Biogas als Kraftstoff

Künftiger Antrieb: Biogas, Strom – oder beides?

Bei einer Diskussionsrunde des Fachverbandes Biogas zur Zukunft der Mobilität zeigten Experten auf, welche Chancen und Hemmnisse es für Biogas als Kraftstoff gibt.

Bis zum Jahr 2030 könnte es in Deutschland 14 Mio. Elektrofahrzeuge geben. Mit vielen Förderprogrammen und wohlwollenden Rahmenbedingungen puscht die Bundesregierung den Umbau der Mobilität in Richtung Elektromobilität. Aber ist das der richtige Weg mit Blick auf den Klimaschutz? Welche Alternativen gibt es? Und könnte die Biomethanproduktion zu Kraftstoffen bestehenden Biogasanlagen eine Perspektive bieten, die demnächst keine Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mehr erhalten? Dieser Frage gingen vergangene Woche vier Experten bei der digitalen Diskussionsrunde „Klimafreundlicher Kraftstoff Biogas: Warum steht die Politik auf der Bremse?“ nach, die der Fachverband Biogas im Rahmen der Aktionswoche „Biogas to Drive“ durchgeführt hatte. Dazu gab es unterschiedliche Statements:

Kritik an Flottenregulierung

Prof. Dr. Thomas Willner, Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW): „Die Politik spielt Elektromobilität gegen alternative Kraftstoffe aus. Das ist in mehrfacher Hinsicht ein Fehler: Zum einen erhöht die Elektromobilität die CO₂-Emissionen allein wegen der Batterieproduktion. Auch dauert es zu lange, bis weltweit genügend Fahrzeuge auf dem Markt sind, die ausschließlich mit erneuerbarem Strom fahren. Ein weiteres Problem: Deutschland begibt sich bei der Batterieproduktion in eine starke Rohstoffabhängigkeit von China. Zudem werden die Preise für Rohstoffe stark steigen. Alternative Kraftstoffe dagegen sind heute schon verfügbar und könnten sofort dazu beitragen, die CO₂-Emissionen im Verkehr zu reduzieren. Ein politisch falsches Signal sendet die Flottenregulierung aus. Danach müssen Automobilhersteller einen durchschnittlichen Grenzwert von 95...


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