Einloggen / Registrieren

Startseite

Schlagzeilen
Newsletter
Messen & Termine
Themen
Wir für Euch
Heftarchiv
Sonstiges

BayWa in Insolvenzgefahr Ernte 2024 GAP-Vereinfachungen

topplus Hoher Krankheitsdruck

Das sind die Konzepte 2023 gegen Krautfäule

Der optimale Spritzstart, passgenaue Folgespritzungen und die Wahl der richtigen Fungizide können Krautfäule schachmatt setzen. Optimieren Sie Ihre Strategie mit folgenden Tipps.

Lesezeit: 12 Minuten

Unser Autor: Lüder Cordes, Landwirtschafts­kammer Niedersachsen

Wer hohe Erträge und Qualitäten ernten will, muss Krautfäule sicher kontrollieren. Betrachtet man die letzten beiden Anbaujahre, zeigt sich, dass es sich lohnt, die Fungizidstrategie an die Witterung und damit den Infektionsdruck anzupassen. So führte uns das Jahr 2021 vor Augen, dass Einsparungen sehr teuer werden können. Im letzten Jahr ließ sich dagegen mit am Infektionsdruck angepassten Strategien viel Geld sparen.

Das Wichtigste zum Thema Ackerbau dienstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß der AGBs und den Datenschutzhinweisen zu.

Fungizidpalette – was ändert sich jetzt?

In den letzten Jahren hat es einen starken Wandel bei den im Kartoffelbau zur Verfügung stehenden Fungiziden gegeben. Im Jahr 2021 konnte man letztmalig Fungizide mit dem Wirkstoff Mancozeb einsetzen. In Zukunft ändert sich nun Folgendes:

Durch die zum 31.7.2024 auslaufende Zulassung des Wirkstoffs Benthiavalicarb werden in 2023 einige Fungizide letztmalig verfügbar sein. So erfolgt z. B. der Abverkauf von Versilus bereits in dieser Saison. Mit dem Auslaufen von Versilus steht auch der Zorvec EV Pack, der aus Zorvec und Versilus besteht, ab Ende Juli 2024 nicht mehr zur Verfügung. Die Zulassung des Fertigpräparates Zorvec Endavia läuft schon zum 31.7.2023 aus – somit wird das Produkt nur noch dieses Jahr vertrieben.

Zum Glück bleibt uns aber der sehr effektive Wirkstoff Oxathiapiprolin auch zukünftig erhalten. So hat Zorvec Entecta eine Zulassung vom 1.12.2022 bis zum 30.9.2025 bekommen. Das Fungizid lässt sich maximal dreimal in der Vegetationsperiode mit jeweils 0,25 l/ha einsetzen.

Da der Wirkstoff resistenzgefährdet ist, darf man ihn niemals solo anwenden. Zorvec Entecta enthält neben Oxathiapiprolin noch Amisulbrom. Dieser Kontaktwirkstoff ist aus den Fungiziden Gachinko oder Leimay bekannt. Über Zorvec Entecta werden allerdings nur 60 g/ha des Wirkstoffs gegenüber der sonst üblichen 100 g/ha eingesetzt. Es ist zu hoffen, dass die verminderte Menge dieses nicht sehr starken Wirkstoffs ausreicht, um eine Resistenzentwicklung gegenüber Oxathiapiprolin zu verhindern.

Neben der Fertigmischung wird auch eine Packlösung bestehend aus Zorvec Enicade (100 g/l Oxathiapiprolin) und Gachinko (200 g/l Amisulbrom) angeboten. Die Aufwandmenge von Zorvec Enicade beträgt 0,15 l/ha, sodass man damit 15 g/ha Wirkstoff ausbringt. Mit der Fertigmischung Zorvec Entecta kommen dagegen nur 12 g/ha Oxathiapiprolin zum Einsatz, ebenso wie mit dem aktuell noch zugelassenen Zorvec Endavia.

Die Wirkstoffmenge des Amisulbrom liegt in der Packlösung ebenfalls bei 60 g/ha. Insgesamt lässt sich Zorvec Enicade maximal viermal anwenden, Gachinko sogar sechsmal.

Unterschiede in der Wirkung ließen sich in mehreren zusammengefassten Versuchen der LWK Niedersachsen nicht ermitteln. Somit wird die Leistung von Zorvec Endavia und Zorvec Entecta als gleichwertig eingestuft.

