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Reportage

Landwirt berichtet: Mit Mikronährstoffdüngern gedeihen Kartoffeln deutlich besser

Landwirt Hendrik Holtkamp prüft, inwieweit er mit Mikronährstoffdüngern die Düngeeffizienz weiter erhöhen kann. Effekte zeigten sich bislang vor allem in seinen Kartoffeln.

Lesezeit: 6 Minuten

Hohe Düngerpreise und zunehmende Wetterkapriolen machen optimierte Düngestrategien mehr denn je erforderlich. „Um unsere Kulturen ertrags- und stressstabiler zu machen, haben wir im letzten Jahr die Blattdüngung von Mikronährstoffen ausprobiert“, sagt Hendrik Holtkamp aus dem nordrhein-westfälischen Vreden.

Holtkamps bewirtschaften einen konventionellen Gemischtbetrieb mit Milchvieh, Bullen- und Schweinemast sowie Ackerbau. Auf sandigen bis sandig-lehmigen Böden bauen sie Mais, Gerste, Roggen, Weizen, Kartoffeln und Ackergras an. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt in der Region bei rund 750 mm, die Durchschnittstemperatur bei 9 °C.

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Effekte in Kartoffeln

Zum Einsatz kamen im letzten Jahr die sogenannten Green On® -Blattdünger der Firma Phytoplanta. Die Anwendung erfolgte in Kartoffeln auf 5 ha und im Mais auf 15 ha. Die Produkte sollen laut Hersteller mithilfe einer neuen Glycinat-Technologie eine passgenaue und hocheffiziente Mikronährstoffversorgung in den Ackerkulturen gewährleisten (Details zur Technologie siehe unten).

Um die Effekte in seinen Industriekartoffeln (Sorte Fontane) zu prüfen, behandelte der junge Landwirt eine Fläche probeweise mit dem Produkt „Green On® Kartoffel“ und ließ dabei ein Teilstück aus, um eventuelle Unterschiede feststellen zu können. Hinsichtlich der Grundnährstoffe Phosphor und Kali lag die sandig, anlehmige Fläche in Gehaltsstufe C und war somit gut versorgt. Auch der pH-Wert lag mit 5,5 bis 6 im optimalen Bereich.

Granulat gut handhabbar

Hendrik Holtkamp applizierte das Produkt, das 11,2 % Mn; 9 % Zn; 1,7 % Cu; 1,4 % Fe; 5,5 % N und 12,6 % S enthält, in Kombination mit der Krautfäulebehandlung kurz vor Bestandsschluss mit 1 kg/ha. Nach seinen Erfahrungen lässt sich das wasserlösliche Granulat sehr gut handhaben. Zudem ist es mit den üblichen Pflanzenschutzmitteln im Kartoffelanbau gut mischbar, sodass keine zusätzlichen Überfahrten erforderlich sind.

Für Industrie- und Stärkekartoffeln empfiehlt der Hersteller eine einmalige Maßnahme bis kurz vor Bestandsschluss (BBCH 18 bis 31), um damit die Knollengröße zu erhöhen. Pflanzkartoffeln sollten dagegen einmal spät (BBCH 35 bis 40) behandelt werden – das soll dann die Knollenanzahl erhöhen. Für Speiseware wird eine zweimalige Anwendung mit einer Aufwandmenge von jeweils 750 g/ha empfohlen.

Besseres Krautwachstum und höherer Ertrag

Folgendes hat Holtkamp in der letzten Saison beobachtet: „Im Vergleich zu den unbehandelten Kartoffeln war das Krautwachstum auf der Green On® -Fläche besser, das zeigte sich im Verlauf der Vegetation deutlich“, erklärt er.

„Zudem waren die Erträge mit rund 50 t/ha im letzten Jahr auf der Fläche sehr gut – und das ohne Beregnung. Meines Erachtens könnte das dafür sprechen, dass der Mikronährstoffdünger die Pflanzen gegenüber Trockenstress etwas resilienter gemacht hat.“ Bei der absoluten Ertragshöhe gibt er zu bedenken, dass auf diesen Flächen erstmals Kartoffeln standen und kaum Krankheitsdruck vorhanden war.

Modellbetrieb im Wasserschutzprojekt

Die beobachteten Effekte will Holtkamp nun in diesem Jahr auf seinen Flächen in Streifenversuchen überprüfen. Dabei kommt ihm entgegen, dass er an einem Wasserrahmenrichtlinienprojekt (WRRL-Projekt) der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als Modellbetrieb beteiligt ist.

