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Stiga Park 500 WX: Frontmäher mit Allrad

Bei Steigungen und feuchtem Gras kommen Rasenmäher mit Hinterradantrieb an Grenzen. Mit Allrad geht es besser. Wir haben den Park 500 WX ausprobiert, das kleinste Stiga-Modell mit 4WD.

Lesezeit: 7 Minuten

SCHNELL GELESEN
Mit Allradantrieb fährt der Frontmäher Stiga Park 500 WX auch rückwärts kleine Steigungen hoch.
Das Mähdeck ist besonders für Zier­rasen gedacht. Für etwas größere Grasmengen lässt sich ein Blech demontieren und damit der Durchgang erhöhen.
Mit dem Park 500 WX von Stiga lässt sich ordentlich und komfortabel arbeiten. Einige Details sollte der Hersteller aber noch überarbeiten.

Rasenflächen gibt es auf fast jedem Hof – ebenso viele Bäume und weitere Hindernisse, um die man herummähen muss. Hier bietet sich ein wendiger Frontmäher an. Das konnten wir schon in unserem Systemvergleich aus dem Jahr 2021 feststellen.

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Nun wollten wir wissen, wie sich so ein Aufsitzmäher eine ganze Saison lang schlägt. Aufgrund kleiner Steigungen entschieden wir uns für das kleinste Modell mit Allrad – den Stiga Park 500 WX zusammen mit dem Mähdeck Combi 100 Q Plus. Der bisher auf den Flächen eingesetzte Frontmäher mit Hinterradantrieb konnte trotz Radgewichten häufig im geknickten Zustand nicht mehr rückwärts die kleinen Steigungen hochfahren. Hier musste man den Radantrieb mit Muskelkraft unterstützen. Vom 4WD-Antrieb erhofften wir so ein entspannteres Mähen.

Der aus Italien stammende Park 500 WX hat einen Zweizylindermotor (ST 550 Twin) mit 586 cm³ Hubraum und 11,9 kW (16,2 PS), den Stiga zusammen mit dem chinesischen Hersteller Loncin fertigt. Der Motor wird auch in ähnlicher Form in Rasenmäher anderer Hersteller unter deren Namen installiert.Ohne Allrad gibt es das Modell Park 500 W mit gleichem Motor und das Modell Park 500 mit dem Motor ST 450 (432 cm³, 8,1 kW).

Im Kaltzustand zieht man zum Starten des Motors den Choke und stellt den Gashebel auf Vollgas. Anschließend dreht man den Zündschlüssel. Läuft der Motor, drückt man den Choke wieder rein. Startprobleme hatten wir in dem gesamten Jahr keine.

Je ein hydrostatisches Getriebe für Vorder- und Hinterachse

Zwei separate Getriebe an Vorder- und Hinterachse treiben die Räder an. Ein Keilriemen überträgt die Kraft des Motors an das hintere Getriebe. Dieses versorgt dann das vordere mit Öl. Über das Zweiwege-Fahrpedal gibt man die Fahrgeschwindigkeit stufenlos vor. Den Antrieb muss man besonders beim Anfahren sehr feinfühlig ansteuern, sonst springt der Rasentraktor nach vorne bzw. hinten.

Die Achsen haben je ein Differenzial, um bei Kurvenfahrten die Geschwindigkeiten auszugleichen. Eine Differenzialsperre gibt es nicht. Trotz Allradantrieb ist der Mäher aber insgesamt nicht für sehr schwieriges Gelände konstruiert. Die Reifen von Deli Tire der Dimension 16x7.50-8 sind zudem mit einem Reifenschonprofil ausgestattet, welches unter nassen Bedingungen an seine Grenzen kommt.

Für den normalen Zierrasen ist das aber alles zu vernachlässigen. Problematischer finden wir dagegen das Ansprechverhalten des Fahrantriebs am Hang. Ist man z.B. vorwärts eine kleine Böschung hinabgefahren und möchte rückwärts wieder hochfahren, muss man das Fahrpedal fast bis zum Anschlag durchdrücken, bis sich die Räder drehen. Das steht im Gegensatz zu dem sehr zackigem Anfahren in der Ebene. Zügiges und schonendes Arbeiten ist damit nicht möglich.

Möchte man den Rasenmäher verschieben, muss man beide Getriebe über je ein kleines Gestänge auskuppeln. Das geht schnell und einfach. Bitte beachten: Ist das vordere Getriebe ausgekuppelt und das hintere nicht und man startet dann den Motor, können Dichtungen zerstört werden, da die hintere Einheit Öl nach vorne fördert.

Hydraulische Lenkung

Die Lenkung ist hydraulisch unterstützt und damit sehr leichtgängig. Nach kurzer Eingewöhnung lässt sich damit präzise um jedes Hindernis steuern. Eine Kette überträgt die Lenkbewegungen. Das Lenkrad stellt man per Klemmschraube in der Höhe ein. Der Lenkradknauf liegt gut in der Hand.

