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Trends bei Mähdreschern: Noch einen draufgesetzt

Der leistungsfähigste Mähdrescher am Markt kommt jetzt von New Holland. Die DLG vergibt dafür die einzige Goldmedaille in diesem Jahr. Die Hersteller arbeiten außerdem weiter an ihren Assistenzsystemen.

Lesezeit: 7 Minuten

SCHNELL GELESEN
Die einzige Goldmedaille der diesjährigen Messe gibt es für einen Mähdrescher. Dieser kommt von New Holland und hat gleich mehrere Innovationen an Bord.
Vor allem Sensoren sind ein Weg, den Fahrer zu entlasten und die Maschinen dadurch noch leistungsfähiger zu machen. Der vorausschauende Mähdrescher ist eine der Lösungen.
Große Erntemengen erfordern auch hohe Reinigungsleistungen. Die Hersteller optimieren diese oder stellen ganz neue Konzepte vor.
Wer die Inhaltsstoffe seiner Ernte schon während des Drusches kennt, kann einzelne Partien gezielter vermarkten. Hier kommt der NIRS-Sensor ins Spiel.

Weil die Außenbreite bei den Mähdreschern ausgereizt ist, war eine weitere Leistungssteigerung wegen der begrenzten Kanalbreite fast nicht denkbar. New Holland hat aber doch einen Weg gefunden. Die Ingenieure konstruieren den Antriebsstrang so, dass die Leistung durch einen Rotor hindurch nach vorn geführt wird. Dadurch fallen seitliche Komponenten weg und machen Platz für einen breiteren Kanal. Diese Idee, verbunden mit anderen innovativen Lösungen an der Maschine, hat die Neuheitenkommission der DLG mit der einzigen Goldmedaille der Agritechnica prämiert.

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Beim neuen Konzept ist der Motor längs zur Fahrtrichtung verbaut. Vom nachgeschalteten, leistungsverzweigten Getriebe geht es über den linken Axial-Dresch- und Abscheiderotor als Vorgelegewelle weiter zur Zuführtrommel. Eine Kardanwelle auf der rechten Fahrzeugseite oberhalb des Fahrwerks bringt die Kraft zum Vorsatz.

Damit spart man sich die seitlichen Riemenantriebe, der Platz zwischen Chassis und Fahrwerk wird größer und der Kanal dadurch breiter. So wächst der bisher 1,56 m Dreschkanal auf den wohl jetzt größten am Markt. Damit dürfte New Holland noch breiter bauen als John Deere im X9 mit 1,72 m. Weitere Infos zum Mähdrescher wird es aber wohl erst auf der Messe geben.

Oberklasse-Mähdrescher mit Rotoren

Alle großen Mähdrescherhersteller haben in den letzten Jahren neue Flaggschiffe vorgestellt. New Holland zieht mit dem neuen CR nach. Die genaue Typenbezeichnung kennen wir allerdings noch nicht.

Beim Druschprinzip arbeiten in der obersten Leistungsklasse alle Firmen mit Doppelrotortechnik. John Deere, Agco und New Holland scheiden die Körner über die Rotoren ab, Claas setzt auf eine Kombination aus Dreschtrommel und Doppelrotor zur Restkornabscheidung. Aufgrund der neuen Bauweise des CR-Mähdreschers sind zur Steigerung der Druschleistung auch breitere und längere Rotoren möglich, die einen noch größeren Durchmesser als die bisherigen 24 Zoll haben sollen.

Hangausgleich neu gedacht

Zu den hohen Druschleistungen muss die Reinigung passen und das auch am Hang. Die Entwickler haben darauf unterschiedliche Antworten. Claas bietet z.B. eine 3D- und eine 4D-Reinigung an. New Holland setzt beim neuen CR auf Sensortechnik und verzichtet damit auf den bekannten Hangausgleich. Winddrucksensoren messen die Wind- und Erntegutverteilung auf dem Obersieb. Wird dies ungleichmäßig beschickt, schüttelt die Technik es auf die freien Flächen des Siebes.

John Deere nennt seinen neuen Hangausgleich Active Slope Adjustment. Hierbei ist zwischen dem Vorbereitungsboden und dem Vorsieb der belüfteten Fallstufe ein Querförderband installiert. Das Band bewegt das Material im kupierten Gelände hangaufwärts. Durch Hin- und Herbewegungen in der Ebene wird die Reinigung gleichmäßiger beschickt, was eine höhere Leistung bringen soll.

Kornverluste im Blick

Gerade die großen Ernteboliden müssen nicht zuletzt aufgrund ihrer hohen Anschaffungskosten optimal ausgelastet werden. Dabei sollen aber die Verluste weiterhin auf einem niedrigen Niveau bleiben. Verlustmessungssensoren sind am Mähdrescher verbaut, kontrolliert werden sie mit speziellen Schalen.

Bei Claas wählt man den Ansatz, den Kornverlustmonitor häufiger zu kalibrieren. Nach dem Messen der Verluste mittels Schalen werden die Ergebnisse mit den CAN-Daten des Mähdreschers verglichen. Cemos Dialog berechnet dann abhängig vom gewünschten Verlustniveau die einzustellende Empfindlichkeit.