Neu zugelassen wurde kürzlich das teilsystemische Fungizid Voyager. Es enthält den aus dem früheren Valis M bekannten Wirkstoff Valifenalate und den Kontaktwirkstoff Fluazinam. Das Produkt darf man mit 1,0 l/ha maximal dreimal in einer Saison verwenden. Beim Einsatz von Voyager ist der zu Gewässern einzuhaltende Abstand von 5 m (bei 75 % abdriftreduzierenden Düsen) zu beachten.

Das neu zugelassene Fungizid Simpro enthält die bekannten Wirkstoffe Cymoxanil und Propamocarb. Die Aufwandmenge beträgt 2,5 l/ha. Insgesamt darf man es maximal viermal pro Jahr einsetzen. Simpro enthält dieselben Wirkstoffe wie die altbekannten Fungizide Rival Duo oder das damalige Proxanil.

So senken Sie den Krautfäuledruck von vornherein

Generell müssen Sie mit einem hohen Krautfäule-Infektionsdruck bei Niederschlägen, hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 18 bis 23 °C rechnen. Kann sich der Erreger auf einer Pflanze etablieren, kommt es zu den typischen schokoladenbraunen, deutlich abgegrenzten Blattflecken. In der Regel weisen sie einen hellgrünen Hof auf.

Bei hoher Luftfeuchte (z. B. in den Morgenstunden bei Tau oder nach Niederschlägen) ist auf der Blattunterseite zwischen krankem und gesundem Gewebe ein weißer Pilzrasen zu erkennen. Darin bilden sich die neuen Sporen, die letztlich für die massenhafte Verbreitung im Schlag und weit darüber hinaus verantwortlich sind.

Im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes sollte es selbstverständlich sein, das Sporenaufkommen soweit wie möglich zu begrenzen. Dazu ist es wichtig, Kartoffelaufwuchs an Lager- und Abfallstätten zu vermeiden sowie Durchwuchskartoffeln in anderen Kulturen konsequent zu bekämpfen. Kontrollieren Sie auch unbedingt das Pflanzgut auf Knollenbefall, um frühen Stängelbefall und eine rasche Ausbreitung im Bestand zu vermeiden.

Mittlerweile sind zwar hervorragende Fungizide auf dem Markt, die eine relativ gute Kontrolle der Krautfäule ermöglichen, allerdings verursachen sie auch hohe Kosten. Es gilt also, für die jeweilige Situation eine optimal angepasste Fungizidstrategie zu finden.

Tipps zum Spritzstart

Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Krautfäulekontrolle ist der rechtzeitige Spritzstart, vor dem Auftreten von Symptomen. Mit der ersten Fungizidbehandlung soll das Hochwachsen des Pilzes von der Pflanzknolle durch den Kartoffelstängel verhindert werden.

Je nach Niederschlägen von Mai bis Mitte Juni kann der Spritzstart sowohl vor Reihenschluss der Kartoffeln als auch deutlich später erforderlich sein. Idealerweise sollte der Fungizidschutz sieben bis zwölf Tage vor dem ersten Krautfäuleauftreten auf dem Schlag beginnen. Um den optimalen Spritzstart zu ermitteln, eignet sich in Normaljahren ohne frühen Stängelbefall die Nutzung des Prognosemodells Simblight 1 (www.isip.de). Dies und weitere ISIP-Modelle basieren auf der regelmäßigen Erfassung von lokalen Bestandes- und Witterungsdaten – in der Vergangenheit haben sie sich bewährt. Eine Tendenz, wie der Krautfäuledruck einzuschätzen ist, zeigt folgende Übersicht.

Schwierig wird es, wenn die Kartoffelfläche sehr nass ist. Ist die Fläche über mehrere Tage nicht befahrbar, muss man etwa zehn bis vierzehn Tage später mit Stängelbefall rechnen! Um dies möglichst zu verhindern, ist es wichtig, unmittelbar nach starken Regenfällen mit dem Spritzstart zu beginnen.

