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Aus Sachsen

Feldroboter-Geräteträger Eidam innoMADE TK100 kombiniert drei Arbeitsprozesse

Der neuartige Feldroboter von Eidam wird von einem 102 PS starken Gasmotor angetrieben. Er kann mehrere Arbeitsprozesse gleichzeitig erledigen, einzeln oder im Schwarm - autonom oder ferngesteuert.

Lesezeit: 4 Minuten

Eidam Landtechnik aus dem sächsischen Erzgebirgskreis zeigte auf der Agritechnica seinen autonomen Feldroboter innoMADE TK100.

Der Triebkopf mit 8,70 m Länge und insgesamt drei Aufnahmepunkten für Anbaugeräte jeglicher Art, folgt dem historischen Prinzip eines universell einsetzbaren Geräteträgers. Der mit Erdgas (CNG) angetriebene 102 PS Motor soll der elektronisch gesteuerten Maschine das gleiche Arbeitsspektrum ermöglichen wie einem entsprechend motorisierten Traktor.

Flexibel einsetzbarer Geräteträger

Zur Ausstattung des gezeigten Prototyps gehören drei Dreipunktkraftheber, montiert an Front und Heck sowie unter der Brücke. Alle drei Anbaupunkte ermöglichen den Einsatz zapfwellen- als auch hydraulikbetriebener Anbaugeräte. Dies, in Kombination mit mehreren doppeltwirkenden Anschlüssen, Power Beyond, ISOBUS- und Hochvoltsteckdosen ebenfalls an Front, Brücke und Heck, sollen den Feldroboter zu einem äußerst flexibel einsetzbaren Geräteträger machen, mit dem bis zu drei Arbeitsprozesse gleichzeitig kombiniert werden können.

Zukunft im Schwarmverbund

Hohe Schlagkraft erreicht der Triebkopf durch den theoretisch möglichen 24-Stunden-Betrieb bzw. durch den Einsatz im Schwarmverbund. Denn der TK100 wird auch Teil des Feldschwarm Ökosystems sein, welches den gleichzeitigen Einsatz mehrerer autonomer Einheiten, auch unterschiedlichen Typs, ermöglicht.

Die Überwachung des Schwarms erfolgt in Echtzeit, zum Beispiel über ein mobiles Endgerät. Hierüber erhält der Bediener nicht nur alle relevanten Informationen über den aktuellen Standort der eingesetzten Maschinen und die laufenden Arbeitsprozesse, sondern er hat zu jeder Zeit die volle Kontrolle über alle Einheiten des Schwarms.

Zur manuellen Bedienung des Triebkopfes steht außerdem eine Funkfernbedienung mit allen wichtigen Funktionen zur Verfügung. Sowohl die Fernbedienung als auch die Benutzeroberfläche zur Überwachung des Schwarms konnten Besucher auf der Messe bereits erproben.

Bei der Entwicklung der elektronischen Systeme und Software, setzt Eidam, wie auch schon bei früheren Projekten, wieder auf eine enge Zusammenarbeit mit der ebenfalls sächsischen Hydrive Engineering GmbH.

Tanken an der eigenen Biogasanlage

Seine Leistung zieht der innoMADE TK100 aus einem 4-Zylinder-Motor mit 3 l Hubraum von FPT. Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 20 km/h sollen damit erreicht werden. Befeuert wird der 75 kW Verbrennungsmotor mit CNG (Erdgas oder Biogas).

Die vier seitlich angebrachten Gastanks haben ein Gesamtfüllvolumen von 90 kg. Damit soll der Feldroboter bei 80 % Motorauslastung auf ca. 8 Stunden, unter Volllast auf ca. 6 Stunden Einsatzzeit kommen. Die Betankung erfolgt über einen herkömmlichen, am Heck des Triebkopfes angebrachten, Nachfüllstutzen. Mit entsprechender Technik lässt sich der TK100 somit auch mit komprimiertem Methangas aus der eigenen Biogasanlage betreiben.

Die Kraftübertragung erfolgt über einen hydrostatischen Fahrantrieb, der bei der gezeigten Ausbaustufe die Vorderachse antreibt. Über einen hydrostatischen oder elektrischen Zusatzantrieb ist es jedoch auch möglich, zusätzlich die Hinterachse als Triebachse zu nutzen. Um für bestimmte Anwendungsfälle eine noch exaktere Geräteführung zu realisieren, ist zudem eine gelenkte Hinterachse geplant.

Extreme Wendigkeit und einfacher Transport

Besonders agil wird der Triebkopf dank seiner speziellen Knicklenkung. Diese ermöglicht einen Einschlagwinkel von bis zu 70° und damit einen äußerst engen Kurvenradius, zum Beispiel am Vorgewende. Anders als bei konventionellen Knicklenkern, verursacht das Lenken des TK100 keine Querbewegung der Anbaugeräte. Auch die automatische Fahrspurplanung sowie die Nutzung von Lenksystemen werden dadurch wesentlich vereinfacht.

Für den Transport der Maschine zwischen den Feldern hat der Hersteller einen speziellen Auffahrwagen vorgesehen, auf dem sich die Vorderachse des Triebkopfes fixieren lässt. Mit Lenkung in Schwimmstellung, lässt sich der Feldroboter so, zum Beispiel mit Hilfe eines Traktors, leicht von einem Einsatzort zum nächsten transportieren.

Modellvariationen und Ersteinsatz 2024

Neben dem ausgestellten Modell, soll der Triebkopf auch ohne Brücke verfügbar sein, denn hinter dem Gesamtkonzept des TK100 steckt ein Baukasten-System. Diesem zufolge lässt sich der Verzicht auf die Brücke über den Anbau eines zusätzlichen Front-Stützrades realisieren. Dadurch verzichtet man auf die zwei Anbauräume an der Brücke, es entsteht jedoch ein neuer Anbaupunkt mit allen Anschlüssen und Heckkraftheber direkt hinter der Achse sowie die Möglichkeit zur Montage eines Zusatztanks über dem Stützrad, etwa für Düngemittel oder Saatgut.

Die erstmalige Erprobung des autonomen Feldroboters findet voraussichtlich Mitte kommenden Jahres statt.

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