Klimawandel

Berlin/Brandenburg: Selbstversorgungsgrad bei Kartoffeln fällt unter 30 %

Der Kartoffelanbau ist in Brandenburg auf dem absteigenen Ast. Anders als zu DDR-Zeiten gibt es aktuell nur noch gut 11.000 ha. Schuld ist der Klimawandel und behördliche Einschränkungen beim Wasser.

Der Landesbauernverband Brandenburg weist auf den geringen Selbstversorgungsgrad mit Speisekartoffeln in der Hauptstadtregion Berlin/Brandenburg von unter 30 % hin. Derzeit werden im Land Brandenburg lediglich auf zirka 11.100 ha Kartoffeln angebaut. Allein im ehemaligen DDR-Bezirk Potsdam wurden bis zur Wende bis zu 60.000 ha mit Kartoffeln bepflanzt.

Heute gibt es im Land nur noch wenige Agrarbetriebe, die Kartoffelanbau betreiben. Für sichere Erträge benötigt die Kartoffel regelmäßig verteilte Niederschläge. Bedingt durch den Klimawandel ist Brandenburg allerdings verstärkt mit trockenen Perioden konfrontiert. Eine sinnvolle Antwort auf dieses Problem wären deshalb moderne Bewässerungsmöglichkeiten, auf die immer dann zurückgegriffen werden kann, wenn es nötig ist, so der Bauernverband.

Nur wenige landwirtschaftliche Betriebe verfügen jedoch über eine Beregnung. Diese ist nicht nur teuer, sondern auch genehmigungspflichtig, wobei die zuständigen Behörden nur äußerst restriktiv bewilligen. „Folgerichtig wäre deshalb, im Bedarfsfall auf Niederschläge zurückzugreifen zu können, die in den regenreicheren Herbst- und Wintermonaten anfallen. Deshalb bietet sich perspektivisch die Anschaffung künstlicher Wasserrückhaltebecken an“, erklärt LBV Präsident Henrik Wendorff.

Der Kartoffelanbau ist sehr pflegeintensiv. Die Erde auf den Äckern muss mehrfach bewegt, zuerst angehäufelt und später abgehäufelt, werden. Hierfür ist der Einsatz von speziellen und damit auch teuren Maschinen erforderlich. Der Anteil der Speisekartoffeln an der Produktion beträgt in Brandenburg unter 40 %, über 60 % entfällt auf Stärkekartoffeln.


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