Im Rahmen dieses Projektes werden innovative Techniken und Maßnahmen zum Gewässerschutz getestet und die erhobenen Daten der LWK zur Verfügung gestellt. „Kommen neben dem Projekt weitere Fragestellungen auf, wie in diesem Fall das Prüfen der Effekte einer Blattdüngung von Mikronährstoffen, lässt sich das in Zusammenarbeit mit den LWK-Beratern gleich mit abprüfen“, erklärt der experimentierfreudige Landwirt.

Welche Erfahrungen in Mais?

Ebenfalls im letzten Jahr probierte Holtkamp das Produkt „Green On® Mais“ aus. Zum 4- bis 5-Blattstadium mischte er den Mikronährstoffdünger, der 14,1 % Zn; 6,3 % Mn; 2,8 % B; 4,5 % N und 10,1 % S enthält, der Herbizidbehandlung zu.

Zu beachten ist dabei, dass es bei der Mischbarkeit eine Einschränkung mit dem Elumis P Dual Pack gibt, die Einzelkomponenten sind jedoch gut mischbar. Laut Hersteller soll das Produkt u. a. die Jugendentwicklung des Maises auch bei Hitze- oder Kältestress beschleunigen, die Seitenwurzelbildung verstärken und die Erträge erhöhen.

Holtkamps Erfahrungen: „Beim letztjährigen Trockenstress ließ sich auf der inhomogenen Fläche kein Effekt nachweisen“, erklärt er. Der Mais mit und ohne Mikronährstoffdünger brachte gleichermaßen niedrige Erträge bei stark schwankenden TS-Gehalten. „Allerdings war das ein Extremjahr“, so Holtkamp, der auch dieses Produkt nun im Rahmen des WRRL-Projekts prüfen will.

„Könnte man mit dem Mikronährstoffdünger, der in Mais 18 €/ha kostet, tatsächlich die Erträge bei Wetterstress stabilisieren, würde sich der Einsatz für mich lohnen“, erklärt er.

Ausblick

Generell wurden und werden die Green On® -Produkte laut Hersteller in zahlreichen Exaktversuchen bei Versuchsanstellern, im Versuchsnetzwerk des Handels und in Streifenversuchen bei Landwirten auf deren Wirksamkeit hin überprüft. Sie sollen höhere Chlorophyllgehalte und positive Effekte auf Ertrag und Qualität bringen.

Wegen seiner positiven Erfahrungen vor allem mit dem Mikronährstoffdünger „Green On® Kartoffel“ will Landwirt Hendrik Holtkamp das Produkt in Streifenversuchen im Rahmen des WRRL-Projekts nun drei Jahre lang testen. „Dann möchte ich ein Resümee ziehen, was der Mikronährstoffdünger auf unserem Standort in Kartoffeln wirklich gebracht hat“, so der Landwirt. Bei Produktkosten von 28 €/ha rechnet er zum jetzigen Zeitpunkt damit, dass der Einsatz in Kartoffeln für ihn wirtschaftlich sein wird.

Ebenfalls wird Holtkamp das Produkt Green On® Mais weiter im Blick behalten. „Versuche werden klären, ob auch in Mais auf unserem Betrieb nachhaltige Effekte auftreten“, erklärt er.

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Neue Glycinat-Technologie MicroGo

Unter der Marke „Green On®“ bietet die Firma Phytoplanta seit 2021 neue Mikronährstoffdünger an. Mithilfe der sogenannten MicroGo-Technologie, bei der der Mikronährstoff stabil mit Glycin chelatisiert wird, sollen die Blattdünger schneller in die Pflanze gelangen und sie damit z. B. in kritischen Wachstumsphasen (Nässe, Kälte, Hitze etc.) stärken.

Dass die Aufnahmeraten dieser Glycinat Chelate höher sind als von herkömmlichen Mikronährstoff-Chelaten, ließ sich von Wissenschaftlern der Uni Bonn belegen. Zudem konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass die Glycinate in der Pflanze dorthin gelangen, wo sie für das Wachstum benötigt werden.

Die Glycinate sind bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) gemäß REACH registriert. Kürzlich wurden die Produkte in die FiBL-Betriebsmittelliste für die ökologische Produktion in Deutschland aufgenommen. Damit ist der Einsatz in Deutschland nach den Richtlinien von Biokreis, Bioland, Demeter, Gäa, Naturland sowie Demeter International möglich.

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