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Sozialsparte nicht mehr erwünscht?

Gewerkschaften IG BAU und IG Metall verlassen das Wald-Siegel FSC

Nachdem die Kandidaten für die FSC-Sozialkammer bei der Wahl durchgefallen waren, sind die Stellen weiter unbesetzt. Die Gewerkschaften verlassen nun empört das Wald-Zertifizierungssystem.

Lesezeit: 4 Minuten

Beim Holzzertifizierer FSC-Deutschland wurden zum zweiten Mal und damit endgültig die bisherigen langjährigen Vorstände, die die Sozialkammer repräsentierten, nicht bestätigt. Bislang waren das Volker Diefenbach von der IG BAU sowie Elmar Stertenbrink von der Interessengemeinschaft Zugpferde e. V., der den Gewerkschaften nahe steht.

Die Gewerkschaften ziehen daraus nun die Konsequenz: "Eins ist klar, solange die IG BAU dort im Vorstand nicht mehr vertreten ist, sind wir kein Mitglied mehr des FSC", sagt IG BAU-Vorstand Harald Schaum unmissverständlich. Die IG BAU war einst sogar Gründungsmitglied.

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Er ruft die FSC-Führung auf, die Gründe für die Misere offenzulegen und vor allem sie so schnell wie möglich zu beheben. Um Beschlüsse herbeizuführen, müssen alle drei Kammern, neben der Sozial- gibt es noch die Umwelt- und Wirtschaftskammer, im Konsens votieren.

Der IG BAU-Vizechef kann sich nicht vorstellen, dass der FSC-Deutschland auf sein zweites Standbein, neben der ökologischen Waldbewirtschaftung ist dies das sozial gerechte Handeln, künftig verzichten will. Dem FSC Vorstand gehören insgesamt sieben Mitglieder an, zwei aus jeder Kammer sowie dem Vorsitzenden.

Brigitte Döth, Branchenkoordinatorin der IG Metall, sagt: "Nachhaltigkeit braucht auch soziale Standards für die Beschäftigten entlang der Liefer- und Produktionsketten. Ein vertrauenswürdiges Siegel muss mehr sein als ein oberflächliches Marketing-Label."

FSC Deutschland bedauert Reaktion

In einer Pressemitteilung bedauert FSC Deutschland den Entschluss der Gewerkschaften. Dies sei ein Rückschlag für die Beschäftigten in Forstbetrieben und Holzindustrie in Deutschland, deren Interessen durch die FSC-Zertifizierung sehr weitreichend geschützt werden.

Die Organisation schreibt: „Es gibt keinen FSC ohne soziale Werte und Organisationen oder Menschen, die diese vertreten. Soziale Interessen sind bei FSC innerhalb der Sozialkammer organisiert. Die Sozialkammer hat, als eine von drei Kammern bei FSC, in der Satzung verbriefte Entscheidungsrechte und die gleiche Stimmengewichtung wie andere Kammern. Dies beinhaltet jedoch keinen verbrieften Anspruch auf einen Vorstandssitz für einzelne Organisationen oder Personen.“

Bei einer vom Vorstand ausschließlich für die Nachwahl einberufenen außerordentlichen Mitgliedervollversammlung am 23.10.2023 hätten für die offenen Positionen der Sozialkammer Volker Diefenbach und Elmar Stertenbrink kandidiert. In geheimer Abstimmung sei es aber keinem der beiden gelungen, die notwendigen Stimmen aus der Mitgliedschaft von FSC Deutschland auf sich zu vereinen. Beide Kandidaten waren erneut zur Wahl angetreten, nachdem sie bereits bei der ordentlichen Vollversammlung im Mai 2023 in Berlin nicht das notwendige Quorum an Stimmen erreicht hatten, erklärt FSC weiter.

Der Vorstand von FSC Deutschland bedauert, dass es derzeit keine gewählten Repräsentanten aus der Sozialkammer gibt. Im Dialog mit der Sozialkammer, will sich der Vorstand nun für die Nachbesetzung der vakanten Positionen mit Kandidaten einsetzen. Diese müssen gemäß Satzung von der Sozialkammer benannt werden.

Alle Mitglieder von FSC Deutschland würden in engen Abständen über wichtige Prozesse in der Organisation informiert, um hier gemeinsam mitgestalten zu können. Die Mitglieder der Sozialkammer sollen darüber hinaus künftig direkt über wesentliche Vorstandsentscheidungen informiert werden.

Der Behauptung, dass die sozialen Belange bei FSC nicht mehr wichtig sind, widerspricht FSC entschieden.

FSC-Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein für verantwortungsvolle Waldwirtschaft, der als nationale Organisation die Interessen von FSC-International vertritt. FSC steht für Forest Stewardship Council. 1997 gegründet, wird FSC Deutschland getragen von Umweltverbänden wie WWF oder NABU, aber auch von Vertretern aus der Wirtschaft und Gewerkschaften wie der IG Metall oder der IG BAU.

Vorrangiges Ziel ist es, eine umweltgerechte, sozialverträgliche und wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland zu fördern. Bekannt ist der FSC vor allem für seine Zertifizierungen von Wäldern und Holzprodukten. FSC-Deutschland hat 169 Mitglieder und 52 Fördermitglieder

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