samen zum Keimen anzuregen arbeitet man flach. Um Organik einzuarbeiten etwas tiefer. Schadverdichtungen bricht man auf über 25 cm Tiefe.

2. Den passenden Traktor wählen

Bei flacher Bodenbearbeitung reicht ein leichter Schlepper. Bei der Leistung kann man je nach Bodenart je Meter Arbeitsbreite mit 25 - 50 PS rechnen. Bei der Grundbodenbearbeitung auf ca. 25 cm Tiefe sind 50 - 100 PS/m nötig. Beachten Sie das zulässige Gesamtgewicht und die Achslasten. Bei Zugarbeiten spielen häufig Schaltgetriebe ihre Stärken aus.

3. Das Gespann richtig ballastieren

Die Hinterachse sollte grundsätzlich immer stärker ballastiert sein als die Vorderachse. Denn die Hinterachse hat die größeren Reifen und ist stärker ausgeführt. So kann sie die Leistung besser übertragen. Als Faustregel kann man 40 % des Schleppergewichts auf der Vorderachse und 60 % auf der Hinterachse ansetzen.

Beachten Sie bei Anbaugeräten, dass im Feld die Last auf der Hinterachse etwas geringer wird. Bei gezogenen Geräten bleibt durch die dynamische Lastverteilung die Achslast beim Ackern in etwa identisch zum ausgehobenen Gerät.

Auf der Straße schreibt der Gesetzgeber eine Mindestvorderachslast von 20 % des Schlepperleergewichts vor. Bei flacher, schneller Bodenbearbeitung sind etwa 40 bis 50 kg/PS ausreichend. Bei langsamer und schwerer Zugarbeit sind etwa 60 kg/PS nötig, um die Leistung des Schleppers auf den Boden zu bringen.

4. Den Grubber im Hubwerk richtig koppeln

Sind am angebauten Grubber unterschiedlich hohe Koppelpunkte für die Unterlenker vorgesehen, wählen Sie diejenigen, bei denen in Arbeitsposition die Unterlenker leicht zum Grubber ansteigen.

Den Oberlenker am Schlepper und Grubber so einhängen, dass er während der Arbeit leicht zum Grubber hin ansteigt. Mit vorderen Stützrädern nutzen Sie ein Langloch. Den Rahmen des Grubbers mit dem Oberlenker (oder den Stützrädern) parallel zur Bodenoberfläche ausrichten.

Bei gezogenen Grubbern mit reiner Unterlenkeranhängung die Unterlenker soweit anheben, bis der Bolzen im Langloch auf der Deichsel vorne gerade anliegt. Ein optimal ausgerichteter Grubber kann bei oberflächlich gleichem Ergebnis bis zu 20 % Kraftstoff sparen.

5. Die Zinken richtig einstellen

An manchen Grubbern lassen sich die Zinken im Arbeitswinkel verstellen. Je steiler die Zinken stehen, desto besser mischen sie – das kostet allerdings Kraft. Sind die Zinken flacher gestellt, lassen sie sich leichter ziehen und können in Kombination mit Flügeln den Boden flacher bearbeiten.

6. Die passenden Schare montieren

Sie können im Wesentlichen zwischen vier Schartypen wählen. Gänsefußschar, Flügelschare, Meißel- und Schmalschare:

  • Gänsefußschare arbeiten bis etwa 7 cm Tiefe ordentlich. Der Leistungsbedarf ist bei der flachen Arbeit sehr gering.
  • Flügelschare gibt es in flacher oder Standardausführung. Die flachen Flügel sind ähnlich zu betrachten, wie Gänsefußschare. Bei gleicher Tiefe liegt der Leistungsbedarf aufgrund des Untergriffs der Scharspitze etwas höher.
  • Die Standardflügel arbeiten bis etwa 15 cm Tiefe ordentlich und eignen sich insbesondere zum Einmischen organischer Masse. Unterhalb von 15 cm steigt der Leistungsbedarf deutlich an.
  • Dort sind Meißelschare zwischen 80 und 120 mm besser aufgehoben. Sie erreichen trotzdem einen guten Mischeffekt, wenn sie zwischen 15 und 25 cm Tiefe arbeiten.
  • Bei schwerem Boden können unterhalb von 20 cm auch Schmalschare (25 bis 50 mm) sinnvoll sein. Sie lockern und brechen den Boden ähnlich wie die 80er-Variante auf, haben aber einen deutlich geringeren Kraftbedarf.

7. Den Reifendruck anpassen

Im Feld senken Sie den Reifendruck ab, um bessere Traktion zu erreichen und damit den Schlupf zu reduzieren. Schädliche Scherkräfte und die Verdichtung des Bodens nehmen ab. Den zulässigen Reifendruck kann man in einer Reifendrucktabelle des Herstellers ablesen.

Hierzu gibt es auch viele Apps. Am interessantesten dürfte die App „Agro Tyre Pressure“ sein. Sie enthält Daten der europäischen Hersteller. Nehmen Sie bei schweren Zugarbeiten den Wert in der Tabelle für 30 km/h, um Schlupf zwischen Felge und Reifen zu vermeiden. Auf der Straße nehmen Sie den Wert für die jeweilige Geschwindigkeit und addieren 0,4 bar, um Verschleiß und Kraftstoffverbrauch zu senken.

