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Wie Sie Ihre Getreideernte optimal planen

Statt hitzig auf den Drescher zu springen, kann man auch mit kühlem Kopf sicher ernten. Hier einige Tipps, um die Logistik zu klären und den Drusch gut vorauszuplanen.

Lesezeit: 3 Minuten

Unsere Autoren: Dr. Ute Kropf, Fachhochschule Kiel und Rolf Klingel, Unternehmensberatung Agrar, Neuss

Die Gerste reift! Wo nicht Landwirte schon frühzeitig dreschen mussten oder das Unwetter Felder zerstörte, da steht in Kürze die Getreideernte an. Bei Standwetter lässt sich dann zügig, aber ohne Druck dreschen, während man bei wechselhafter Witterung die kleinsten Erntefenster nutzen muss. Doch in beiden Fällen ist es sinnvoll, die Ernte vorher gut durchzuplanen. Dann bleibt mehr Zeit, sich auf den Drusch zu konzentrieren.

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Logistik in der Ernte geklärt?

In der Ernte muss es schnell gehen, die Anforderungen an Saat- und Konsumgetreide sind andere als an Futtergetreide. Klären Sie vor dem Drusch Fragen der Reinigung, Trocknung, separaten Lagerung und der Abfuhrlogistik (z.B. mit Flurkarten):

  • Wollen Sie Partien oder Schläge teilweise oder komplett zur Vermarktung oder als Saatgut verwenden?
  • Welche Qualitäten sind zu erwarten und wie kann man sie vermarkten?
  • Wie weit ist im Ernte- bzw. Zwischenlager eine Separierung von unterschiedlichen Qualitäten möglich?
  • Besteht die Möglichkeit, mindere Qualitäten bei unzureichenden Separierungsmöglichkeiten oder zu geringen Trocknungs- bzw. Lüftungskapazitäten ab Feld zu vermarkten?
  • Ist ausreichend Abfuhrlogistik vorhanden bzw. organisiert, damit die Mähdrescher bei Druschwetter garantiert durchlaufen – auch unter schwierigen Erntebedingungen?

Drusch richtig planen - Satellitenfotos helfen

Verschaffen Sie sich vor der Ernte einen Überblick über den Zustand der Bestände, auch vom Büro aus. Dabei helfen z.B. die während der Saison bei Düngung und Pflanzenschutz dokumentierten Problemstellen. Noch besser geeignet sind Luftaufnahmen z.B. von Google Earth oder die Luftbilder aus dem Agrarantrag bzw. Bilder von Sentinel-Satelliten.

Inzwischen sind hierzu brauchbare Apps für das Smartphone auf dem Markt, die aktuelle Auswertungen des Vegetationsindexes NDVI von den eigenen Flächen liefern. Sentinel-2-Bilder sind weltweit frei verfügbar und lassen sich auch mit kostenloser Open-Source-Software auswerten. Klären Sie dann Folgendes:

Wie schneidet man den Schlag am besten an, um trockenes und stehendes Getreide zuerst dreschen zu können?

  • Lässt sich ein zu langer Schlag aufteilen, um unnötige Abfahrwege zu vermeiden?
  • Welche Abfuhrrouten eignen sich, um unnötige Wege und Lasten auf dem Acker zu vermeiden und schnell wieder befestigte Wege zu erreichen?
  • Wo können bei Nutzung von Überladewagen die Überladepunkte liegen?
  • Wo liegen geeignete Umbauplätze für das Schneidwerk?

Für Qualitätsgetreide: Bereiche separat dreschen

Dreschen Sie folgende Bereiche vom Qualitätsgetreide getrennt:

  • Vorgewende, besonders die Bereiche, die durch Pflegemaßnahmen heruntergefahren wurden.
  • Stark verunkrautete und verungraste Teilflächen.
  • Waldränder oder Knickränder, die noch nicht ausreichend abgereift sind und weitere unreife Schattenbereiche.
  • Großflächig lagerndes Getreide.

Qualitätsgetreide muss meist zusätzlich frei von Fremdgetreide sein. Fremdaufwuchs entsteht nicht nur durch Samenausfall nach Unwetter oder krankhafter Abreife. Verluste beim Dreschen sind eine wesentliche Quelle für Ausfallsamen.

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