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So nimmt man die Nachbarn beim Stallbau mit

Familie Horn ging es so wie vielen Landwirtsfamilien: Der geplante Stallneubau traf in der Gemeinde auf heftigen Widerstand. Mit Offenheit und Transparenz konnten die Kritiker aber überzeugt werden.

Lesezeit: 3 Minuten

Der Um- oder Neubau von Ställen birgt viel Konfliktpotenzial mit Anwohnern und Kommunen. Familie Horn aus Lage bei Bielefeld hat aber einen Weg gefunden, Nachbarn und Kritiker zu überzeugen.

Der Hof Horn betreibt auf rund 100 ha Ackerbau – maßgeblich zur Futtergewinnung und hält etwa 9.000 Legehennen in Freilandhaltung. Die Eier werden überwiegend direkt vermarktet.

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Aufgeben oder Weitermachen?

Wie Sebastian Horn beim DLG-Winterforum am vergangenen Mittwoch in Hannover berichtete, stand die Familie 2017 wegen auslaufender Stallpachtverträge vor der Entscheidung, selbst zu bauen oder aus der Hennenhaltung auszusteigen. Entschieden hat man sich für den Stallneubau, was aber neue Hürden mit sich brachte.

Knapp außerhalb eines Luftkurortes und in optisch exponierter Lage habe man rasch Teile der Bevölkerung, aber auch Vertreter der Politik gegen sich gehabt. „Die wollten den Stall nicht“, verdeutlichte Horn. Der Widerstand war zeitweise so groß gewesen, dass die Familie ganze fünf Mal ans Aufgeben gedacht hat. Ein besonderer Tiefpunkt seien Anfragen der Lokalzeitung nach dem Motto „Entweder schreiben wir einen Artikel mit Euch oder ohne Euch“ gewesen, so der Junglandwirt.

Medien und Anwohner beteiligt

Die Wende brachte ihm zufolge die totale Offenheit und Transparenz, mit der Familie Horn das Bauvorhaben und die Begleitumstände mit allen Interessierten geteilt hat. Das überzeugte offenbar auch die Medien. Tatsächlich seien die meisten Artikel fair gewesen und hätten das Projekt letztlich sogar unterstützt, was seinerseits Politik und Behörden in die richtige Richtung gelenkt habe, sagt Sebastian Horn.

Auch die Anwohner haben die Horns von Anfang an mitgenommen, sei es durch persönliche Gespräche, Updates auf Facebook oder auch durch einen Schaukasten am Bauort. Damit konnten auch individuelle Vorbehalte von Nachbarn aus dem Weg geräumt werden. Im Jahr 2021 wurde der Stall dann offiziell eingeweiht, was der Familie eine wirtschaftliche Zukunft eröffnete.

Hier hört es aber nicht auf, denn Familie Horn setzt weiter auf den engen Kontakt zur Bevölkerung, die schließlich oft genug auch Kunden sind. Dafür werden immer wieder Führungen angeboten und Feste auf dem Hof veranstaltet. Am Stall stehen zwei Hollywoodschaukeln, die von Spaziergängern gern in Anspruch genommen werden. Die Vorbehalte sind offenbar verschwunden. „Inzwischen ist unser Stall eine regelrechte Attraktion geworden“, meint Sebastian Horn. Für ihr offenes Kommunikationskonzept hat die Familie zwischenzeitlich zwei Sonderpreise im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen.

Sebastian Horns Fazit:

  • Offenheit gegenüber Fragen und Kritik
  • Proaktiv sein und Gegenstimmen möglichst früh entkräften
  • Breit kommunizieren, ob persönlich, in der Zeitung oder den Sozialen Medien
  • Auch dann Ruhe bewahren, wenn es eng wird

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