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10-Punkte-Programm

Aktionsbündnis fordert Umweltminister zur Wolfsregulierung auf

Das Bundesamt für Naturschutz soll endlich klar sagen, wie es beim Thema Wolf weitergeht. Tierhalter haben anlässlich der Umweltministerkonferenz 10 Forderungen verfasst.

Lesezeit: 3 Minuten

Anlässlich der vom 11. bis 13. November 2020 digital stattfindenden Umweltministerkonferenz unter dem Vorsitz der hessischen Staatsministerin, Priska Hinz, fordert das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) ein aktives Bestandsmanagement des Wolfes in Deutschland.

In einem 10-Punkte-Programm fordern die Verbände das Bundesamt für Naturschutz auf, über den ungebremst wachsenden Wolfsbestand vollständig und umfassend zu berichten und klar zu benennen, wie viele Wölfe insgesamt in Deutschland leben.

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„Mit mindestens 1.800 Wölfen ist längst ein Erhaltungszustand erreicht, der es erlaubt, den Bestand zu begrenzen. Ohne eine Regulierung des Wolfsbestandes wird die Haltung von Weidetieren in der Fläche im Grundsatz in Frage gestellt. Herdenschutz hat Grenzen und ist nur ein Trostpflaster. Hinhalten, Vertrösten und kleinteilige Scheckbuchpolitik ist keine zukunftsfähige Strategie – damit lassen sich die Probleme der Weidetierhalter nicht lösen", so der Generalssekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, im Rahmen einer Pressekonferenz des Aktionsbündnis Forum Natur gemeinsam mit den Verbänden der Weidetierhalter.

Bauern, Waldbesitzer, Gärtner, Grundbesitzer, Jagdgenossenschaften, Jäger, Pferdesportler und Pferdezüchter sowie Halter von Ziegen, Schafen und landwirtschaftlichen Wildtieren fordern in dem Papier, alle Bundesländer müssten jetzt in Wolfsverordnungen eine aktive Regulierung des Bestandes ermöglichen und den Wolf sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene in das Jagdrecht aufnehmen.

"Brauchen endlich Rechtsrahmen"

"Risse durch Wölfe nehmen exponentiell zu, Prävention stößt bereits jetzt finanziell und praktisch an ihre Grenzen. Die Politik ist deshalb gefordert, endlich den Rechtsrahmen für ein aktives Wolfsmanagement zu schaffen. Wir haben bereits jetzt in vier Bundesländern eine der höchsten Wolfsdichten weltweit“, sagt der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes, Helmut Dammann-Tamke.

Die Weidetierhalterverbände wie etwa Schäfer fordern, dass die Bundesländer Präventionsmaßnahmen finanzieren und Wolfsrisse vollständig entschädigen. „Es muss endlich eine für alle verständliche, nachvollziehbare und für die Weidetierhalter tragbare Definition des günstigen Erhaltungszustandes erfolgen. Erst dann wird es möglich sein, die Rahmenbedingungen für alle - für die Politik, den Wolf und die Schafhaltung - festzulegen und diese auch einzuhalten und umzusetzen“, betont Alfons Gimber, Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände.

Mahnfeuer: Wölfe in Oberbayern

Auch in Oberbayern sind in letzter Zeit vermehrt Wölfe aufgetaucht. Sie haben auch Schafe gerissen, meldet unterdessen der Bayerische Rundfunk. Aus Protest hatte der Förderverein der Deutschen Schafhalter e.V. am Dienstag Mahnfeuer veranstaltet, an denen sich der Bayerische Bauernverband beteiligt. Besonders die bayerische Almwirtschaft ginge nur "ohne Wolf", heißt es.

In den betroffenen Landkreisen wie Garmisch-Partenkirchen, Rosenheim, Traunstein und Ostallgäu wurden beweidbare Flächen im Hinblick auf mögliche Herdenschutzmaßnahmen begutachtet. Das bayerische Förderprogramm zum Herdenschutz ist mit 2 Mio. € ausgestattet. Der Höchstsatz pro Schaf liegt in Bayern derzeit bei 800 €.

Eine Sprecherin des bayerischen Landesamts für Umwelt betont laut BR, die auftretenden Konflikte wolle man durch gezielte Management-Maßnahmen minimieren. Die Entnahme eines einzelnenn Wolfes sei möglich, wenn er erhebliche wirtschaftliche Schäden anrichtet oder Menschen gefährdet seien.

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