Einloggen / Registrieren

Startseite

Schlagzeilen
Newsletter
Messen & Termine
Themen
Wir für Euch
Heftarchiv
Sonstiges

Nässe auf den Feldern Europawahl 2024 DLG-Feldtage 2024

topplus top agrar-Praxistest

So schneiden No-Name Scheibenmähwerke im top agrar-Test ab

Wer im Internet nach einem neuen Scheibenmähwerk sucht, der stößt oft auch auf weniger bekannte Marken. Wir haben zwei Mäher von Talex und Jar-Met in Ackergras und Dauergrünland verglichen.

Lesezeit: 10 Minuten

INHALTSVERZEICHNIS

Das Wichtigste aus Agrarwirtschaft und -politik montags und donnerstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß der AGBs und den Datenschutzhinweisen zu.




Sucht man z.B. auf traktorpool.de nach Scheibenmähwerken, findet man zwischen den Anzeigen mit Maschinen von Herstellern aus dem deutschsprachigen Raum immer wieder auch weniger bekannte Marken. Wir fanden die Geräte – die nicht zwangsläufig günstiger sein müssen – so interessant, dass wir einen Testeinsatz organisierten. Die Anforderungen an die Maschinen waren folgende:

  • Seitenaufhängung
  • 2,80 m Arbeitsbreite
  • kein Aufbereiter

Diese Anforderungen erfüllten unter anderen die beiden Hersteller Talex und Jar-Met aus Polen. Beide luden wir zu unserem Vergleichstest ein. Das Opti Cut Z302/2 von Talex kam direkt vom Hersteller. Jar-Met konnten wir nur über einen Händler erreichen. Schappert Landtechnik aus Rheinland-Pfalz lieferte uns das Mähwerk Z210/2.

Beide Mähwerke mussten sich vom ersten bis zum letzten Schnitt unter verschiedenen Bedingungen beweisen. Den Anfang machten wir im sehr üppigen Ackergrasbestand, anschließend ging es auf dem Dauergrünland weiter. Hier wies der erste Schnitt noch einen sehr guten Bestand auf, den zweiten und dritten Schnitt kann man aufgrund der Trockenheit im letzten Jahr allenfalls als Pflegeschnitt bezeichnen. Auch beim letzten Erntetermin herrschten noch sehr trockene Verhältnisse. Neben dem Ackergras und dem intensiven Dauergrünland mähten wir auf Extensivflächen überständiges, teils liegendes Gras.

Wie die Mähwerke das Traktorhubwerk belasten

Beide Hersteller geben für ihre Mäher einen Leistungsbedarf von rund 50 PS an. Ein wichtiger Aspekt unseres Testes stellten die Gewichte der Testmaschinen sowie der Einfluss in den unterschiedlichen Gerätepositionen auf den Schlepper dar. Mit einer im ausgeklappten Zustand über alles gemessenen Breite von 4,87 m (Talex) bzw. 4,46 m (Jar-Met) ist die Hebelkraft auf das Traktorhubwerk nicht zu unterschätzen. In ausgehobener Position am Vorgewende wirken die höchsten Lasten einseitig auf die Schlepperhinterachse. Wir ermittelten das Lastverhältnis zwischen dem linken und rechten Hinterrad bei den verschiedenen Gerätepositionen mit einer Fahrzeugwaage.

Beide Mähwerke bewegen sich mit einem Eigengewicht von 560 kg bei Jar-Met bzw. 580 kg bei Talex auf dem Niveau der Wettbewerber. Das sollte die meisten Schlepper bezüglich der Nutz- sowie Hinterachslast nicht vor Probleme stellen.

Was die prozentuale Verteilung der Last auf die beiden Hinterreifen des Schleppers angeht, liegen die Mähwerke auf fast gleichem Niveau, und das trotz der rund 40 cm weiteren Auslage beim Mäher von Talex. Ein Grund dafür dürfte der im Vergleich deutlich größere Abstand zwischen Mähbalken und dem Schutz beim Opti Cut sein.