In Regionen mit Frühkartoffelanbau unter Folien- oder Vliesabdeckung sind weitere Risiken zu beachten. Denn die kleinklimatischen Verhältnisse unter der Abdeckung führen – zusammen mit dem sehr frühen Auflauf dieser Bestände – zu einer frühzeitigen Entwicklung des Krautfäuleerregers. Sollten sich hier Symptome zeigen, ist es ratsam, die Folie zu entfernen und sofort eine Behandlung mit systemischen Präparaten plus sporiziden Partner durchzuführen.

Generell empfehlen sich zum Spritzstart systemische oder lokalsystemische Fungizide.

Bei einem eher  geringen bis mittleren Krautfäuledruck  kann die erste Behandlung mit teilsystemischen Fungiziden erfolgen. Um eine Ausbreitung von eventuell bereits gesetzten Infektionen zu verhindern, ist es sinnvoll, hier mit Cymoxanil-haltigen Produkten zu arbeiten. Bei eher trockenem Wetter (geringer Infektionsdruck), bieten sich somit z. B. Carial Flex oder Cymbal Flow + Ranman Top/Shirlan oder Curzate 60 WG + Ranman Top/Shirlan oder Reboot + Leimay (Brestan L Pack) oder Plexus an.

Bei etwas feuchterem Wetter und einem daraus resultierenden  mittleren bis höheren Infektionsdruck , sollten systemische Präparate zum Einsatz kommen. Geeignet sind in diesen Fällen z. B. Infinito oder Rival Duo + Carneol oder Simpro + Ranman Top.

Zeichnet sich unter feuchten Verhältnissen ein  höherer Krautfäuledruck  ab, bieten insbesondere zum Spritzstart die systemischen Präparate die größte Sicherheit. Vor allem nach längeren Nässephasen mit einer intensiven Durchfeuchtung des Bodens ist die Gefahr von Stängelphytophthora besonders hoch. In diesen Fällen kann der Spritzstart auch schon vor Reihenschluss der Kartoffeln erforderlich werden. Unter extremen Bedingungen bieten sich Kombinationen aus systemischen Wirkstoffen und Cymoxanil-haltigen Mitteln an, wie z. B. Rival Duo + Carneol oder Simpro + Ranman Top. Ist noch keine Krautfäule im Bestand ausgebrochen, kann man auch sehr effektiv z. B. mit Zorvec Entecta arbeiten.

Hinweise bei Gefahr von Stängelbefall: Besteht auf Flächen mit hoher Bodenfeuchte bzw. bei anhaltend hohen Niederschlägen, die zu einem Durchfeuchten der Dämme führen, die Gefahr von frühem Stängelbefall, sollte man vorbeugend auch bei den Folgebehandlungen systemische Fungizide einsetzen.

Diese Empfehlung gilt auch für Frühkartoffeln unter Vlies bei der Entfernung der Abdeckung. Falls bei hohem Infektionsdruck schon Krautfäule in der Umgebung auftritt, sollte man bereits bei den ersten Spritzungen Sporizide ergänzen. In Versuchen aus Jahren mit einem hohen Infektionsdruck hat sich unter extremen Bedingungen eine Wirkstoffkombination aus Propamocarb + Cymoxanil + Cyazofamid oder Fluazinam bewährt. Demnach eignen sich dann z. B. Proxanil + Ranman Top oder Infinito + Cymbal Flow + Shirlan.

Die Versuche aus den Extremjahren zeigten auch, dass bei hohem Infektionsdruck von z. B. Zorvec Entecta eine hohe Wirkungssicherheit zu erwarten ist. Um die Gefahr von Resistenzen zu begrenzen, sollte man dieses Produkt möglichst nur frühzeitig vor Auftreten der ersten Krautfäulesymptome anwenden.

Empfehlungen für ­Folgebehandlungen

In der frühen Hauptwachstumsphase der Kartoffeln wächst das Laub oft so zügig, dass wenige Tage nach der ersten Behandlung wieder ungeschützte Blattmasse vorhanden ist. Bei  starkem Krautfäuledruck  empfiehlt sich dann der Einsatz lokalsystemischer bzw. teilsystemischer Fungizide. Diese durchdringen die Blätter und können in gewissem Maße auch den Neuzuwachs schützen.

