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Erlösabschöpfung behindert grüne Wasserstoffproduktion

Bayerns größter Elektrolyseur in Wunsiedel kommt wegen der geplanten Abschöpfung von Überschusserlösen in Schwierigkeiten. Der BEE hat zur Erlösabschöpfung eine Handreichung veröffentlicht.

Lesezeit: 3 Minuten

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger hat in einem Brief Bundeswirtschaftminister Robert Habeck aufgefordert, Ausnahmen bei der im Rahmen des Strompreisbremsegesetzes eingeführten Erlösabschöpfung zuzulassen. Aiwanger reagiert damit auf die bekanntgewordenen Probleme bei der Produktion von grünem Wasserstoff im oberfränkischen Wunsiedel. Bayerns größter Elektrolyseur mit einer Leistung von 8,75 MW steht wegen der neueingeführten Regelungen zur Abschöpfung von Überschusserlösen von Stromerzeugern vor großen Herausforderungen.

Grünstrom fehlt

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Hintergrund: Der in Wunsiedel geplante Direktvertrag mit einem Anbieter von Windstrom kann wegen der Ausgestaltung der Strompreisbremse nicht abgeschlossen werden. Denn der Stromanbieter muss mit einer Erlösabschöpfung rechnen, die anhand der hohen Preise an der Strombörse berechnet wird - selbst wenn er den Strom günstiger direkt an den Betreiber eines Elektrolyseurs verkaufen würde. Ohne günstigen Grünstrom, der über einen Direktvertrag geliefert wird, ist grüner Wasserstoff - wie zum Beispiel in Wunsiedel geplant - aber nicht herstellbar.

Aiwanger: „Der Bund ruiniert mit dieser Systematik die Energiewende. Das muss dringend korrigiert werden. Es kann doch nicht sein, dass wir in der ganzen Welt herumfahren und uns um Wasserstoffimporte bemühen, und zuhause legen wir die Wasserstoffproduktion lahm.“ Im Rahmen des Abschöpfungsmechanismus sollte es für Stromlieferverträge mit Elektrolyseuren eine Ausnahme geben. Die Abschöpfung dürfe nur auf die tatsächlichen Erlöse berechnet werden und nicht auf die am Spotmarkt erzielbaren Preise.

Heimische Wasserstoffproduktion wichtig

In dem Brief an den Bundesminister hebt Aiwanger hervor: „Die heimische Produktion von grünem Wasserstoff ist ein entscheidender Baustein für eine nachhaltige Energieversorgung in Deutschland. Ein herausragendes Beispiel für innovative dezentrale Speicherlösungen stellt die Elektrolyseanlage im oberfränkischen Wunsiedel dar.“ Mit Unternehmergeist und viel Herzblut sei hier ein Zukunftsmodell entwickelt worden, bei dem erneuerbare Energien über den Energiespeicher Wasserstoff für verschiedene Anwendungen in Industrie und Mobilität verfügbar gemacht werden sollen. Jetzt stünde dieses Projekt aufgrund der im Dezember des vergangenen Jahres beschlossenen Bundesregelungen zur Abschöpfung von Überschusserlösen vor immensen Herausforderungen.

Weiter schreibt der Bayerische Staatsminister: „Ich würde mich freuen, wenn sichergestellt wird, dass wir gerade denjenigen gemeinschaftlich den Rücken stärken, die die Energiewende mit innovativen Ideen und dem wirtschaftlichen Risiko vor Ort umsetzen.“

BEE-Handreichung zur Stromerlösabschöpfung

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hat zur Abschöpfung von sogenannten Überschusserlösen eine Handreichung veröffentlicht. Mit dieser praktische Hilfestellung sollen Anlagenbetreiber die Pflichten aus dem Strompreisbremsegesetz (StromPBG) erfüllen können. Die Handreichung können Sie hier herunterladen.

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