Im eingeklappten Zustand verteilt sich die Last bei Talex zu 43 % auf das linke Hinterrad und zu 57 % auf das rechte. Bei Jar-Met sind es 42 zu 58 %. Befindet sich das Mähwerk in Arbeitsposition, ist die Verteilung bei beiden fast dieselbe (Auflagedruck 220 kg, gleich eingestellt), als wenn sich die Mäher im Straßenmodus befinden.

Deutlich unterschiedlicher ist das Verhältnis, wenn man die Mäher am Vorgewende aushebt. Hier blieben auf dem linken Hinterrad unseres Schleppers nur 32 % des Gewichtes beim Mäher von Talex und 30 % beim Modell von Jar-Met. Das gilt es zu beachten.

In den nachfolgenden Protokollen lesen Sie, wie sich die Mäher im Praxiseinsatz geschlagen haben.

Mähwerk Talex OptiCut Z302/2: Gut verarbeitet

Gut zu Wissen: Der polnische Hersteller Talex bietet insgesamt vier Scheibenmähwerke ohne Aufbereiter, von 2,1 m bis 3,2 m Arbeitsbreite. Der Mähbalken kommt bei allen Schiebenmähern von Comer aus Italien.

Wie das Mähwerk Talex OptiCut Z302/2 an den Traktor angebaut wird

Der Anbaubock des Opti Cut ist aus einem gebogenen Vierkantrohr gefertigt. Das Mähwerk bietet Koppelpunkte der Kategorie 2 und 3N. Dazu muss man die verstellbaren, abgesetzten Unterlenkerbolzen entsprechend positionieren. Mehrere Sackbohrungen im Bolzen helfen beim Fixieren der Schraube.

Für den Oberlenker gibt es zwei Positionen. Die Abstellstütze ist ordentlich groß und lässt das Mähwerk sicher stehen. Eingeklappt ist das Opti Cut nicht abstellbar. Zum Anbau sollte der Stützfuß im mittleren Loch fixiert sein, dann geht es einfacher. Ein Gelenkwellenhalter, den man mit einer Flügelmutter arretieren muss, ist nicht mehr zeitgemäß.

Wie die Straßenfahrt mit dem Mähwerk Talex OptiCut Z302/2 funktioniert

Über einen Seilzug öffnet man die Sicherungsklinke, die auch als Höhenanschlag für die Arbeit im Feld dient. Für die Straßenfahrt klappt man das Mähwerk komplett ein und schließt an der Maschine eine zusätzliche, mechanische Sicherung sowie den Absperrhahn an der Zuleitung zum einfachwirkenden Hydraulikzylinder, über den man das Opti Cut anhebt und absenkt.

Bei einer Höhe der Unterlenker von 54 cm vom Boden beträgt die Transporthöhe 3,7 m. Eingeklappt steht das Mähwerk oben leider etwa 8 cm weiter nach außen als unten. Zudem verdeckte es bei unseren Testschleppern die rechte Rückleuchte, eine Leuchte am Mäher gibt es nicht.

Wie das Mähwerk Talex OptiCut Z302/2 eingestellt wird

Zum Ausklappen zunächst alle Transportsicherungen lösen und dann die Sperrklinke per Seilzug öffnen, anschließend das ew-Steuergerät entlasten. Im Antrieb ist eine Freilaufkupplung integriert. Vier Riemen übertragen die Kraft von der Zapfwelle zum Mähbalken. Sie schützen gleichzeitig auch vor Überlast. An der Innenseite des Schutzkastens gibt es eine kleine Öffnung, wodurch man die Riemenspannung überprüfen kann. Über einen Federmechanismus lassen sich die Riemen bei Bedarf nachspannen.

Talex setzt beim Mähbalken auf eine geschlossene Bauweise, d.h dass der Balken auf beiden Seiten mit dem Rahmen verbunden ist. Der Mähbalken ist über eine große Zugfeder entlastet. Die Entlastung stellt man mit Werkzeug ein. Im Test ging das von rund 120 bis 380 kg. Um die richtige Hubwerksposition zu finden, gibt es eine Orientierungshilfe am Mäher.

