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Teleskoplader JCB TM 320 S Agri im Hofeinsatz

Der JCB punktet mit seinem kernigen Fahrantrieb, hohem Komfort und gutem Handling. Die Hydraulikanschlüsse vorne am Schnellwechsler lassen sich noch optimieren.

Lesezeit: 7 Minuten

Im letzten Sommer haben wir vier Teleskoplader der 8 t-Klasse in der Praxis getestet. In diesem Bereich haben die Lader zwischen 130 bis 150 PS, erreichen bis 5,50 m Hubhöhe und stemmen bis zu 5,5 t. Hier das Testprotokoll vom JCB TM 320 S Agri.

Motor & Chassis

Im JCB arbeitet ein firmeneigener Vierzylinder mit 4,8 l Hubraum und 150 PS. Das Triebwerk erfüllt die Stufe V mit einem Partikelfilter, Oxidationskat und AdBlue. Bei unseren Einsätzen erledigte der Motor seinen Job solide. Der Umkehrlüfter lässt sich nach Zeit einstellen.

Interessant ist der Fahrantrieb: Hier setzt JCB auf ein achtstufiges Lastschaltgetriebe (vier rückwärts) mit Wandler. Das „S“ in der Typenbezeichnung steht für 20 PS mehr Motorleistung. Dazu kommt beim „S“ der Wandlerdurchtrieb in allen Gängen, also ab dem ersten Gang und damit auch beim Siloschieben. Nach dem sanften Anfahren per Wandler sorgt dieser für einen 100 % mechanischen Antrieb des Laders. Die 40 km/h Spitzengeschwindigkeit bei 1.800 U/min sind serienmäßig.

Die Gänge 1 bis 4 wechselt der Fahrer manuell unter Last über Knöpfe am Joystick. Diese Stufen sind vor allem für Schubarbeiten gedacht. Im Bereich 5 bis 8 schalten die Gänge automatisch. Bei unserem Test hat dieser Bereich für die meisten Arbeiten gut gepasst. Bis zum Durchdrehen der Räder haben wir eine maximale Schubkraft von 6,4 t gemessen. Damit lässt sich richtig giftig arbeiten. Die mitgelieferte große Schaufel konnten wir zügig mit Erde füllen.

Die Maschine zeigte sich auch bei Straßenfahrten agil. Bei den Steigungen unserer Teststrecke erreichte der JCB jeweils die höchsten Geschwindigkeiten. Das Fahrverhalten und der Komfort kommen einem (ungefederten) Traktor nahe. Allerdings könnte das Fahrpedal besser geglättet sein, wir fanden es recht sensibel. Eine Druckluftbremsanlage gibt es künftig ab Werk. Die Kipperanschlüsse im Heck sind serienmäßig.

Mit einer Taste am Holm kann man die Auskuppelfunktion bzw. Getriebetrennung aktivieren: Sobald man dann das Inchpedal tritt, kuppelt der Antriebsstrang komplett aus. Dann kann man Vollgas geben und die volle Hydraulikleistung abrufen, ohne die Bremse voll durchzutreten. Das geht in der Ebene ganz gut, aber beim feinfühligen Arbeiten am Hang ruckt die Maschine in den kleinen Gängen, sobald die Kupplung trennt.

Der Wendeschalthebel links (Verwechslungsgefahr mit einem Blinkerhebel) bleibt in der jeweiligen Position stehen, eine abwechselnde Richtungsumkehr über Schalthebel und Taste am Joystick ist deshalb nicht möglich. Beim Fahrtrichtungswechsel rollte die Maschine ein Stück weit frei, am Hang sollte man dann das Bremspedal treten.

Die Feststellbremse ist ein robuster ­Hebel. Er steht gezogen senkrecht und ist damit leicht im Weg beim Ein-/Ausstieg. Die Achsen mit nassen Lamellenbremsen stammen von JCB, sie haben 30 %ige Selbstsperrdifferenziale. Das Knickgelenk ist als Pendelgelenk ausgeführt, die geneigte Drehachse soll die Standfestigkeit erhöhen. In der offenen Konstruktion des Vorderwagens kann sich ordentlich Schmutz sammeln.

Hydraulik & Ausleger

Die hydraulische Geräteverriegelung ist Serie. Es gibt verschiedene Koppelrahmen, aber wegen der hohen Kräfte keinen Eurokuppler. In der Ausführung S hat der Lader eine Verstellpumpe mit 160 l/min Nennleistung. Bei den Messwerten (Vollgas) direkt am Kuppler des 3. Kreises erreichte der JCB keine Topwerte: 96 l/min bei einem hohen Rückstaudruck von 91 bar. Einen drucklosen Rücklauf gibt es nur als Händlerlösung. Die Zeiten für die Funktionen der Schwinge bewegen sich im Rahmen. Der Hubzylinder ist nicht endlagengedämpft – schade.

