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So schlägt sich der Manitou Teleskoplader MLA-T 533-145V+ STS im Praxistest

Der Manitou zeigte gute Werte bei der Hubkraft, dem Teleskopausschub und der Hubhöhe. Die Totmannschaltung am Joystick sollte der Hersteller überarbeiten.

Lesezeit: 7 Minuten

Im letzten Sommer haben wir vier Teleskoplader der 8 t-Klasse in der Praxis getestet. In diesem Bereich haben die Lader zwischen 130 bis 150 PS, erreichen bis 5,50 m Hubhöhe und stemmen bis zu 5,5 t. Hier das Testprotokoll vom MLA-T 533-145V+ STS von Manitou.

Motor & Chassis

Manitou setzt auf einen Deutz 4,1 l-Vierzylinder (145 PS). Die Stufe V erfüllt der Lader mit Abgasrückführung, Partikelfilter, Kat und AdBlue. Der Lüfter hat einen Keilriemen, einen Umkehrlüfter gibt es optional. Mit der Eco-Taste lässt sich die Motordrehzahl deckeln. Zusätzlich gibt es ein Handgas. Damit dreht der Motor bis zur gewünschten Drehzahl, der Fahrer regelt unabhängig die km/h per Pedal – praktisch, wenn man bspw. hohe Ölmengen beim Einstreuen benötigt.

Der hydrostatische Bosch-Rexroth-Antrieb besteht aus einer Pumpe (198 l/min) und zwei Motoren, die per Dana-Getriebe verbunden sind. Ab 13 km/h schaltet der zweite Motor weg. Unsere Maschine war leider auf 20 km/h begrenzt. Die 40 km/h-Ausführung fährt mit baugleichem Antrieb. Bei den ­Straßenfahrten fiel die Geschwindigkeit an einer stärkeren Steigung bis unter 13 km/h, dann schaltete die zweite Pumpe zu, der Lader beschleunigte auf 18 km/h, die zweite Pumpe schaltete ab und in Folge fiel die Geschwindigkeit wieder ab. Das wiederholte sich.

Der mit 8,6 t schwerste Lader brach­te es auf eine Schubkraft von 6,7 t – der höchste Wert im Test. Trotzdem war er beim Wühlen im Erdhaufen nicht der agilste, die anderen gingen dynamischer ran. Beim Rückwärtsfahren und „Abziehen“ des Bodens haben die Sensoren häufiger einen Fehler erkannt und Funktionen gesperrt. Laut Manitou hätte zuvor der „Schaufelbetrieb“ aktiviert werden müssen.

Die Fahrtrichtung lässt sich ausschließlich über den Stufenschalter auf dem Joystick wechseln, was wir aber nicht für einen Nachteil halten. Beim Kistenstapeln am Hang ließ sich die Maschine fein dosiert fahren und rollte nicht weg. Über einen Drehknopf auf der Konsole kann der Fahrer die km/h begrenzen. Diese Einstellung wirkt wie die Pedalspreizung beim stufenlosen Traktor. Leider zeigt das Display die Einstellung nur in % und dann bezogen auf 40 km/h-Höchstgeschwindigkeit an – eine Anzeige in km/h wäre besser.

Die Dana-Achsen haben nasse Lamellenbremsen und selbst sperrende Differenziale. Die Maschine passt sich per Pendel-Hinterachse dem Gelände an.

Hydraulik & Ausleger

Die Axialpumpe hat eine Nennleistung von 158 l/min. Wir haben bei Standgas relativ magere 50 l/min am Anschluss gemessen, im mittleren Bereich und bei Vollgas waren die Werte okay (103 bzw. 112 l/min). Das gleiche Bild zeigte sich auch bei den Zykluszeiten: Bei Standgas liefen die Funktionen langsamer als bei den anderen, mit erhöhter Drehzahl gab es kaum Unterschiede.

Mit 1,45 m erreichte der Manitou den weitesten Teleskopausschub. Ein­teleskopiert haben wir 4,16 m Höhe im Gerätedrehpunkt ermittelt, ausgeschoben sehr gute 5,57 m. Auch bei den anderen Abmessungen, wie z. B. der Überladeweite, zeigte sich der Lader gut.

Die Werkzeugaufnahme bietet einen Bereich von 154°, das geht in Ordnung. Die Abweichungen der Parallelführung liegen im Schnitt. Doch zunächst neigte sich die Gabel in 2 m Höhe bis zu - 2,1° nach unten, was nicht ideal ist. Danach kippte sie wieder ein (+ 2,7°). Die maximale Losbrechkraft beträgt gute 5,4 t. Bei den Hubkräften liegt der Manitou vorne: Den Maximalwert von rund 5,8 t zeigte die Waage in 3 m Höhe. Die Kipp­last mit eingeknickter Lenkung lag bei über 4,7 t. Und am langen Arm hob der Lader in 1 m immer noch rund 3,2 t. Das sind top Werte!

