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Sondervermögen Tierhaltung nötig

Geflügelverband MV beklagt „populistisch motivierten Abbau der Tierbestände“

Einheitliche EU-Tierschutzstandards und eine Finanzierungssicherung für den Umbau der Nutztierhaltung haben die Mitglieder des Geflügelwirtschaftsverbandes Mecklenburg-Vorpommern gefordert.

Lesezeit: 3 Minuten

Wer einen neuen Tierwohlstall baut, legt sich nach Bauart für rund 20 Jahre für das Gebäude und 10 Jahre für Inneneinrichtungen fest. Deshalb gilt es, die wirtschaftliche Entscheidung, einen neuen Stall zu bauen, gründlich zu bedenken. Denn bei einem Stallneubau geht es nicht allein um die Investition, sondern auch um das wirtschaftliche Betreiben der Ställe.

„Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass die Bundesregierung keinen Umbau, sondern einen schnellen, populistisch motivierten Abbau der Tierbestände in Deutschland will. Soll das eine Strategie sein?“, hinterfragt die Vorsitzende des Geflügelwirtschaftsverbandes MV, Marion Dorn, die aktuelle Bundeslandwirtschaftspolitik. Auf der Jahresmitgliederversammlung in Todendorf sprach sie die drängendsten Probleme an.

Sondervermögen Tierhaltung erforderlich

Wenn der Bund einen ehrlichen Umbau wolle, muss er nach Überzeugung Dorns zur Sicherung der Finanzierung des Umbaus der Nutztierhaltung ein „Sondervermögen Tierhaltung" bereitstellen.

Dieses sollte nach dem Vorbild des Sondervermögens zur Stärkung der Bundeswehr eingerichtet werden. „Nur ein zweckgebundenes Vermögen, das Legislaturperioden überdauert, kann uns Nutztierhaltern ausreichend Garantien für den Umbau der Tierhaltung geben und den Tierhaltungsstandort Deutschland sichern“, sagt sie.

Verbraucher müssen mitziehen

Eine hohe einheimische Nachfrage nach Tierwohl-Fleisch ist unverzichtbar, wenn ein Umbau der Ställe nachhaltig erfolgreich sein soll. Wenn die Menschen in diesem Land künftig nicht deutlich mehr Tierwohl-Fleisch als heute verzehren und auch dafür deutlich tiefer in die Tasche greifen, dann ist der aktuelle bundespolitische Plan schnell zu korrigieren. Wenn der Konsument nicht bereit ist, den Preis zu zahlen, sollte der Staat mit finanziellem Ausgleich dafür sorgen, dass Fleisch aus Deutschland wettbewerbsfähig bleibt.

Der Markt für Geflügelfleisch ist weiterhin auf den Preis ausgerichtet, bedauert Dorn. Auch wenn es bei einem der größten Lebensmitteleinzelhändler heißt: „Wir lieben Lebensmittel“, ist es so, dass häufig besonders günstiges Fleisch aus Ländern mit geringeren Standards kommt. Das ist normales Marktverhalten.

Deutsche Alleingänge unterlassen

Nur einheitliche europäische Standards bringen den Tierschutz in der Breite voran, sind die Mitglieder des Geflügelwirtschaftsverbandes Mecklenburg-Vorpommern überzeugt. Deutsche Alleingänge und eine Verlagerung von Tierhaltungen in Länder mit geringeren Standards seien der falsche Weg.

Die reguläre Hähnchen- und Putenmast steht in Deutschland im Wettbewerb mit einem schnell wachsenden Angebot aus Osteuropa. Sowohl die Verbraucher als auch die Kunden aus dem Einzelhandel, dem Großhandel und der Gastronomie versuchen, die Kosten zu senken. Teurere Produkte, Konzepte und Vertriebskanäle stehen unter Druck, sodass preisgünstigere Produkte an Attraktivität gewinnen.

„Deutsche Alleingänge in der Nutztierhaltung, wie aktuell in der Putenhaltung auf der Agenda, führen dazu, dass wir nicht mehr wettbewerbsfähig gegenüber unseren europäischen Nachbarn sein werden.

Verordnungen und Gesetze sollten für die Landwirtinnen und Landwirte nachvollziehbar sein. Bei uns in den Betrieben spüren wir täglich die Arbeitsbelastungen durch überbordende Bürokratie. Nur mit wirtschaftlich starken Betrieben werden Werte im Land geschaffen, nicht mit immer höheren Verwaltungskosten und stetig wachsendem Bürokratieaufwand“, so Marion Dorn zur aktuellen Situation.

Wenn der Bund trotz fehlender Nachfrage in Deutschland nach sehr hochwertigem Geflügelfleisch an seinen agrarpolitischen Forderungen festhält, sollte er auch finanziell dafür aufkommen.

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