Insektenschutz

Neue Insektenstudie: Vor allem Wiesen vom Artenschwund betroffen Plus

Eine neue Studie der TU München hat einen Insektenschwund von 67% seit 2008 gemessen. Landwirtschaftsministerin Klöckner will Studienergebnisse „sehr genau“ prüfen.

Der Insektenrückgang ist offenbar weitreichender als vermutet. Auf vielen Flächen tummeln sich heute etwa ein Drittel weniger Insektenarten als noch vor einem Jahrzehnt. Das geht aus einer Untersuchung eines internationalen Forscherteams unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) hervor. Demnach sind vom Artenschwund vor allem Wiesen, die sich in einer stark landwirtschaftlich genutzten Umgebung befinden, aber auch Wald- und Schutzgebiete betroffen.

Laut dem Forscher am Lehrstuhl für Terrestrische Ökologie der TUM, Dr. Sebastian Seibold, konzentrierten sich bisherige Studien entweder ausschließlich auf die Biomasse oder auf einzelne Arten oder Artengruppen. Dass tatsächlich ein Großteil aller Insekten betroffen sei, sei bisher nicht bekannt gewesen, erklärte Seibold.

Den Hochschulangaben zufolge haben die Forscher zwischen 2008 und 2017 auf 300 Flächen in Brandenburg, Thüringen und Baden-Württemberg mehr als 1 Million Insekten gesammelt. Sie hätten nachweisen können, dass viele der fast 2 700 untersuchten Arten rückläufig seien. Einige seltenere Arten seien in den vergangenen Jahren in manchen der beobachteten Regionen gar nicht mehr gefunden worden. Sowohl auf Waldflächen als auch auf Wiesen hätten die Forscher nach zehn Jahren etwa ein Drittel weniger Insektenarten gezählt.

Die Wissenschaftler stellten laut TUM zudem fest, dass die Biomasse der Insekten in den untersuchten Wäldern seit 2008 um etwa 40 % zurückgegangen sei; im Grünland habe sich die Insektenbiomasse auf ein...

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Diskussionen zum Artikel

von Reiner Matthes

wir haben nun mal Klimawandel

und das bedingt auch Veränderung bei Arten, nicht nur Insekten. Sogar die Kirschessigfliege hat es nun nach Deutschland geschafft. Und andere Arten sterben nun mal aus. Mit oder ohne Schlaumeier von NABU und Co. Sorgt lieber dafür, dass der Urwald in Indonesien (wo das nachhaltige ... mehr anzeigen

von Markus Grehl

Wiesen umbrechen

Wo bleibt in der Studie die Forderung Wiesen umzubrechen und auf den Flächen Mais anzubauen?

von Gregor Grosse-Kock

Alles

Erst mal nur Alarmschläger!! Schaut man sich die Finanzierung der Fakultät an der Uni an kommen über 90Mio € aus dem Staatssäckel, wen wundert das Ergebnis! Eigentlich haben wir mehr Fragen wie Antworten!!

von Johannes Ameskamp

Was hat sich in diesem Zeitraum verändert?

Meiner Meinung nach ist in diesem Zeitraum nur der mobilfunk massiv ausgebaut und flächendeckend.

von Rudolf Rößle

Klima

ich habe schon von Biologen gehört, dass durch die milden Winter das Aufkommen der Blühpflanzen und das Erscheinen der Insekten nicht mehr zusammenpasst. Somit verhungern die Insekten, weil die Pflanzen zu früh in die Vegetation starten.

von Wilhelm Grimm

Auch der Prinz gehört zu den Anklägern der Landwirte, das ist dumm.

"Es gehe nicht um Schuldzuweisung an Bauern, sondern darum, auch in der Landwirtschaft Wege zu finden, naturverträglich zu wirtschaften". Ein astreiner Pharisäer, dem es eindeutig um Schuldzuweisung an fast alle Bauern geht, um diese zu diskreditieren. Er will mehr Staatsknete für sich ... mehr anzeigen

von Henrik Plaas-Beisemann

Starker Rückgang im Wald und auf Grünland

Das wirft Fragen auf. Was sich in diesem Betrachtungszeitraum im Wald geändert hat, ergründet sich mir nicht. Die Hitzesommer 18/19 liegen außerhalb des Betrachtungzeitraum. PSM kommen im Wald auch nicht in Frage. Beim Grünland lässt sich ein Teil des Verlustes noch mit dem ... mehr anzeigen

von Ernst Storm

insekten

Insektensterben? in den segeberger kalkberghöhlen überwintern 32000 Fledermäuse.die zahl hat sich in den letzten fast verdoppelt.sie leben NUR von insekten! wie paßt das mit Insektensterben zusammen? irgend jemand lügt bewußt und bösartig!!!ernst Storm

von Wilhelm Grimm

Diese "Studie" kam in den Fernsehnachrichten ganz dicke raus !

Das nenne ich erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit, die wir noch nie geschafft haben. Aber mir machen unsere jungen Leute Spass, die die Möglichkeiten der neuen Medien hervorragend zu nutzen wissen. Ich bin da unterentwickelt und könnte eine Ausbildung gut gebrauchen, aber ich überlasse ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Es gibt wie immer bei solchen Studien, auch um ganz viel Meinung, bei der Ahnung sollte.....

man die Menschen fragen, die sich jeden Tag in den Gebieten aufhalten! Da gibt es Ähnlichkeiten, wie beim Messstellen- Netz des Grundwassers! Wenige Anhaltspunkte werden als umfängliche Dokumentation bemüht! Wo leben wir, hier herrscht nur noch die selektive Wahrnehmung, und da werden ... mehr anzeigen

von Harald Butenschön

Wissenschaftliche Standards?

Die Gruppe um Seibold untersuchte nun 150 Standorte in Graslandschaften jährlich zwei Mal. Von den insgesamt 140 Waldstandorten wurden 30 einmal pro Jahr unter die Lupe genommen, der Rest an drei Jahren innerhalb des Jahrzehnts. Nun stelle man sich vor das Fernsehprogramm zu ... mehr anzeigen

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