Die Menge des dritten Kreises lässt sich mit Drehknöpfen (19 Rasten) für beide Seiten einstellen bzw. bis auf Null Liter pro Minute reduzieren. Die eingestellte Menge bleibt un­abhängig von der Motordrehzahl konstant – prima! Ein Umschaltventil für ­einen vierten Kreis und den drucklosen Rücklauf gibts optional.

Der Testlader war mit der Manitou-Aufnahme ausgestattet. Durch deren offene Bauweise ist die Sicht auf die Palettengabel super. Der Lader hatte eine hydraulische Geräteverriegelung. Allerdings muss man vorne an der Schwinge per Kugelhahn zwischen 3. Funktion und Verriegelung wechseln – nicht komfortabel. Achtung: Vergisst man nach dem Anbau das Ventil vorne umzulegen, öffnet die Verriegelung versehentlich, wenn man die dritte Funktion nutzt. Deshalb sollte man sich für das optionale elektrische Umschaltventil entscheiden. Das Federungssystem hat zwei Stickstoffspeicher und bietet diese Funktionen: An, Automatik (an/aus ab 5 km/h), Permanent.

Beim Absenken und Einziehen der Schwinge fließt das Öl durch die Schwerkraft direkt vom Hub- in den Teleskopzylinder, was die Ventile schonen soll. Optional gibt es für die Schwinge die „intelligente Hydraulik“, also automatische Funktionen mit Po­sitionserfassung des Arms. Unter an­derem kehrt die Schaufel automatisch in Ladeposition zurück oder sie rüttelt auf Knopfdruck (nicht im Test). Auch die Funktion VerticalLift gibt es optional, dabei zieht der Ausleger automatisch beim Absenken des Laders ein.

Bedienung

Beim Manitou-typischen Joystick JSM liegt die Hand oben auf, wie bei einer Computermaus. Das hat uns gefallen. Oben gibts für den Zeigefinger einen roten Stufenschalter (vorwärts, neutral, rückwärts; muss zum Motorstart mittig stehen), seitlich zwei proportionale Daumenschieber für die dritte Funktion und den Teleausschub. Dazu kommt die Totmanntaste an der Rückseite des JSM, die man per Mittelfinger drückt.

Wenn 5 Sekunden lang keine Schwingenfunktion bedient wurde, sperrt sie den Joystick und die Taste muss erneut gedrückt werden. Gefährlich kann es werden, wenn man den Joystick auslenkt und danach die Taste drückt. Die Schwinge bewegt sich dann ruckartig. Wir halten das Ganze nicht für praxisgerecht und Manitou sollte nach einer anderen Lösung suchen.

Beim feinfühligen Stapeln von leeren Gitterboxen fanden wir die Ansprechrate bzw. Rampe des Hebels ­ruppig. Auch die Lenkung reagiert sehr direkt. Dafür ist der Wendekreis mit 8,55 m vergleichsweis klein. Auf der Armlehne gibt es weitere Tasten für den Lader: JSM sperren, Federungsfunktionen, Gerätezy­linder sperren, dritten Kreis sperren, Druckentlastung der Kuppler und automatische Funktionen (wenn vorhanden). Der rote Schlagknopf neben dem JSM stoppt zwar den Motor, doch die Maschine rollt frei weiter.

Kabine & Übersicht

Die Kabinenstruktur ist bei allen ­Modellen gleich, aber es gibt die drei Linien Klassik, Premium (im Test) und Elite. Bei unserer Maschine ist beispielsweise die Klimaautomatik Serie. Die Kabine ist die geräumigste im Test (141 x 140 cm; L x B) – prima. Die Lautstärke bewegt sich im Mittelfeld, doch wenn man mit niedriger Drehzahl arbeitet, dröhnt der Motor teils. Das FOPS-Gitter liegt innen und fällt etwas grob aus. Die Frontscheibe ist weit nach oben gezogen, die Seitenscheiben sind groß, die Heckscheibe ist gewölbt. Auf dem Dach gibt es einen guten Wischer mit Düsen und auch der Bereich des Frontwischers ist groß. Unter dem Strich bietet die Kabine ein gutes Raumgefühl und ordentliche Rundumsicht.

Beide Türen sind einteilig und lassen sich gut in geöffneter Position arretieren, sowie leicht über einen Ziehgriff wieder schließen. Der Einstieg von rechts ist möglich, aber eng. Das Lenkrad kann man verstellen, aber nur wenig und das schwergängig. In günstiger Position engt es den Einstieg etwas ein – hier wäre ein Pedal zum Wegschwenken toll. Das Staufach neben dem Fahrersitz hat einen gepolsterten Deckel (nicht für Beifahrer zugelassen).

Die Rückspiegel sind groß, haben einen Weitwinkelteil und lassen sich teles­kopieren. Der Blinkerhebel sitzt links an der Lenksäule. Er hat keinen Rücksteller. Die Klimaautomatik bedient man über einen einzelnen Dreh-Drück-Knopf und ein kleines Display auf der Konsole. Die Temperatur war einfach zu verstellen, schwieriger wurde es bei der Gebläsedrehzahl – uns hätte ein Bedienfeld mit zwei getrennten Knöpfen für Temperatur und Gebläse besser gefallen.

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