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topplus Fördermittel ausgeschöpft

Förderung von Ladesäulen für E-Autos gestoppt

Nach nicht einmal 24 Stunden war das erst am Dienstag dieser Woche vom Bundesverkehrsministerium aufgelegte Förderprogramm für Solar-Ladestationen aufgrund einer riesigen Nachfrage ausgeschöpft. 

Lesezeit: 4 Minuten

Das Bundesverkehrsministerium hatte am Dienstag (26. September) ein neues Förderprogramm mit Investitionszuschüssen für die Kombination einer Ladestation („Wallbox“) mit einer Photovoltaikanlage und einem Batteriespeicher gestartet. Die Förderung nach dem Programm 442 konnten Interessenten bei der staatlichen Bank KfW beantragen.

Doch nach nicht einmal 24 Stunden stoppte die KfW das Antragsverfahren schon wieder. „Aufgrund des enormen Interesses und der hohen Nach­frage sind die gewährten Haus­halts­mittel in Höhe von 300 Mio. € für das Jahr 2023 bereits ausgeschöpft. Insgesamt wurden rund 33.000 Anträge positiv entschieden“, berichtet die KfW.

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Viel Kritik

Nach dem plötzlichen Antragsstopp gab es auch Kritik am Ministerium und der KfW: „Schon am Morgen des 26. September schaltete die KfW das Antragsformular frei und stiftete Verwirrung. Im Merkblatt hieß es plötzlich, das Elektroauto müsse sechs Jahre benutzt werden, damit das Gesamtpaket aus Photovoltaik, Speicher und Wallbox gefördert werde. Im amtlichen Text ist davon keine Rede“, schrieb das Computermagazin c’t.

Zudem sei ein Kostenvoranschlag eines Unternehmens nötig gewesen, den Antragsteller hochladen mussten, um weiterzukommen. Im Merkblatt sei der zuvor lediglich empfohlen worden. Dieses Formular verschwand wenig später, dafür brach die Website meine.kfw.de unter der Last zusammen. Nur mit hartnäckigem Neuladen und Warten bekamen Interessierte überhaupt eine Seite zu sehen. „Das waren die klassischen Symptome eines Webservers, der mit zu vielen gleichzeitigen Anfragen überfordert ist“, sagt Jan Mahn, Redakteur beim Computermagazin c’t, der das Verfahren am Tag getestet und untersucht hat.

Weil das Prinzip galt, dass die Anträge bewilligt werden, bis der Fördertopf erschöpft ist, probierten es viele Interessenten gleich am ersten Tag und blieben beharrlich. „Solche Windhundverfahren sind für Webseitenbetreiber nicht einfach, weil sich die Probleme verstärken“, erklärt Mahn. Das Problem: Sobald die Seite langsam oder gar nicht mehr reagiert, laden die Benutzer immer wieder neu und die Last auf den Systemen erhöht sich immer weiter. „Da es pro Antrag um bis zu 10.000 € ging, waren die Nutzer verständlicherweise hartnäckig“, so der c’t-Redakteur.

Tobias Bank, Bundesgeschäftsführer der Partei „Die Linke“ sieht die Schuld dagegen beim Ministerium: „Das Antragschaos bei der Förderung von Solar-Ladestationen ist ein Armutszeugnis für das Digitalministerium und seinen Minister Volker Wissing. Der Satz ‚Hoppla, da ist etwas schiefgegangen’, den viele Antragsteller in den vergangenen 24 Stunden öfter zu lesen bekamen, ist symptomatisch für ein offenbar unfähiges Ministerium.“

Beim Antragsverfahren habe es keine Nachweispflicht gegeben. Erst drei Tage zuvor wurde die Liste der für große Teile des Marktes offenbar noch zu neuen Wallboxen veröffentlicht und die rechtzeitige Registrierung wäre plötzlich nicht mehr gültig gewesen. „Kein Wunder, dass der Server der KfW bei einer gleichzeitigen Neuregistrierung aller Antragsteller zwischenzeitlich zusammenbrach. Bis heute haben viele noch keine Bestätigung erhalten, was zu Mehrfach-Anträgen und zusätzlichem Chaos führte“, bemängelt Bank.

BSW: „Auch ohne Förderung wirtschaftlich“

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) zeigte sich über das große Interesse in der Bevölkerung an privaten „Solartankstellen“ erfreut, zugleich aber auch wenig überrascht. Schon vor Auflage der Förderung habe es einen Solarboom in deutschen Eigenheimsiedlungen gegeben. Im ersten Halbjahr habe sich die Nachfrage nach Solarstromanlagen bereits gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.

Nach einer BSW-Befragung von Solarinstallateuren würden rund 78 % der Käufer eines Photovoltaik-Daches zugleich einen Solarstromspeicher installieren und 42 % eine Wallbox zur Beladung des eigenen E-Autos mit Ökostrom. Die Anschaffung eines E-Autos bleibe gerade in Kombination mit einer eigenen Solaranlage auch nach Auslaufen der KfW-Förderung 442 in aller Regel weiter interessant und mache sich bezahlt, so der BSW.

Dies gelte insbesondere dann, wenn E-Autos mit preiswertem Solarstrom betrieben werden. Solarstrom könne in Deutschland vom eigenen Hausdach aus neuen Solarstromanlagen i.d.R. bereits zu deutlich weniger als einem Drittel der Kosten erzeugt werden, die Haushalte für den Strombezug aus dem Netz bezahlen müssten.

Der BSW geht nicht davon aus, dass es zu einer Neuauflage der Solartankstellen-Förderung kommen werde und empfiehlt Immobilienbesitzer:innen, sich bei Solar-Fachbetrieben beraten zu lassen, wie eine kluge Auslegung eines Solarsystems inkl. Solartankstelle und Speicher sowie alternative Finanzierung sinnvoll darstellbar ist. Zur Darlehensfinanzierung von Solarstromanlagen und Solarstromspeichern stünde auch weiterhin das KfW 270 – Programm zur Verfügung.

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