Ein Beispiel: Durch die Absenkung von 1,6 bar auf 1,0 bar vergrößert sich die Aufstandsfläche um etwa 18 %, durch die Absenkung auf 0,8 bar um ca. 25 %. Der abgesenkte Druck kann im Vergleich zum Straßendruck bis zu 17 % Kraftstoff einsparen.

8. Die Arbeitstiefe richtig einstellen

Am Grubber stellt man zuerst die Arbeitstiefe ein. Justieren Sie beim Anbaugrubber dazu die Walze und die Oberlenkerlänge. Der Grubberrahmen sollte immer parallel zum Boden verlaufen. Dann arbeiten alle Schare gleich tief.

Gezogene Grubber stützen sich vorne meist auf Stützrädern ab. Diese muss man immer zusammen mit der Walze einstellen. Hat der Grubber anstatt einer Walze einen Striegel, muss man auch diesen an die Arbeitstiefe anpassen.

9. Die Einebnungswerkzeuge richtig einstellen

Die Zustreicher oder Hohlscheiben sollen keine aktive Bodenbearbeitung machen, sondern lediglich die aufgeworfenen Dämme einebnen. Bei manchen Grubbern verstellt sich die Einebnung parallel zur Walze. Nach einer Grundeinstellung muss man hier nur bei großen Tiefenverstellungen Hand anlegen.

Ohne parallele Verstellung muss man sie häufiger einstellen. Bei manchen Nachläufern sind zwischen den Ringen Abstreifer montiert, welche als Crossboard fungieren. Hier ist meist einmalig eine Grundeinstellung nötig. Beachten Sie den Verschleißzustand der Abstreifer.

10. Den Striegel richtig einstellen

Ein nachlaufender Striegel enterdet Wurzeln, sodass Pflanzen besser vertrocknen. Der Striegel sollte bei jedem Bearbeitungsgang aktiv sein. Bei viel organischer Masse stellt man den Striegel eher auf Schlepp. Bei schwerem Boden kann der Striegelzinken steiler stehen.

Meist läuft der Striegel mit seinem Eigengewicht über den Boden. Auf leichtem Boden kann es sinnvoll sein, den Striegel zu entlasten, damit die Zinken nicht zu tief in den Boden greifen.

11. Anschluss an die Spur fahren

Für maximale Flächenleistung und ein ordentliches Arbeitsbild sollte der Abstand zwischen den gefahrenen Spuren genau der Arbeitsbreite entsprechen. Nutzen Sie dazu am besten ein Lenksystem. Die genaue Arbeitsbreite der Grubber muss man häufig selbst nachmessen, denn die Typenbezeichnung liegt häufig daneben.

Die klassischen 3 m-Grubber zum Beispiel haben meist nur eine Breite von 2,90 bis 2,96 m. Faustformel für Arbeitsbreite: Abstand äußere Zinken × [ 1 + 1 / ( Zinkenanzahl - 1 ) ]. Beispiel: 2,65 m × [ 1 + 1 / ( 10 - 1 ) ] = 2,94 m.

Die Randelemente so einstellen, sodass kein Damm oder Furche entsteht. Achten Sie besonders bei ungefederten Elementen bei der äußersten Spur auf das Randelement. Gegebenenfalls muss man es einziehen/einklappen.

12. Einen Traktionsverstärker nutzen

Ist ein Traktionsverstärker montiert, sollte dieser möglichst immer bei der Arbeit aktiv sein. Aktive Systeme benötigen etwas Öl im Druckumlauf. Meist sind nur etwa 5 l/min notwendig. Eine zu hoch eingestellte Ölmenge kostet unnötig Kraftstoff.

Ist der Traktionsverstärker richtig eingestellt, kann er Radgewichte ersetzen, ohne mehr Gewicht zu transportieren. Gegebenenfalls muss das Frontgewicht größer sein. Einsparungen von etwa 14 % sind möglich.

13. Die Geschwindigkeit anpassen

Je schneller man fährt, desto besser mischt der Grubber. Doch der Kraftstoffverbrauch steigt überproportional zur Fahrgeschwindigkeit. Bei flacher Arbeit sind 10 bis 14 km/h vertretbar. Bei tiefer Arbeit sind 7 bis 10 km/h ein guter Kompromiss. Denn auch das Verschleißverhalten der Schare steigt bei höherer Geschwindigkeit überproportional.

14. Das Ergebnis kontrollieren

Zur Beikrautbekämpfung und beim Stoppelsturz sollte der Acker anschließend schön eben liegen. Soll der Boden schnell abtrocknen, sind Dämme und ein lockerer, nicht rückverfestigter Boden förderlich.

Die Arbeitstiefe lässt sich mit einem Gliedermaßstab hinter einem Zinken messen. Den gelockerten Boden dazu etwas andrücken und den Zollstock in die Erde schieben, bis der Widerstand spürbar größer wird. Alternativ misst man im ausgehobenen Zustand den Abstand zwischen Rahmen und Zinkenspitze. Im eingesetzten Zustand ermittelt man anschließend den Abstand zwischen Rahmen und festem Boden. Die Differenz der Messergebnisse entspricht der Arbeitstiefe.

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