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Hitachi Zosen Inova: Zwei neue Anlagen für Bio-LNG aus Biogas

Das Schweizer Unternehmen baut eine Verflüssigungsanlage für Bioemethan in Apensen zusammen mit der Bioenergie Geest sowie in Zörbig mit der Verbio AG. Auch für die CO2-Vermarktung gibt es Lösungen.

Lesezeit: 3 Minuten

Ende April unterzeichneten die Bioenergie Geest und das schweizerische Green-Tech Unternehmen Hitachi Zosen Inova (HZI) den Vertrag zur Gründung der Joint-Venture-Gesellschaft Apensen Verflüssigungs GmbH & Co. KG.

Die Bioenergie Geest betreibt in Apensen in Niedersachsen bereits seit 2011 eine Vergärungsanlage sowie eine Biogasaufbereitungsanlage, welche von der Vorgängerfirma der heutigen HZI BioMethan GmbH geliefert wurde. Auf Basis nachwachsender Rohstoffe wird hier Biomethan erzeugt und ins Netz eingespeist. Dieses klassische Anlagenkonzept wird nun weiterentwickelt. Dafür wird einerseits die Substratzufuhr der Anlage auf über 80 % nachhaltige Einsatzstoffe wie Gülle und Mist umgestellt. Andererseits wird die bestehende Gasaufbereitungsanlage ergänzt durch neue Systeme zur Methan- und CO2-Verflüssigung. Der Strom für die neuen Anlagenteile soll zudem mit dem eigenen, bereits bestehenden Blockheizkraftwerk erzeugt werden.

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Auch CO₂-Vermarktung angestrebt

Aus den rund jährlich produzierten 32 GWh Rohbiogas entstehen somit in Zukunft jährlich ca. 2100 t biogenes Flüssiggas für den Treibstoffmarkt. Ausserdem fallen über 4000 t flüssiges CO2 als Nebenprodukt an, welches fossil erzeugtes CO2 in der Industrie ersetzt. Diese Veredelung des Biogases geht mit einer beträchtlichen Treibhausgas-Reduktion einher: Über 20.000 Jahrestonnen CO2-Äquivalente können in Form von Treibhausgasquoten (THG-Quoten) im Rahmen der neuen deutschen Gesetzgebung geltend gemacht und verkauft werden. Somit ist die gesamte Herstellungskette nach Unternehmensangaben nicht nur CO2-neutral, sondern hat einen negativen CO2-Fußabdruck.

THG-Quotenerlös als Geschäftsmodell


Genau diese Minderungen von Treibhausgasen, die in Form von THG-Quoten berechnet und gehandelt werden, ermöglichen die Investitionen in die für den Prozess nötige kryogene Verflüssigungstechnik. Basis dafür ist die europäische Richtlinie für erneuerbare Energien (RED II), welche den Mitgliedstaaten konkrete Verpflichtungen auferlegt, wie zum Beispiel den Treibstoffmix zunehmend grüner zu gestalten. In Deutschland wird dieses Ziel durch Treibhausgasminderungsquoten innerhalb des Bundes-Immissionsschutzgesetzes umgesetzt. Das Gesetz verpflichtet Inverkehrbringer von fossilen Treibstoffen ihren CO2-Fussabdruck bis 2030 um 25 % zu reduzieren (in Bezug aufs Jahr 2010). Dieser Umstand löste in jüngster Vergangenheit eine beachtliche Nachfrage nach nachhaltigen Biokraftstoffen und den damit verbunden THG-Quoten aus.

Gemäss des Umsetzungsplans soll der Baubeginn für die Anlage in Apensen noch in diesem Jahr erfolgen, sodass gegen Ende 2023 reines Bio-LNG produziert werden kann.

Verflüssigung in Zörbig

Hitachi Zosen Inova BioMethan aus Zeven übernimmt im Auftrag der Verbio AG am Standort Zörbig den Bau einer Gasreinigungsanlage zur Aufbereitung von Biomethan. Das von Verbio hergestellte Biomethan wird zukünftig in einer BioLNG-Anlage verflüssigt und im Kraftstoffmarkt eingesetzt.
Verbio produziert an dem Standort in Sachsen-Anhalt seit 2011 eine Biomethan. Das erneuerbare Gas wird ausschliesslich aus Reststoffen hergestellt und als Biokraftstoff für CNG-Fahrzeuge eingesetzt. Der Kraftstoff erreicht eine CO2-Reduktion von mindestens 90 % gegenüber Diesel und Benzin und ist für den Antrieb von PKW, LKW und Bussen im ÖPNV geeignet. Bisher wird das produzierte Biomethan vollständig in das Erdgasnetz eingespeist und als Bio-CNG in gasförmigem Zustand an CNG-Stationen bereitgestellt. Zukünftig soll das Biomethan verflüssigt und als Bio-LNG angeboten werden. Damit eröffnet sich ein grosses Potenzial im Bereich der schweren LKW im Güterfernverkehr.

Da das zum Einsatz kommende Biomethan bereits die erforderliche Erdgasnetz-Qualität besitzt, muss zur Aufbereitung für den Kraftstoffmarkt entsprechend weniger CO2 aus dem Volumenstrom entfernt werden. So kann die CO2-Abtrennungsanlage von HZI trotz geringerer Dimensionierung die Volumenströme erhöhen und den Durchsatz steigern.

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