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Windenergie: Zweitschwächstes Halbjahr seit 15 Jahren

Die Windenergie kommt in Deutschland nur langsam voran, obwohl sie als wichtige Säule der Energiewende gilt. Die meisten neuen Anlagen stehen in Brandenburg.

Lesezeit: 4 Minuten

Bis Ende Juni wurden deutschlandweit 186 Windenergieanlagen mit 587 MW Bruttoleistung in Betrieb genommen. Das sind zwar doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum 2019. Dennoch ist der diesjährige Sechsmonatswert nach dem 1. Halbjahr 2019 das zweitschwächste Zubau-Halbjahr innerhalb der letzten 15 Jahre, zeigt eine Auswertung der Fachagentur Windenergie an Land. Bis auf die drei Stadtstaaten gingen in allen Bundesländern neue Windräder ans Netz. Die meisten davon in Brandenburg (31 Anlagen, 96 MW), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (28) sowie Niedersachsen und Rheinland-Pfalz (je 20). Gleichzeitig wurden in Deutschland 66 Anlagen stillgelegt. Nach Abzug der registrierten Anlagenstilllegungen beträgt der Netto-Zubau Ende Juni 528 MW.

Auch wenig Genehmigungen

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Eine Baugenehmigung erhielten bis Juni 288 Windturbinen mit zusammen 1.168 MW Leistung. Im Ländervergleich führt hier Schleswig-Holstein (72 WEA, 290 MW). Auch die Genehmigungszahlen sind gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 deutlich gestiegen, dennoch liegt die Zahl der neu genehmigten Anlagen 60% unter dem was in den Vergleichszeiträumen 2014 bis 2016 durchschnittlich genehmigt wurde.

Die von Januar bis Juni registrierten Außerbetriebnahmen lassen noch kein Trend zu stark steigenden Stilllegungszahlen aufgrund des zum Jahreswechsel bevorstehenden Förderendes für erste Windturbinen erkennen.

BWE: Energiewende bleibt auf der Strecke

„Auch wenn die Zubauzahlen und Genehmigungen bei der Windenergie an Land zeigen langsam wieder nach oben zeigen sind wir von einer wirklichen Dynamik weit entfernt. Die Schwäche im Zubau besteht weiter und trägt den Erfordernissen der Energiewende nach wie vor in keiner Weise Rechnung“, erklärt Hermann Albers, Präsident Bundesverband Windenergie.

Ohne sehr schnelle gesetzliche Regelungen werde die Delle beim Ausbau der Windenergie an Land unnötig verlängert. Die Aufgabenliste des Windgipfels von September 2019 sei nach wie vor nicht abgearbeitet. Leicht zu lösende Aufgaben müssten jetzt geklärt werden. Dazu gehöre die Frage der Abstände um die Drehfunkfeuer. Allein damit seien Projekte im Umfang von rund 4.800 Megawatt blockiert. „Während die Energiewende u.a. mit der Nationalen Wasserstoffstrategie eigentlich beschleunigt wird, fehlt der dafür erforderliche zügige Zubau erneuerbarer Kapazitäten. Ein verbindliches Zeit- und Mengengerüst zur Erreichung der Ziele ist überfällig“, unterstreicht der Präsident.

Höfken fordert bessere Rahmenbedingungen südliche Bundesländer

„20 neue Windenergieanlagen mit insgesamt rund 65 Megawatt Leistung konnten in Rheinland-Pfalz im ersten Halbjahr 2020 gebaut werden – vor sieben Jahren lag der Zubau noch annähernd dreimal so hoch. Daher ist es nur ein schwacher Trost, dass wir aktuell beim Ausbau der Windenergienutzung im Bundesvergleich gut dastehen“, sagte Umwelt- und Energieministerin Ulrike Höfken anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Zahlen der Fachagentur Windenergie an Land. „Die verheerenden Schäden in unseren Wäldern oder der Rückgang der Grundwasserneubildung zeigen: Klimaschutz ist die einzige Lösung für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen und unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten“, sagte die Ministerin. Um den Klimawandel zu stoppen, sei ein naturverträglicher Ausbau der erneuerbaren Energien nötig.

„Mit der Windenergie sind erhebliche Wertschöpfung, Arbeitsplätze sowie eine konjunkturelle Entwicklung verbunden. Daher ist es fahrlässig, wenn der Bund nicht endlich die Hemmnisse beseitigt. Damit der Ausbau der erneuerbaren Energien Fahrt aufnehmen kann, muss die Bundesregierung endlich liefern“, kritisiert sie.

Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist längst überfällig. „Seit Jahren fordern wir einen besseren rechtlichen Rahmen wie die Öffnung des Ausbaudeckels im Erneuerbare-Energien-Gesetz oder eine Regionalisierungskomponente, um südliche Flächenländer bei der Ausschreibung nicht weiter zu benachteiligen. Der Bund hatte sich im Herbst 2019 Ziele für den Abbau von Hemmnissen gesetzt und muss nun endlich seine Hausaufgaben machen“, so Höfken weiter. Denn die Bundesregierung und die EU stellen die gesetzlichen Weichen für den Klimaschutz und die Energieversorgung der Zukunft: „Werden hier Hemmnisse verschleppt, hat das drastische Auswirkungen auf unser Engagement und unsere Möglichkeiten für den Klimaschutz.“

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