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Dieselersatz in Landmaschinen: Kommt das Pflanzenöl zurück?

Klimaschutzanforderungen und steigende Kosten sorgen dafür, dass auch der Diesel in der Landwirtschaft zur Diskussion steht. Auf einem Webinar zeigten Hersteller Alternativen auf.

Rund 2 Mrd. Liter Diesel verbrauchen Landmaschinen in Deutschland jedes Jahr – etwa 5 % des gesamten deutschen Dieselverbrauchs. Mit 5,4 Mio. t CO₂-Ausstoß entspricht das etwa 7,5 % der gesamten Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft. „Der Dieselersatz ist auf den ersten Blick nicht der ganz große Hebel, der Methanausstoß aus den Ställen oder Lachgasemissionen auf dem Acker verursachen deutlich mehr Emissionen“, sagt Dr. Edgar Remmele, Leiter der Abteilung „Erneuerbare Kraftstoffe und Materialien“ am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) im bayerischen Straubing. Auf einem Webinar zum Thema „Was tanken Traktoren morgen“ am vergangenen Montag machte er deutlich, dass der Ersatz von fossilem Diesel eine „niedrig hängende Frucht“ ist, also eine relativ einfache Möglichkeit, um in der Landwirtschaft Treibhausgase einzusparen.

Praxistauglichkeit ist gefragt

Das TFZ beschäftigt sich seit vielen Jahren mit möglichen Alternativen. „Es kommt dabei nicht nur auf das technisch Mögliche an, sondern auch auf die Praxistauglichkeit“, sagte der Experte. Dazu gehören die Einsatzzeiten der Maschinen, die mit einzelnen Dieselalternativen möglich sind.

Bei allen Maschinenkategorien (Hoflader, Standardtraktoren bis 111 kW und Großtraktoren für schwere Bodenarbeit bis 300 kW) liegen nur flüssige Kraftstoffe wie Pflanzenöl, Biodiesel oder HVO (Hydrotreated Vegetaible Oil, hydriertes Pflanzenöl) gleichauf mit Diesel. Damit sind bis zu zwölf Einsatzstunden möglich. Es folgen mit Abstrichen E85 (Ethanol-Benzin-Mischung) und flüssiges Erdgas (LNG). Biomethan bzw. CNG (auf 200 bar komprimiertes Gas) erreicht dagegen wegen der geringen Energiedichte keine drei Stunden. Ein Elektroantrieb erscheint nur bei Hofladen sinnvoll, hier sind mit einer Ladung etwas über 2 Stunden Arbeit möglich.

Vieles hängt zudem vom Kraftstoffpreis ab. „Wir hatten ja 2007 und 2008 eine starke Nachfrage nach Biokraftstoffen, aber nicht aus Klimaschutzgründen, sondern weil der Dieselpreis damals sehr hoch war“, blickte Remmele zurück. Bei fallenden Dieselpreisen ging die Nachfrage rasant zurück – sehr zur Enttäuschung der Landmaschinenindustrie oder der bis 600 dezentralen Ölmühlen in Deutschland, von denen heute nur noch ein Bruchteil übrig geblieben ist.

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