Ebenfalls einstellbar ist die mechanische Anfahrsicherung. Bei einer Kollision mit einem Hindernis schwenkt der Mähbalken bis zu 15° nach hinten. Über eine Feder lässt sich das Auslösemoment der Sicherung variieren.

Welches Arbeitsergebnis das Mähwerk Talex OptiCut Z302/2 geliefert hat

Der Mähbalken von Comer arbeitet beim Opti Cut Z302/2 mit sieben Mähscheiben, von denen die beiden äußeren mit Trommeln ausgestattet sind. Alle Scheiben haben zwei Messer und sind mit einer Sicherung gegen Fremdkörper ausgestattet. Das Mähwerk arbeitet auf eine Breite von 2,73 m. Die Kufen sind geschraubt. Die einstellbare Schnitthöhe im Test lag zwischen 2,5 cm und maximal 7,5 cm. Mit den optionalen Schwadscheiben war unser Testgerät nicht ausgestattet.

Die Klingen lassen sich per Schnellwechselsystem zügig tauschen. Die Zugänglichkeit ist durch die aufstellbaren Schutzbügel in Ordnung. Der seitliche Schutz ist dagegen fix.

Etwas Probleme hatten wir im langen Gras: Hier schob sich das Futter häufiger auf, wenn der vordere Schutz in unterer Position stand. Wir stellten den Schutz über das Lochraster bei diesen Einsätzen vorne deshalb etwas hoch. Auffällig war, wie auch bei Jar-Met, dass sich das Futter bei der entgegengesetzten Mahd von überfahrenen Gräsern an der inneren Gleitkufe aufschob und sich so Haufen bildeten.

Im überständigen Gras gab es kaum Probleme, hier schnitt das Opti Cut liegendes Gras bei entsprechender Einstellung sauber ab. Bei dünnen Beständen blieben keine Streifen stehen. Auch Fahrgeschwindigkeiten von 18 km/h waren möglich, je nach Aufwuchs.

Das Testfazit zum Mähwerk Talex OptiCut Z302/2

Was die Mähqualität und die Verarbeitung der Maschine angeht, machte das Opti Cut einen guten Eindruck. An einigen Stellen muss der Hersteller noch Details verbessern. In Testausstattung kostet das Mähwerk netto 7.500 €.

Mähwerk Jar-Met Z210/2: Eckig und filigran

Gut zu Wissen: Der polnische Hersteller Jar-Met bietet drei Scheibenmähwerke mit Arbeitsbreiten von 2,1 m bis 2,8 m. Getriebe und Mähscheiben bezieht Jar-Met von CMR, auf Wunsch auch von Comer.

Wie das Mähwerk Jar-Met Z210/2 an den Traktor angebaut wird

Der Anbaubock ist eine klassische Konstruktion aus Vierkantrohren. Für den Oberlenker gibt es zwei Koppelpunkte, für die Unterlenker stehen Kategorie 2 und 3N zur Verfügung. Dazu muss man die abgesetzten Bolzen in der Hülse entsprechend verschieben und auf das gewünschte Spreizmaß einstellen. Je eine Schraube von unten sichert die Bolzen.

Die Abstellstütze hat einen (zu) kleinen Fuß. Zudem konnten wir die zweite, zusätzliche Stütze in Kombination mit dem eingestellten Spreizmaß nicht anbringen, da diese am Unterlenkerbolzen in einer bestimmten Einstellung fixiert wird. Für einen sicheren Stand schoben wir deshalb einen Keil unter die Mähkufe. Hier muss Jar-Met nachbessern. Das Kuppeln an den Schlepper geht leicht. Hebt man die Gelenkwelle an, klappt der Halter nach hinten weg. Das ist einfach gelöst.

Wie die Straßenfahrt mit dem Mähwerk Jar-Met Z210/2 funktioniert

Zum Einklappen muss man am Seilzug ziehen, um die Sperrklinke zu öffnen, und den einfachwirkenden Zylinder einziehen. Die Sperrklinke dient im Feld auch als Höhenanschlag. Klappt man das Mähwerk ein, schnappt die Sperrklinke zu und verriegelt es. Ein von Hand schließbarer Absperrhahn sichert zusätzlich gegen ein ungewolltes Ausklappen.

