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topplus Sicher unter Strom

Wie den Weidezaun optimal unter Strom setzen?

Ein elektrischer Weidezaun bietet eine hohe Hütesicherheit. ­Wir zeigen, worauf Sie beim Weidezaungerät achten sollten und welches nützliche Zubehör es gibt.

Lesezeit: 5 Minuten

Eine intensive Weidewirtschaft benötigt sichere, einfach zu mon­tierende und zu kontrollierende Zäune. Das können Elektrozäune bieten. Wir haben uns nach den verschiedenen Zaunlösungen und Zubehör umgesehen.

Der grundsätzliche Aufbau ist einfach: Ein Weidezaungerät versorgt über eine Zuleitung den elektrischen Leiter an der Weide mit einem kurzen Stromimpuls mit bis zu 13.000 V. Schließt ein Tier den Stromkreis durch Kontakt mit dem Zaun und der Erde, erhält es le­diglich einen unangenehmen Stromschlag – denn die wirkende Zeit und die Stromstärke sind nur sehr gering. Doch der Stromschlag hat eine abschreckende Wirkung.

Mehr Energie für lange Zäune

Bei der Auswahl des Weidezaungeräts steht als Erstes die Versorgungsart zur Auswahl. Die sicherste Versorgung ist ein Anschluss an das 230 V-Stromnetz. Für den mobilen Einsatz stehen 9 und 12 V-Systeme zur Wahl. 9 V-Batterien lassen sich nicht wieder aufladen. Deshalb sind 12 V-Varianten zu bevor­zugen, auch wenn diese in der Erst­anschaffung etwas teurer sind.

Des ­Weiteren unterscheiden sich die Wei­dezaungeräte in der Entladeenergiestärke. Wie hoch diese sein sollte, hängt von den einzuzäunenden Tieren, der Zaunlänge und dem Bewuchs ab. Viele ­Hersteller bieten hierfür sogenannte Weidezaunrechner an: ( www.weidezaunrechner.de, http://info.patura.com)

Anhand der Angaben schlagen diese ein oder mehrere Modelle mit entsprechender Entladeenergie vor. Möchten Sie eine Variante eines anderen Herstellers kaufen, orientieren Sie sich an der ­vorgeschlagenen Energiehöhe. Es gibt Geräte von etwa 0,2 Joule bis 20 Joule. Für Rinder und Kühe sollte es mindestens 1 Joule sein.

Häufig haben Weidezaungeräte mit höherer Schlagenergie Zusatzfunktionen wie z. B. eine Anzeige der Zaunspannung oder des Verlustes der Erdung. Je nach Ausführung kosten diese Typen zwischen 80 und 400 €.

Vernetzte Elektrozaungeräte (über WLAN oder Mobilfunk) lassen sich per Smartphone steuern und so auch Daten ablesen. Eine weitere Ausführung arbeitet mit Funk, welche mit einer Fernbedienung und/oder Basisstation (teils  WLAN-fähig) kommuniziert. In freier Ebene können hier Entfernungen bis 10 km überbrückt werden. Sind Berge, Bäume, Häuser oder ähnliches im Weg der Funkstrecke, reduziert sich die Reichweite deutlich. Smarte Ausführungen sind etwa 200 bis 250 € teuerer.

Steht das Weidezaungerät am Hof und es ist in der Nähe Internet über WLAN verfügbar, kann eine separate WLAN-Steckdose eine günstige Alternative zum Schalten des Stromes sein. Diese Zwischensteckdosen gibt es bereits ab 10 €. Damit lässt sich dann die Stromzufuhr per Smartphone unterbrechen. Je nach Ausführung kann man auch den Stromverbrauch ablesen.

Für den mobilen Bau von Elektrozäunen eignen sich Anlagen mit Solarmodul. Auch diese gibt es für verschiedene Zaunlängen. Die Entladeenergie ist jedoch geringer als bei den netzgetriebnen Varianten. Maximal erreichen sie  zurzeit etwa 10 Joule. Die Preise richten sich auch hier nach der Gerätegröße sowie Ausstattung und liegen zwischen 120 und 500 €.

Gute Erdung

Alle Geräte benötigen eine Erdung, damit sich der Stromkreis im Falle eines Kontakts über die Erde schließen kann. Wie die Erdung ausgeführt sein muss, hängt von der Schlagenergie ab. Grundsätzlich sollte der Erdungsanker in einen Boden geschlagen werden, der das ganze Jahr über recht feucht ist. Das fördert die elektrische Leitfähigkeit. Die Erdungsstäbe sollten keinen Rostansatz haben, denn dieser leitet Strom schlecht. Im Idealfall schlägt man mehrere Erdungsstäbe in einem Mindestabstand von 3 m zueinander in den Boden ein und verbindet sie miteinander.

Ob die Erdung ausreichend ist, kann man mit einem Zaunprüfer feststellen. Dazu schließt man die Zaun­anlage in einer Entfernung von mindestens 100 m zum Erder kurz. Anschließend misst man die Spannung zwischen dem Boden und dem Erder. Der Spannungsprüfer sollte möglichst 0 V anzeigen.

Als Zuleitung zum Zaun oder unterhalb von Durchgangstoren verwendet man spezielle Weidezaunerdkabel. Kabel aus der Hausinstallation oder von PV-Anlagen sind häufig nicht ausreichend, da diese nicht hochspannungsfest und robust genug sind. Um das Weidezaungerät und die Hausinstallation vor Blitzschlag zu schützen, gibt es einen Blitzschutz, der zwischen dem Gerät und der Zaunanlage montiert werden muss.

Zaunschalter können den Stromkreis unterbrechen. Sie sind dort sinnvoll, wo man häufiger an den stromführenden Teilen arbeiten muss. Dann lässt sich nur ein Teil des Systems vom Strom trennen. Es gibt auch Zaunschalter, die als Umschalter fungieren. Sie wechseln zwischen zwei Weiden hin und her, können aber auch beide Ausgänge gleichzeitig mit Strom versorgen.

Kontrolle muss sein

Trotz sorgfältigem Aufbau muss die Zaunanlage regelmäßig überprüft werden – am besten täglich. Um sich die Arbeit zu erleichtern, gibt es verschiedene Zaunprüfer. Einfache Modelle können händisch an den Zaun gehalten werden. Ein kleiner Erdungsstab an einem Kabel stellt die Verbindung zur Erde her. Manche Ausführungen benötigen keine Batterien – digitale Prüfer und kabellose Geräte hingegen schon. Kabelgeräte arbeiten in der Regel etwas genauer.

Für die Überprüfung vom Weiderand aus gibt es Signallichter. Diese LED-Leuchten werden an den Zaun gehängt und per Kabel mit der Erde verbunden. Ist die Spannung höher als 3.000 V, blinkt die Leuchte im Takt des Stromimpulses. Die Leuchten kosten ab 10 €.

Deutlich teurer, aber auch komfortabler sind Kontrollsysteme, die per Funk arbeiten. Häufig gibt es eine zentrale Basisstation, die mehrere Sensorwerte empfangen kann. Die Station überträgt dann die Daten über WLAN ins Internet und damit auf die App des Smartphones.

Liegen die Weidezäune weiter weg vom Hof, bieten sich Zaunüberwachungen mit eigener Mobilfunkanbindung an. Je nach Anbieter ist der Datentarif kostenfrei oder es entstehen Folgekosten. Alle smarten Zaunprüfer eint, dass sie eine eigene Stromversorgung z. B. über Batterien benötigen. Der Ladezustand wird meist in der Smartphone-App angezeigt.

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