Die Präparatewahl richtet sich bei den Folgebehandlungen in erster Linie nach der Witterung und dem Befallsgeschehen: So sind bei unbeständiger Witterung und somit hohem Infektionsdruck leistungsstarke Mittel wie z. B. Zorvec Entecta oder Rival Duo + Carneol oder Simpro + Ranman Top oder Infinito + Ranman Top zu bevorzugen. Beachten Sie dabei, dass die Dauerwirkung von Zorvec Entecta ca. zwei bis drei Tage länger ist als von Infinito oder Rival Duo + Ranman Top bzw. Simpro + Ranman Top.

Bei unbeständiger Witterung und mittlerem bis hohem Infektionsdruck  haben sich auch Carial Flex oder Revus bzw. Revus Top bewährt. Unter weiterhin kritischen Krautfäulebedingungen, besonders wenn sporulierende Krautfäule in der Umgebung zu erwarten ist, lässt sich die Wirkungssicherheit durch die Zugabe sporenabtötender Präparate, wie z. B. Ranman Top oder Fluazinam-Präparate, erhöhen.

Ist bei  sehr hohem Infektionsdruck  zu erwarten, dass erste Phytophthora-Infektionen bereits gesetzt wurden, sollte man bei der Folgebehandlung auf Cymoxanil-haltige Fungizide + Sporizid setzen. Bei hohem Infektionsdruck kann man die derzeit sicherste Wirkung von Zorvec Entecta erwarten. Setzen Sie es aber nicht mehr ein, sobald aktive Krautfäule im Bestand zu finden ist.

Bei Starkregen oder Hagel kann es zu Stängelbruch kommen. In diesem Fall sollte man möglichst kurzfristig nachbehandeln. Es empfehlen sich dann Cymoxanil-haltige Fungizide + Sporizid. Eine Alternative wäre nach diesen Wetterextremen auch Zorvec Endavia.

Bei relativ hohem Befallsdruck, aber noch keinem Befall im Bestand, eignen sich teilsystemische Fungizide + Sporizid. Die systemisch wirkenden Mittel Simpro, Rival Duo und Infinito sollte man nur bis zur Blüte einsetzen, um die Gefahr von Rückständen (Propamocarb) in den Kartoffeln zu begrenzen.

Stoppspritzungen bei Befall

Bei sporulierendem Blatt- oder Stängelbefall wird es teuer, in diesem Fall sind konsequente Stoppspritzungen erforderlich. Platzieren Sie diese Behandlung möglichst vor Niederschlägen oder Beregnungsmaßnahmen. Zu empfehlen ist der Wirkstoff Cymoxanil, der eine gewisse kurative Wirkung mit sich bringt und latente Infektionen erfassen kann. Bewährt haben sich Kombinationen aus Cymoxanil-haltigen Produkten mit dem systemisch wirkenden Propamocarb (z. B. Rival Duo, Simpro) plus einem sporizidem Partner, wie z. B. Ranman Top, Shirlan, Carneol oder Nando SC (in vollen Aufwandmengen).

Die  zweite Stoppspritzung  muss im Abstand von ca. drei bis vier Tagen erfolgen, bei sehr hohem Infektionsdruck auch bereits nach zwei Tagen. Hierfür stehen wieder die bei der Erstspritzung empfohlenen Kombinationen aus Cymoxanil und Propamocarb plus sporizidem Partner zur Verfügung. Bei etwas geringerem Infektionsdruck kann man bei der Folgebehandlung unter anderem auch Carial Flex, Banjo forte, Infinito, Revus, Reboot oder Versilus jeweils + sporiziden Partner einsetzen. Da Banjo forte bereits Fluazinam enthält, ist hier der Zusatz eines Sporizids nicht erforderlich.

Auch wenn Versuchsergebnisse bestätigt haben, dass Zorvec Enicade bzw. Zorvec Endavia ebenfalls über eine sehr gute Stoppwirkung verfügen, sollte man diese Fungizide zur Vermeidung möglicher Resistenzentwicklungen bei bereits vorhandenem Befall nicht einsetzen. Bei größeren Befallsnestern ist in späteren Stadien auch die Sikkation der entsprechenden Teilflächen zu prüfen.

Bei mittlerem Infektionsdruck kann die weitere Spritzfolge aus lokalsystemischen Produkten wie Banjo forte, Brestan L Pack, Carial Flex, Cymbal Flow + Shirlan, Plexus, Terminus Extra, Presidium, Revus, Revus Top, Versilus oder Voyager bestehen.

