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So sieht der „Niedersächsische Weg“ im Detail aus

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat am Montag zusammen mit Naturschützern, Bauern und Vertretern der Landwirtschaftskammer die Bedeutung des „Niedersächsischen Wegs“ erläutert.

Erstmals haben sich ein Bundesland, Naturschutzverbände und Landwirte auf eine verbindliche Agenda für mehr Natur-, Arten- und Gewässerschutz geeinigt. Bei einer Pressekonferenz an einem Blühstreifen zwischen Mesmerode und Idensen stellten alle Beteiligten am Montag die jetzt unterzeichnete Rahmenvereinbarung vor.

Geschlossen haben sie das niedersächsische Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, der NABU Niedersachsen, der BUND Niedersachsen, der Bauernverband Niedersachsen und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Wie es im Vorwort heißt, stehe der Natur-, Arten- und Gewässerschutz vor großen Herausforderungen. Durch verschiedene Einflüsse wie die Zerschneidung der Landschaft, die Intensivierung der Landnutzung oder auch anderweitig verursachte Veränderungen von Lebensräumen gehe die Biodiversiät zurück.

Studien belegten, dass in vielen Bereichen nicht nur die Anzahl der Arten, sondern auch deren Abundanz teilweise dramatisch abgenommen hat und weiter abnimmt. Auch die Qualität der Gewässer müsse gesichert und bei Bedarf verbessert werden. Durch den Eintrag von verschiedenen Stoffen in die Gewässer, bauliche Veränderungen, die die Durchgängigkeit beeinträchtigen, oder die Begradigung von Gewässern würden schützenswerte Lebensräume verloren gehen, schützenswerte Arten seien bedroht.

Aus Sicht der Verbände besteht dringender Handlungsbedarf, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Dies könne nur gemeinsam geschehen. Landwirte seien dabei wichtige Partner im Naturschutz. Sie prägten und erhielten durch ihre Arbeit schützenswerte Kulturlandschaften. Diese Gebiete müssten im Rahmen des Schutzzwecks adäquat bewirtschaftet werden können.

Das Schaffen eines Gleichgewichtes zwischen Ökologie und Ökonomie ist aus Sicht der Unterzeichner aber unabdingbar, um die Natur in ihrer Vielfalt und Funktionsfähigkeit auch für die nachfolgenden Generationen erhalten zu können.

Die Landesregierung verpflichtet sich daher gemeinsam mit Akteuren der Landwirtschaft und des Naturschutzes die Maßnahmen des nun veröffentlichten Plans für mehr Natur- und Artenschutz konsequent umzusetzen. Die Landesregierung werde dazu einen geeigneten und fairen Ausgleich wirtschaftlicher Nachteile, die z.B. den Landwirten oder den Niedersächsischen Landesforsten entstehen, sicherstellen.

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