Die Transporthöhe beträgt 3,57 m, bei 54 cm Höhe der Unterlenker. Das Mähwerk steht oben ca. 6 cm weiter nach außen als unten. Leider verdeckt das Mähwerk im Straßentransport die rechte Rückleuchte des Schleppers, eine Beleuchtung am Mäher selbst bietet Jar-Met nicht. Das geht besser.

Wie das Mähwerk Jar-Met Z210/2 eingestellt wird

Zum Ausklappen zuerst den Absperrhahn öffnen. Dazu muss man absteigen. Danach über den Seilzug die Verriegelungsklinke öffnen, anschließend mit dem Hydraulikventil das Mähwerk absenken. Im Feld fährt man in der Schwimmstellung. Für die richtige Höhe der Unterlenker gibt es leider keine Orientierungshilfe. Eine Freilaufkupplung ist integriert. Vier Riemen übertragen die Leistung und schützen zusätzlich vor Überlast.

Der Mähbalken ist in geschlossener Bauweise mit dem Rahmen verbunden. Eine große Zugfeder entlastet ihn. Der Auflagedruck beträgt zwischen 140 bis 360 kg. Die Riemenspannung ist über einen Federmechanismus einstellbar. Zur Kontrolle der Spannung gibt es eine kleine Klappe am Schutzkasten, die man durch Lösen einer Mutter öffnet. Das Auslösemoment der mechanischen Anfahrsicherung stellt man über eine vorgespannte Feder ein. Dadurch kann das Mähwerk ca. 13° nach hinten schwenken.

Welches Arbeitsergebnis das Mähwerk Jar-Met Z210/2 geliefert hat

Der Mähbalken kommt mit sieben Mähscheiben, davon sind die beiden äußeren mit Trommeln ausgestattet. Die Schnittbreite beträgt 2,70 m. Beim ersten Einsatz schlugen die Mähklingen gegeneinander. Sie waren minimal zu lang. Nach kurzer Zeit waren die Ecken abgeschliffen und das Mähwerk wurde leiser. Hier sollte Jar-Met dennoch unbedingt nachbessern.

Der Messerschnellwechsel geht mit dem dazugehörigen Hebel einfach. Die Zugänglichkeit zum Mähbalken ist von vorne durch den weit hochklappbaren Schutzbügel besser als bei Talex. Leider klappt außen kein Schutz. Nicht so gut gefallen hat uns die Schutzplane. Bereits nach den ersten Hektar franste der unten eingenähte Kunststoffrand teils aus.

Mit hohen Aufwüchsen kam das Z210/2 besser zurecht als das Opti Cut. Wir konnten auch in liegenden sowie schwachen Beständen mit der Maschine mähen. Hohe Fahrgeschwindigkeiten bis 18 km/h sind kein Problem. Leider blieb aber immer mal wieder an der dem Schlepper zugewandten Seite das Gras etwas höher stehen als außen, und das unabhängig vom Auflagedruck und der Hubwerksposition. Zudem schob sich das Gras bei zu dichter Anschlussfahrt an der Innenseite häufiger auf.

Das Testfazit zum Mähwerk Jar-Met Z210/2

Was den Anbau und die Einstellung des Mähwerks angeht, sind wir mit dem Scheibenmähwerk von Jar-Met zufrieden. Bei der Mähqualität gibt es noch etwas Verbesserungspotenzial. Die Verarbeitung des Mähers kann sich an vielen Stellen sehen lassen. In Testausstattung kostet das Mähwerk rund 5.294 € exkl. MwSt.

Mehr zu dem Thema

top + Willkommensangebot: 3 Monate für je 3,30€

Alle digitalen Inhalte und Vorteile eines top agrar Abos

Wie zufrieden sind Sie mit topagrar.com?

Was können wir noch verbessern?

Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wir arbeiten stetig daran, Ihre Erfahrung mit topagrar.com zu verbessern. Dazu ist Ihre Meinung für uns unverzichtbar.