Zuletzt aktualisiert am 07.12.22 um 3:51 Uhr

Thema

Gülle und Wirtschaftsdünger

Gülle setzt sich hauptsächlich aus tierischen Ausscheidungen wie Urin und Kot zusammen und wird in der Land- und Forstwirtschaft aufgrund des hohen Gehalts an gebundenem Stickstoff, Phosphor und Kalium als natürlicher Dünger auf Nutzflächen eingesetzt. In Deutschland werden jährlich über 200 Millionen Tonnen Gülle auf Feldern, Wiesen und Äckern ausgefahren. Landwirte und Betriebe müssen sich bei der Ausbringung der Gülle auf landwirtschaftlichen Flächen an den rechtlichen Beschränkungen der Düngeverordnung (DüV) orientieren und dürfen bei bestimmten Witterungsbedingungen wie Überschwemmungen oder Frost sowie während der winterlichen Kernsperrzeit keine Gülle ausfahren. Durch die regelmäßigen tierischen Ausscheidungen entstehen auch außerhalb der Gülle-Zeiten größere Güllemengen, die erhöhte Lagerkapazitäten in geschlossenen oder offenen Silosystemen erforderlich machen. Je nach Tierart wird Gülle in verschiedene Gruppen wie Schweine- oder Rindergülle differenziert und unterscheidet sich diesbezüglich auch in der Zusammensetzung der enthaltenen Nährstoffe. Durch bestimmte Inhaltsstoffe birgt Gülle in übermäßig großen Ausbringungsmengen verschiedene Gefahren und Risiken für die Umwelt, wenn Stoffe wie Ammonium oder Nitrat durch Einsickerungen in tiefere Bodenschichten gelangen und sich so beispielsweise in Grund- und Oberflächenwasser verteilen können. Um erhöhte Nitratgehalte, Rückstände von Tierarzneimitteln oder anderen Inhaltsstoffen im Grundwasser zu vermeiden, werden rechtliche Rahmenbestimmungen wie Grenzwerte, Ausbringungsverbote und Grundsätze der Düngemittelanwendung in der seit 1996 existenten Düngeverordnung geregelt. Trotz der angegebenen Beschränkungen gerät die Ausbringungsmenge von Gülle durch überschrittene Grenzwerte und erhöhte Nitratkonzentrationen immer wieder in die Kritik: Nach Angaben der EU-Kommission kommt Deutschland in der Europäischen Union auf die zweithöchste Nitratkonzentration im Wasser, die laut Kommission vorwiegend auf landwirtschaftliche Quellen wie Gülle oder Mist zurückzuführen sei.

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