Stroh und Streu breit verteilen

Mit jedem neuen Entwicklungsschritt bei den Mähdreschern benötigt es auch Anpassungen an anderen Baugruppen. Steigt die Arbeitsbreite der Schneidwerke weiter, müssen auch die Spreuverteiler und der Strohhäcksler die Erntereste breiter verteilen können. Bei großen Arbeitsbreiten ist das zunehmend schwierig, da auch Umweltfaktoren wie Seitenwind eine Rolle spielen.

Die Hersteller reagieren darauf unter anderem mit Windsensoren und passen die Drehzahl der Radialverteiler dementsprechend an. Eine Forderung von Ackerbauern ist auch eine gleichbleibende Häckselqualität. Dazu zeigt New Holland auf der Messe eine Lösung, bei der mittels Kameratechnik die Ist-Länge des Strohs erkannt und anschließend mit der Wunschlänge verglichen wird. Gibt es Abweichungen, stellt die Maschine die Gegenschneide selbstständig bis zum gewünschten Ergebnis nach.

Vorausschauend fahren mit Radarsensoren

Bandschneidwerke sind weiter im Trend. Die Marktanteile wachsen. Flexible Messerbalken erlauben einen Drusch nah am Boden, was gerade bei Hülsenfrüchten, wie z.B. Soja, wichtig ist. Zusammen mit einer mehrteiligen Bauart passen sie sich auch im kupierten Gelände sehr gut dem Boden an. Die Arbeitsbreiten der auch als Draper bekannten Vorsätze steigen weiter. So stellt z.B. Mac Don auf der Messe eine 15,20 m breite Version vor.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Pflückern. Hier sind es bis zu 16 Reihen, um die großen Mähdrescher auslasten zu können. Über einen mittig geteilten Hauptrahmen (Adaptive Flex Technology) will z.B. Geringhoff für eine gute Bodenanpassung bei breiten Vorsätzen in der Körnermaisernte sorgen.

Case IH bekommt für seine Innovation Advanced Feedrate Control die Silbermedaille. Das System erkennt schon vor dem Mähdrescher die Bestandesdichte. Das entlastet den Fahrer und steigert die Leistung der Maschinen weiter. Grundlage sind vier an Trägerarmen über der Haspel des Schneidwerks montierte Radarsensoren. Diese erfassen den Bestand noch bevor das Erntegut in das Schneidwerk gelangt und regeln dementsprechend die Vorfahrtsgeschwindigkeit.

Das Prinzip des vorausschauenden Mähdreschers gibt es zwar bereits, allerdings ist das Konzept von Case IH auch in der Lage, Bodenunebenheiten zu erkennen und das Schneidwerk in der Höhe automatisch zu steuern. Das soll Verstopfungen vorbeugen.

Auch kleinere Baureihen weiterentwickelt

Gerade die Ernte 2023 hat gezeigt, wie wichtig es sein kann, unabhängig zu sein. So dürften sich wieder Landwirte mit dem Gedanken beschäftigen, einen eigenen Mähdrescher zu kaufen. Die Hersteller bieten auch dafür Optionen an. So hat z.B. Claas in diesem Jahr mit dem Evion eine neue Einstiegsbaureihe vorgestellt.

Auch die anderen Firmen haben in den letzten Jahren nicht nur immer größere Maschinen präsentiert. Es wird also in beide Richtungen entwickelt. Ein Trend ist es, für die „kleinen“ Maschinen viele Ausstattungsoptionen anzubieten. Vor allem Assistenzsysteme und Sensorik stehen dabei oben auf der Liste. Bedienkonzepte werden vereinheitlicht, was man beim neuen Evion gut erkennen kann. Hier findet sich die Bedienung samt C-Motion Fahrhebel von den Großen auch im kleinsten Vertreter wieder.

Abfuhrlogistik optimieren

Mit John Deere Combine AutoUnload sollen sich Überladefahrzeuge jetzt automatisch befüllen lassen. Das System basiert auf dem bekannten MachineSync. Mithilfe einer Stereokamera erkennt die Software den Schüttkegel im Wagen und steuert Mähdrescher und Schlepper vor dem Überladewagen über deren Spurführungssysteme automatisch. Das Ergebnis soll ein gleichmäßig gefüllter Überlader während des Abbunkerns bei voller Fahrt sein. Zusätzlich lässt sich bei entsprechender Ausstattung auch die Wiegetechnik des Überladewagens mit einbinden, um Anhänger oder Lkw gesetzeskonform zu beladen.

Um die Qualitäten direkt bei der Ernte bestimmen zu können, finden immer häufiger NIRS-Sensoren in Mähdreschern Platz. So lassen sich z.B. auf großen und inhomogenen Schlägen die Qualitäten der Ernte erfassen und die unterschiedlichen Chargen gegebenenfalls für eine bessere Vermarktung gesondert verkaufen oder einlagern. Zudem können die Maschinen so spezielle Ertragskarten aufzeichnen. Die Daten dienen anschließend als Grundlage für die Düngung nach Applikationskarten in der Folgesaison.

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