Der Teleausschub beträgt 1,38 m. Damit erreicht der JCB 5,43 m im Gerätedrehpunkt. Auch die Parallelführung arbeitet ordentlich. Wir haben über den gesamten Weg maximal 2° Abweichung gemessen – super. Der Gerätezylinder erlaubt einen Bereich von max. ein- zu max. ausgekippt von 170°, das ist der beste Wert im Test. Die Hubkraft (Teleskop eingezogen) liegt zwischen 3,7 und 4,2 t, was eher durchschnittlich ist. In 1 m mit ausgeschobenem Teleskop zeigte die Waage noch 2,4 t an. Die maximale Losbrechkraft beträgt 5,1 t. Die Maschinen haben die elektronische Lastüberwachung LLMI der Telelader serienmäßig.

Die gute Schwingungstilgung bietet die Funktionen Aus, Automatisch (an/aus ab 6 km/h) und Permanent. Die Drehpunkte sind mit Bronze-Graphit-Buchsen ausgestattet, die einen eigenen Schmierfilm bilden. JCB gibt hier ein Schmierintervall von 500 Stunden (!) an. Der Ausschub ist mit einer nicht klebrigen Wachsschicht überzogen, die der Händler alle 500 h erneuern sollte.

Bedienung

Der Joystick ist feinfühlig und hat uns gut gefallen: Auf der Oberseite gibt es zwei orange Knöpfe zum Schalten des Getriebes. Darunter liegen zwei proportionale Daumenschieber fürs Teleskop und den 3. Kreis (4. Kreis optional über elektrisches sw-Umschaltventil). Der darunter liegenden Taste lassen sich Funktionen zuweisen, z. B. Scheinwerfer oder Freisprecheinrichtung.

Der Stufenschalter für die Fahrtrichtung V/N/R liegt auf der Rückseite. Auf der kleinen Konsole gibt es für den dritten Kreis einen Kippschalter für den Dauerbetrieb und einen Drehknopf für den Durchfluss. Damit lässt sich die Menge stufenlos auf 13 l/min reduzieren, schon nach einer 3/4 Umdrehung ist die volle Menge erreicht. Am B-Holm und unter der Kabine am Aufstieg liegen Tasten für die Druckentlastung der Anschlüsse des 3. Kreises. Eine Taste direkt in der Nähe der Anschlüsse finden wir noch besser.

Viele Funktionen schaltet der Fahrer am rechten B-Holm. Hier liegen 20 gleichförmige Druckknöpfe für Licht, Wischer, Lüfter, Getriebefunktionen, Telefon, Druckentlastung, Federung usw. Wenn man sich aber eingearbeitet hat, kommt man damit gut klar. An der Lenksäule gibt es ein kleines Display, was die wichtigsten Infos wiedergibt.

Kabine & Übersicht

Die Grundausstattung der Kabine ist bei allen Typen gleich. Ihr Rauman­gebot (118 x 137 cm; L x B) liegt im Schnitt, das Raumgefühl wird etwas vom schwarzen Interieur gedrückt. Im Test war die Kabine die leiseste (72 dB (A)). Rückfahrkamera und Klimaanlage gibts serienmäßig. Bei den Sitzen kann der Käufer aus Optionen wählen. Insgesamt fanden wir den Kabinenkomfort beim JCB am besten.

Der Einstieg von links ist über die schönen Griffe und großen Trittstufen gut, von rechts gibt es keinen Einstieg. Die Tür lässt sich geöffnet arretieren, doch vorher muss man Fangband und Gasdruckzylinder aushaken. Dafür lässt sich das Fenster rechts in zwei Positionen arretieren.

Der Boden ist nicht ganz eben, das stört aber kaum. Die Lenksäule lässt sich in Höhe und Neigung verstellen, aber nicht per Pedal. Der Fahrer sitzt gefühlt relativ tief, doch die Position empfanden wir als angenehm. Die Sicht nach vorne und oben ist super. Auf der weit nach oben gezogenen Frontscheibe gibt es einen Wischer mit mehreren Stufen und Wischdüsen. Der Frontwischer erfasst einen weiten Bereich. Das FOPS-Gitter liegt innen, die Stäbe sind so angeordnet, dass sie den Fahrer so wenig wie möglich stören. Doch eine Einschränkung gibt es: Die seitlich am Teleskop montierten Geberzylinder bauen jeweils 16 cm breit und vergrößern den 40 cm-Querschnitt damit auf 72 cm.

Nach hinten ist die Haube relativ hochgezogen (aber Kamera serienmäßig). Zudem befindet sich der 40 km/h- Aufkleber im Sichtfeld. Nach links ist die Scheibe schön weit heruntergezogen, nach rechts reduziert die Konsole etwas die Sicht auf die Kotflügel. Gute Sonnenblende. Gut haben uns auch die Spiegel gefallen: Zusätzlich zu den herkömmlichen gibt es weitere auf den Positionsleuchten, das sorgt für gute Sicht.

Die LED-Beleuchtung gibt es serienmäßig, unsere Maschine hatte zusätzlich das optionale 360°-Lichtpaket, das uns gut gefallen hat. Man kann die ­Arbeitsbeleuchtung automatisch nach Armposition schalten. Der Blinkerhebel (leider rechts) stellt sich automatisch zurück.

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