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Wasserkraftbranche in Existenznot: Offener Brief an Habeck

Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke und der Bundesverband Erneuerbare Energie mahnen Änderungen im EEG-Entwurf an, weil sonst eine Abschaffung der Technik droht.

Lesezeit: 3 Minuten

In einem offenen Brief haben der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) und der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) an Bundesminister Robert Habeck appelliert, die Änderungsvorschläge für Wasserkraftanlagen bis 500 Kilowatt Leistung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2023 rückgängig zu machen. Bei Umsetzung des Gesetzentwurfs droht ein existenzvernichtender Rückbau von rund 90 % der etwa 7.300 Wasserkraftanlagen in Deutschland. Um das durch Studien belegte Potenzial der Wasserkraft für die Energiewende und den Klimaschutz auszuschöpfen, sollten vielmehr die Rahmenbedingungen für die Anlagen verbessert werden.

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Die sogenannte „kleine“ Wasserkraft ist eine wesentliche und stabilisierende Komponente im deutschen Energieversorgungssystem. Sie stehe für die verlässliche, flexibel regelbare und versorgungssichere Erzeugung von rund 3 TWh Strom pro Jahr, mit denen ca. 1 Mio. Haushalte mit klimafreundlicher Energie versorgt werden könnten, betonen die Verbände. Diese Anlagen würden gleichzeitig jährlich rund 3 Mio. t Treibhausgasemissionen sowie Umweltkosten von mehr als 580 Mio. € vermeiden. „Das ist angesichts der Kostenkrise fossiler Energieträger und der Klimakrise ein signifikanter Beitrag, auf den wir nicht verzichten können“, betont BDW-Präsident Hans-Peter Lang.

Gewässerökologie stimmt

Dass die Anlagen gewässerökologisch verträglich sind, werde durch die strengen Anforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sichergestellt. Technologien für einen funktionierenden Fischschutz, Fischauf- und -abstieg würden seit vielen Jahren mit Erfolg in der Praxis eingesetzt. Dass die Wasserkraft nicht für den häufig schlechten ökologischen Zustand der Fließgewässer verantwortlich sein könne, belege schon allein die Tatsache, dass nur an rund 5 % der mehr als 200.000 Querbauwerke in Deutschland Wasserkraftanlagen betrieben werden. „Die Betreiber tragen vielmehr dazu bei, den Gewässerzustand zu verbessern, indem sie zum Beispiel Müll entnehmen und entsorgen“, argumentiert Dr. Helge Beyer, Geschäftsführer des BDW.

Die aktuellen klima- und energiepolitischen, aber auch geopolitischen Herausforderungen erlauben keinen Rückbau einer gesamten Erneuerbaren Branche, so das Fazit der Verbände in dem offenen Brief. Die Wasserkraft brauche Unterstützung statt Abschaffung.

Weniger Netzausbau

Die netzdienlichen Eigenschaften der Wasserkraft vermeiden Netzausbaukosten von rund einer Mrd. €. Sie würden als Basis für die Integration des Ausbaus der fluktuierenden Wind- und Solarenergie in einem System mit 100 % erneuerbaren Energien dringend benötigt. Das hat der BEE jüngst in seiner Studie „Klimaneutrales Stromsystem“ zusammen mit zwei Fraunhofer Instituten belegt. „Ein dezentrales Backup aus heimischen Erneuerbaren-Anlagen ist betriebs- und volkswirtschaftlich günstiger, klimafreundlich und versorgungssicher. Das wollen wir in der Plattform ‚Klimaneutrales Stromsystem‘ zeigen“, sagt BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter.

„Wenn ich den Energieversorger vor Ort habe, brauche ich nicht den Strom aus dem Norden. Eine Stromautobahn aus dem Norden in den Süden ist definitiv nicht ökologischer als die Wasserkraft", betonte Bernhard Mücke, erster Bürgermeister von Oberding/Schwaig, anlässlich der bayerischen „Tage der Wasserkraft“ Ende Mai. Bayern sei ein Wasserkraftland, die Wasserkraft müsse erhalten bleiben.

Rückendeckung durch Windbranche

Die Erneuerbaren Energien sind abhängig von den Jahreszeiten und dem Wetter. „Durch den Mix aller fünf Arten (Bioenergie, Geothermie, Solar, Wasser- und Windkraft) wie auch durch Lastmanagement und den Stromverbund kann die Versorgungssicherheit garantiert werden“, betont Raimund Kamm, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien in Bayern.

Beim Mix der erneuerbaren Energien sei auch die Kleine Wasserkraft wichtig. Sie dürfe nicht, wie jetzt in Berlin geplant, diskriminiert werden. Selbstverständlich müsse sie die Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie, gerade die Schaffung der Durchgängigkeit, erfüllen. „Sie wird angesichts zu befürchtender Cyberangriffe auf die deutschen Stromnetze nochmal wichtiger, da sie auch dezentral eine Notstromversorgung bietet und mit ihren drehenden Massen den Wiederaufbau der Stromnetze fördert“, nennt Kamm ein weiteres Argument.

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