Düngeverordnung

Nitrat: Belastete Gebiete werden vereinheitlicht Plus

Mehr Qualität und Quantität der Messstellen sowie einheitliche Kriterien zur Ausweisung sollen mehr Verursachergerechtigkeit bringen – Länder- und Verbändeanhörung zur Verwaltungsvorschrift startet.

Im Zuge der Änderung der Düngeverordnung legt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft nach eigenen Angaben Wert auf eine einheitliche Ausweisung der belasteten Gebiete („rote Gebiete“). Bisher wurde das von den Ländern unterschiedlich gehandhabt, was zu Wettbewerbsverzerrungen und Ungleichbehandlungen geführt hat.

Die Kriterien für eine Vereinheitlichung wurden von einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe erarbeitet und im Entwurf einer Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV) festgelegt. Im Mittelpunkt stehen dabei qualitative Verbesserungen bei den Anforderungen an eine Grundwasser-Messstelle sowie eine verbindliche Festlegung einer Mindestdichte an Messstellen – auf 50 Quadratkilometer soll es künftig mindestens eine Messstelle geben. Zur Verwaltungsvorschrift hatKlöckner nun die Ressortabstimmung sowie parallel die Länder- und Verbändeanhörung eingeleitet.

Die Bundesministerin betont: „Die bundeseinheitlichen Kriterien sind ein wichtiger Schritt für mehr Fairness, Verursachergerechtigkeit und Nachvollziehbarkeit. Bisher sind die Bundesländer hier unterschiedlich vorgegangen. Das hat zu Unmut bei den Landwirten geführt. Dort, wo zu viel gedüngt worden ist, muss sich was ändern, das wissen auch die Bauern. Aber keiner will verständlicherweise für etwas verhaftet werden, wofür er gar nicht verantwortlich ist. Hier sorgen wir nun für Transparenz und Vergleichbarkeit. Die passgenaue Ausweisung roter Gebiete durch...

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Diskussionen zum Artikel

von Erwin Imschloss

Sippenhaft

In welcher Bananenrepuplik leben wir? Eine Meßstelle für 5000 ha? Was kann ich dafür, was auf den 4930 ha getrieben wird, die ich nicht bewirtschafte? Betriebe, die eine vernünftige Stoffstrombilanz aufweisen, haben sich bisher richtig verhalten, und dürfen nicht für die Sünden ... mehr anzeigen

von

Ich sehe die Verbesserungen noch nicht wirklich

Wenn der landwirtschaftliche Eintrag an Phosphor 20 % überschreitet, werden Maßnahmen ergriffen. Die anderen 80 Prozent dürfen fleißig weiter eintragen? Wie soll sich dann etwas ändern, und wer legt fest, was landwirtschaftlich ist? Wenn alle 4 Jahre überprüft werden soll, die ... mehr anzeigen

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Die sind abgewichst,

die werden weiter nach der Unwahrheit suchen.

von Andreas Gerner

In meinem angeblichen Roten Gebiet

sind 2 von 3 WRRL Messstellen und alle 5 weiteren Messstellen OBERFLÄCHENWASSER. Nicht etwa Oberflächennahes Grundwasser. Probennahme = Aus dem Graben schöpfen. Hat dies nun endlich ein Ende? Oder ist dies auch nach der Vereinheitlichung möglich?

von Wilhelm Grimm

Es wird sich nichts ändern.

1 Messstelle auf 50 Quadratkilometer, da wird sich schon die RICHTIGE finden lassen.

von Martin Fries

das ist schon die erste Backpfeife

wer immer sich in den letzten Monaten mit den Beamten unterhalten, ihre Papiere gelesen hat- wie oft mussten wir "Laien" uns von den "Fachleuten" sagen lassen, dass alles, was mit Messstellen und Werten zu tun hat, geprüft und seine Richtigkeit hat. Und nun wird von "Oben" festgestellt- ... mehr anzeigen

von Michael Lechner

Phosphat ist der nächste Sargnagel

20 % am Gesamteintrag Phosphat aus der Landwirtschaft => Rotes Gebiet? Wenn also aus der Kläranlage 79 % und von "der Landwirtschaft" 21% Eintrag kommen, dann werden die Bauern bestraft!?! Ich seh schon das Wasserwirtschaftsamt mit dem großen Rechenschieber auf dem immer über 20 % ... mehr anzeigen

von Diedrich Stroman

Messstellen Desaster!

Das nennt man auch schlechtes Gewissen, da arbeiten die möchtegern Experten um ihr eigenes Desaster was man selber verursacht hat zu kaschieren! Man hat Lunte gerochen, und will sich vor Gericht keine Backpfeife und watschen abholen!!!Hoffentlich bleiben die Richter standhaft!!!Der ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Richter, die grün sind,

bleiben mit Sicherheit standhaft.

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