Die Knicklenkung ist mittig. Damit folgen bei konstanten Kurven die Hinterräder den Vorderrädern. Doch an Zäunen bleibt man schon mal mit dem Heck hängen. Der innere, ungemähte Rasenkreis beträgt ca. 60 cm.

Kleines Mähdeck

Wir hatten das Combi 100 Q Plus mit einer tatsächlichen Schnittbreite von 99 cm montiert. Das gesamte Mähdeck ist über alles 107 cm breit. Daneben gibt es noch ein 95 cm, ein 110 cm und ein 125 cm breites Schneidwerk. Ab dem Combi 100 Q Plus haben die Mähdecks drei Messer, welche mit einem Keilriemen miteinander verbunden sind. Um auch bei rutschenden Riemen keine Kollision zwischen den Messern zu bekommen, ist das mittlere nach vorne versetzt angeordnet. Beim 100er Deck sind die Messer 39 cm lang.

Das Mähdeck ist als Mulchmähwerk ausgelegt. Möchte man höheres Gras schneiden, lässt sich ein Leitblech demontieren. Das Gehäuse besteht aus tiefgezogenem Blech mit umlaufender Kante. Hier sammeln sich leider viel Erde und Gras. Eine durchgängige Tastwalze vor dem Mähwerk gibt es nicht.

Die Tiefenführung übernehmen vorne zwei gelenkte Kunststoffrollen. Das Mähwerk ist in der Vorderachsmitte drehbar gelagert. Per Fußpedal lässt es sich über eine Kette mit integrierter Feder anheben. Der Hubweg könnte jedoch größer sein. Denn mit kurzer Kette hat das Mähdeck nur noch einen kleinen Pendelweg nach unten. Mit langer Kette hebt es nicht weit genug aus.

Über das sogenannte Quick-Flip-System kann man das Mähwerk vorne anheben, ohne den Antriebsriemen zu demontieren. Dazu entlastetet man das Mähwerk an den Seiten und zieht jeweils einen federbelasteten Bolzen. Anschließend lässt sich das Mähdeck vorne hochheben und es verriegelt selbstständig. Das erleichtert die Reinigung von unten.

Zum Entriegeln der Waschposition gibt es zwei griffgünstige Hebel – schön. Detailkritik: Die Aufkleber vertragen auch keine leichte Dusche mit dem Wasserschlauch. Selbst das Typenschild hat sich schon gelöst.

Elektrische Schaltung

Der Riemenantrieb des Mähdecks lässt sich elektrisch über eine Taste auf der Seitenkonsole einschalten. Ein elektrischer Linearmotor variiert über ein Parallelogramm die Tiefe. Dieser lässt sich ebenfalls von der Seitenkonsole aus bedienen. Das funktioniert gut.

Weniger gut hat uns gefallen, dass beim Absteigen nicht nur der Mähantrieb, sondern auch der Motor stoppt, selbst bei ausgeschaltetem Mähantrieb und eingelegter Handbremse. Nur kurz den Gartenschlauch zur Seite legen oder das Gartentor öffnen bedingt dann sofort einen Motorstopp.

Entspannt mähen

Nachdem man sich an Fahrantrieb und Lenkung gewöhnt hat, lässt sich komfortabel mit dem Stiga Park 500 WX arbeiten. Wir empfehlen jedoch ein breiteres Mähdeck für den Frontmäher, um mit dem Heck weniger mit Bäumen und Zäunen zu kollidieren.

Das Mähwerk mulchte wöchentlich geschnittenen Rasen sauber in die Grasnarbe ein. Bei längerem Gras kam aber es an seine Grenzen. Mit hoch eingestellter Schnittlänge und langsamer Fahrt ließ es sich aber klein kriegen, der Motor zog dabei gut durch. Für langes, überständiges Gras ist der Park 500 WX nicht geeignet.

Für den Park 500 gibt es einige Anbaugeräte, wie einen Frontgrubber, ein Schneeschild oder eine einfache Kehrmaschine. Für Arbeiten im Dunkeln ist der Park mit einem ordentlichen LED-Licht ausgestattet.

Was der Stiga Park 500 WX kostet

Wer einen richtigen Mulcher mit Schlegelwelle, Vertikutierer oder Kehrmaschine mit Sammelwanne einsetzen möchte, muss einen größeren Mäher kaufen. Der Park 700 WX kostet dann mit 8.299 € (Listenpreise inkl. MwSt.) jedoch 2.100 € mehr als der 500 WX im Test. Bei beiden muss man das Mähdeck extra ordern. Das Combi 100 Q Plus liegt bei 1.699 €, das Combi Pro 110 Q Plus bei 2.329 €. Alles in allem ein recht teurer Rasenmäher, der jedoch viel Komfort und ein schönes Schnittergebnis mitbringt.

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