Bei niedrigem Krautfäuledruck (anhaltende Trockenheit, keine Beregnung) reichen bei den Folgebehandlungen in der Regel preiswerte Fungizide mit dem Wirkstoff Fluazinam aus (z. B. Carneol, Nando, Shirlan oder Terminus). Ist bei sehr niedrigem Druck kaum mit Krautfäule zu rechnen, bieten sich Folgespritzungen mit den Kontaktfungiziden wie Gachinko oder Polyram WG an.

Um die Entwicklung möglicher Resistenzen zu vermeiden, sollte man bei der Auswahl der Fungizide über die Saison auf den Wechsel unterschiedlicher Wirkklassen achten. Dieser Wirkstoffwechsel ist generell über die gesamte Spritzfolge hinweg einzuhalten.

Hinweise zu Spritzabständen

Die Abstände zwischen den Behandlungen hängen von verschiedenen Faktoren ab, im Wesentlichen von der Witterung.

Geht man von einem mittleren Spritzabstand von neun bis elf Tagen aus, sollte man diesen schlagspezifisch nach weiteren Faktoren anpassen. Bei starkem Krautwachstum z. B., sollten Sie die Spritzabstände um zwei bis vier Tage verkürzen. Ist dagegen das Wachstum des Krautes weitgehend abgeschlossen, können Sie den Abstand zur Folgebehandlung um zwei bis drei Tage verlängern. Beachten Sie bei den Spritzabständen außerdem die Sortenempfindlichkeit.

In gegenüber Krautfäule anfälligen Sorten sollten die Abstände um ein bis zwei Tage kürzer sein, als bei einer mittleren Anfälligkeit. Befindet sich bereits sporulierender Befall in einem Bestand, sollten Sie ebenfalls im kürzeren Turnus behandeln.

Einen großen Einfluss hat auch die Niederschlagsintensität. Nach stärkeren Niederschlägen – in der Summe über 25 mm nach der letzten Krautfäulespritzung – sollte man ebenfalls früher behandeln. Nach einer vollständigen und intensiveren Durchfeuchtung der Dämme empfiehlt es sich, kurzfristig systemische Wirkstoffe auszubringen. Bei sehr hohem Krautfäuledruck ist zu beachten, dass viele Krautfäulefungizide mit einem Spritzabstand von mindestens sieben Tagen zugelassen sind. Falls nun witterungsbedingt kürzere Abstände notwendig sind, sollten Sie die Produkte wechseln, um der Zulassungssituation gerecht zu werden. Aktuelle Informationen zum regionalen Infektionsdruck und den dazugehörigen Spritzabständen finden Sie im Simphyt 3 (www.isip.de).

Den Abschluss gut setzen

Zur Abreife der Kartoffeln steht der Schutz der Knollen vor Braunfäule im Vordergrund. Die Phytophthora-Sporen werden so lange gebildet, wie grünes Kartoffelkraut vorhanden ist. Durch Wind, Tau- und Regentropfen gelangen diese in den Boden und bleiben dort etwa drei Wochen infektionsfähig. Während der Rodearbeiten besteht die größte Gefahr für Knolleninfektionen (Braunfäule im Lager).

Mit beginnender Abreife, aber spätestens drei Wochen vor der Ernte, sollte man zum Schutz des Erntegutes Abschlussbehandlungen durchführen. Setzen Sie dazu für die letzten zwei bis drei Behandlungen auf sporizide Wirkstoffe (z. B. Carneol, Nando, Shirlan, Terminus oder Ranman Top). Die letzte Behandlung kann in Kombination mit der Sikkation erfolgen. Grundsätzlich sind dabei die vorgeschriebenen Wartezeiten einzuhalten.

 Hinweise zu den Leistungen der Fungizide entnehmen Sie der nachfolgenden Tabelle:

Mehr zu dem Thema

top + Ernte 2024: Alle aktuellen Infos und Praxistipps

Wetter, Technik, Getreidemärkte - Das müssen Sie jetzt wissen

Wie zufrieden sind Sie mit topagrar.com?

Was können wir noch verbessern?

Weitere Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Wir arbeiten stetig daran, Ihre Erfahrung mit topagrar.com zu verbessern. Dazu ist Ihre Meinung für uns unverzichtbar.