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topplus Atomenergie als Lösung?

Diskussionen um Atomausstieg: Fakten sprechen gegen die Technik

Ende des Jahres gehen weitere Atommeiler vom Netz. Das heizt die Diskussionen um die Technik wieder an. Eine neue Faktensammlung bestätigt aber, warum Atomkraft nicht zukunftsfähig ist.

Lesezeit: 4 Minuten

Am 31. Dezember 2021 wird das Kernkraftwerk Brokdorf (Schleswig-Holstein) endgültig seinen Betrieb einstellen. „Über Jahrzehnte hinweg haben Kernkraftwerke aus dem hohen Norden einen Beitrag zur gesamten Stromversorgung geleistet. Im Zuge des gesetzlich beschlossenen Atomausstiegs geht nun der letzte Meiler im Land vom Netz. Dieser Abschied von einer alten Technologie ist zugleich ein Aufbruch“, sagte Umwelt- und Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht. Der konsequente Ausbau der Erneuerbaren Energien werde nicht nur die Versorgung mit Strom und Wärme sichern. Er stelle auch eine große Chance für die Modernisierung unseres Landes, für klimaneutralen Wohlstand und Arbeitsplätze mit Zukunft dar, sagte Albrecht.

Der Bau des Kernkraftwerkes war von Protesten begleitet. So demonstrierten im Februar 1981 mehr als 100.000 Menschen gegen den Bau des Kernkraftwerks. Brokdorf wurde zu einem Symbol für den Widerstand gegen die Nutzung von Atomkraft zur Stromerzeugung. Nach seiner Inbetriebnahme im Oktober 1986 erwies sich das Werk entgegen den Befürchtungen vieler Kritiker über seine 35-jährige Betriebszeit hinweg als eines der am wenigsten störanfälligen Kernkraftwerke in Deutschland. In der Betriebszeit produzierte das Kernkraftwerk über 360.000 GWh Strom. Der Betreiber PreussenElektra rechnet damit, dass der Rückbau des Kernkraftwerkes sich bis zum Jahr 2040 erstrecken wird.

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An Silvester gehen außerdem die Atomkraftwerke Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen-C (Baden-Württemberg) vom Netz. Danach laufen in Deutschland noch die drei Leistungsreaktoren Lingen (Emsland), Neckarwestheim-2 (Baden-Württemberg) und Isar-2 (Bayern), die laut Atomgesetz spätestens Ende 2022 abgeschaltet werden müssen.

Keine Versorgungssicherheit

Während Deutschland aus der Technologie aussteigt, setzen andere Nationen mittlerweile verstärkt auf Atomstrom als vermeintlichem Energiegarant und Klimaschützer. „Doch das Beispiel Frankreich zeigt, dass auch der Einsatz nuklearer Energie keine Antwort auf die Energiepreise und den Klimawandel bietet“, erklärt der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) Niedersachsen|Bremen in einer aktuellen Pressemitteilung. Im Gegenteil: In Frankreich würden die teilweise sicherheitsbedingte Abschaltung von Atomkraftwerken (weniger als 70 % der installierten Leistung laufen aktuell) und der hohe Strombedarf durch die tiefen Temperaturen für einen massiven Import von Strom vor allem aus Deutschland sorgen.

Konventioneller Strom ist teuer

Der über Jahre verschleppte Ausbau an Erneuerbare-Energie-Anlagen rächt sich laut LEE: Wind- und Solarenergie sowie Wasserkraft würden niedrige Stromgestehungskosten garantieren, die deutlich unter den Gestehungskosten fossiler oder nuklear betriebener Kraftwerke lägen. Zudem seien die Sektorkopplung und die mit ihr eingehenden Speichermöglichkeiten für regenerative Energien in den vergangenen Jahren politisch vernachlässigt worden.

Doch wenn Wind und Sonne nicht ausreichend liefern könnten, müsse vorab gespeicherte erneuerbare Energie zur Verfügung stehen. Ansonsten käme es an wind- und sonnenschwachen Tagen zu neuen Rekordwerten an der Strombörse. Die Folge: Die Kilowattstunde koste aktuell mehr als 42 Cent. Verantwortlich dafür ist unter anderem der hohe Strompreis für fossile Energieträger.

Unwirtschaftliche und unsichere Technik

Verglichen mit einem Kohlekraftwerk stößt ein Kernkraftwerk sehr wenig Treibhausgase aus. „Das führt manchmal zu der Aussage, mit Atomstrom ließen sich die Klimaziele erreichen und die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius beschränken. Doch mit der Atomkraft sind so viele Risiken und Kosten verbunden, dass sie keine Rolle im nachhaltigen Energiemix der Zukunft spielen sollte“, erklärt das Öko-Institut. Die Wissenschaftler aus dem Fachbereich Physik und Energie haben Aussagen zur Atomkraft unter die Lupe genommen. Sie belegen ihre Aussagen mit internationalen Studien und anderen Fakten.

Die wichtigsten Ergebnisse

  1. Atomstrom verursacht wenige CO2-Emissionen. Doch das gilt natürlich auch für erneuerbare Energien.
  2. Wir brauchen keine neuen Atomkraftwerke, sondern einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien.
  3. Atomstrom ist teuer. Ökostrom ist billiger.
  4. Atomstrom spielt nur noch eine kleine Rolle im deutschen Strommix.
  5. Die Versorgungssicherheit kann gewährleistet werden, auch ohne Atomstrom.
  6. Neue Atomkraftwerke zu bauen lohnt sich nicht und die bestehenden sind im Schnitt schon über 30 Jahre alt.
  7. Die neuen Kernreaktoren der Generation 4 (Mini-AKW) sind in der Entwicklung, aber noch keiner ist marktreif. Das Atommüllproblem werden sie auch nicht lösen.
  8. Auch neue Kernreaktoren bieten keine volle Sicherheit.
  9. Erneuerbare Energien sind „nachhaltige Technologien“ und sollten als solche von der EU gefördert werden. Atomkraft nicht.
  10. Das Problem der hochradioaktiven Abfälle besteht weiter. Deutschland hat die Suche nach einem Standort neu gestartet. Dabei ist der beschlossene Atomausstieg eine wichtige Grundlage für den gesellschaftlich getragenen Suchprozess.

Die detailierte Faktensammlung mit Links zu den Studien und anderen Belegen finden Sie unter https://blog.oeko.de/hochradioaktive-abfaelle-co2-kosten-sicherheit-faktencheck-zur-kernenergie/

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