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Protestaktion

Windparkbetreiber demonstrieren vor dem NABU NRW

Mit zahlreichen Klagen verhindere der NABU in Nordrhein-Westfalen neue Windparks, kritisieren die Windparkbetreiber. Sie haben in der NABU-Landeszentrale zeitweilig den Strom abgeschaltet.

Lesezeit: 3 Minuten

„Wer den Ausbau der Erneuerbaren Energien verhindert, hat den Strom auch nicht verdient“. Mit diesen Worten haben Johannes Lackmann und Michael Flocke als Geschäftsführer der Windpark Wohlbedacht GmbH & Co. KG der NABU- Kreisgeschäftsstelle in Bad Lippspringe symbolisch eine Petroleumleuchte überreicht. Mit der Protestaktion wollen die Windparkbetreiber dagegen demonstrieren, dass der Landesverband des NABU auf für sie nicht nachvollziehbare Weise Windenergieprojekte in ganz NRW verhindere – darunter auch das vom Kreis Paderborn bereits genehmigte Repowering-Vorhaben des Windparks Wohlbedacht.

Klage trotz erheblicher Auflagen

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Der Antrag der Betreiber war von der Genehmigungsbehörde schon 2019 mit insgesamt 111 Auflagen für den Artenschutz positiv beschieden worden: Eine der Auflagen besagte, dass die elf neuen Anlagen zwischen Anfang März und Ende Oktober nur nachts betrieben werden dürften – zum Schutz eines dort vermuteten Rotmilans, dessen Art inzwischen nicht mehr auf der Liste der bedrohten Tierarten steht.

Trotz dieser umfassenden Betriebsbeschränkungen legte der NABU NRW Klage gegen die Genehmigung ein. „Und das mit zum Teil abenteuerlichen Begründungen“, bemängeln die Windmüller. So wurde unter anderem von den Naturschützern argumentiert, der Denkmalwert des nahegelegenen Gutes Wohlbedacht würde durch das Repowering-Projekt geschmälert. Zudem könnten die Anlagen durch die Abschaltauflagen ohnehin nicht wirtschaftlich betrieben werden. „Dass es dem NABU nicht um Naturschutz geht, wird spätestens dann klar, wenn man in der Klagebegründung liest, dass den Bewohnern von Gut Wohlbedacht demnach nicht zugemutet werden könne, auch tagsüber die Fenster geschlossen zu halten, um ihnen den Anblick der Windenergieanlagen zu ersparen“, resümieren Lackmann und Flocke.

Frieden währt nur kurz

Als die Klage vor dem Verwaltungsgericht nachvollziehbar zu scheitern drohte, akzeptierte der NABU NRW im Frühjahr 2021 einen gerichtlichen Vergleich. Das hatte für den Windpark Wohlbedacht umfangreiche Umplanungen und Änderungsgenehmigungen zur Folge. Doch der vermeintliche Frieden mit NABU währte nur sehr kurz: Schon wenige Wochen nach Abschluss des gerichtlichen Vergleichs reichte der NABU NRW Klage gegen den Bau des Umspannwerks ein, das den Netzanschluss für den Windpark Wohlbedacht sicherstellen sollte. So ist das Vorhaben weiterhin faktisch blockiert.

Strom abgeschaltet

„Das ist hinterhältig. Weil wir uns das nicht gefallen lassen, lassen wir den NABU spüren, wie es ist, keinen Strom zu haben. Wir haben deswegen am Sonntag auf einer Etage des NABU-Infozentrums den Stromkreis unterbrochen und die Wiederinbetriebnahme erschwert“, erklären die verärgerten Windparkbetreiber Lackmann und Flocke ihren Protest. Letzterer ist auch Betreiber des benachbarten Windparks Himmelreich, dessen Betrieb seit Jahren vom NABU über den Klageweg blockiert wird. Erst im Januar wurde ebenfalls durch den Naturschutzbund Klage gegen den angrenzenden Windpark Saure Heide eingereicht.

Die Klagewut des NABU NRW gegen erneuerbaren Energie-Projekte sei ein Hemmschuh für die Energiewende und in der Branche seit Jahren bekannt. Der Protest gegen den NRW-Landesverband, der mit seiner Position bundesweit weitgehend isoliert sei, gipfelte im Oktober vergangenen Jahres in einer vom LEE NRW (Landesverband Erneuerbare Energien NRW) organisierten Demonstration in der Nähe der NABU-Geschäftsstelle in Düsseldorf, an der auch die Windparkbetreiber Lackmann und Flocke teilnahmen. Die Übergabe einer Petroleumlampe als Suffizienzleuchte ist für beide nur die logische Konsequenz aus der windenergiefeindlichen Politik des NABU auf Landesebene. „Wer nicht sagt, wo der Strom herkommen soll, muss halt zukünftig auf ihn verzichten“.

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