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Fotografin, Hofkind und Weltenbummlerin: Anna Tiessen im Portät

Party in der Werkstatt, Gespräche beim Siloabdecken: Fotografin Anna Tiessen hat ein Auge für reale Landromantik.

Lesezeit: 3 Minuten

Es ist der Montagmorgen der Grünen Woche. Statt auf der lauten Messe findet unser Gespräch im gemütlichen „Café Bilderbuch“ in Berlin-Schöneberg statt.

Anna Tiessen ist pünktlich, sie trägt eine bunte Winter­jacke, die mich an die 90er erinnert, cooler Hauptstadtlook! Ob sie sich denn überhaupt noch wie ein Dorfkind fühle? „Zu Hause in Dithmarschen bin ich der bunte Vogel aus Berlin“, sagt sie und erzählt, dass ihr die Identifikation mit dem Dorf und dem Hof als Jugendliche schwerfiel.

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Abi, Weltreise, Zwischenstopp Aus­tralien: Erst als sie sich auf einem Milchviehbetrieb auf der anderen Seite der Welt wiederfand, kam ein überraschendes, aber vertrautes Gefühl von „Heimat“ in ihr auf. „Ich habe bei den Senioren gelebt. Die beiden waren so herzlich, ganz wie meine Großeltern auf dem Hof“, erzählt sie von diesem „back to the roots“-Moment.

Schlager und Cola-Korn

Zurück in Deutschland gab es trotzdem nur ein Ziel: das Fotografiestudium in Berlin. Ihre Abschlussarbeit sollte Anna Tiessen schließlich zurück nach Hause führen: Sie entschied, die Clique ihres Bruders, der den Hof übernehmen wird, ein Jahr lang mit der Kamera zu begleiten.

„Auf einmal war das, womit ich mich vorher null identifizieren konnte, extrem spannend, plötzlich so Identifikation 3000“, sagt sie und erzählt sprudelnd von Dorffesten und Erntetagen. Ganz nebenbei bestellt sie Rührei und Ingwer-Minze-Tee. „Durch meinen Nachnamen und dadurch, dass ich die Schwester vom Hans und die Tochter vom Jolle bin, hatte ich Eintritt in so viele Bereiche und war überall voll akzeptiert“, sagt sie.

Das Ergebnis: „Kommando Korn“, eine Bildsammlung ländlicher Jugendkultur. Ein Foto zeigt beispielsweise, wie die Freunde in der Ernte mit dem Auto am Feldrand stehen und den Maschinen zusehen. „Jugendgeschichten vom Dorf, richtig Dithmarschen-like mit Engelbert-Strauss-Uniform“, sagt Anna Tiessen.

Auch wenn sie als Fotografin inzwischen viele Termine außerhalb des Dorfkosmos hat – das Hoftreiben bietet in ihren Augen noch viel Potenzial für Geschichten. So besuchte sie z. B. im Rahmen der Studie „Frauen.Leben.Landwirtschaft“ 14 Frauen auf ihren Höfen. Besonders in Erinnerung blieb ein Treffen auf der Hallig Langeneß: „Es war spannend, dort die Landwirtschaft zu sehen. Alles war ganz anders als bei uns im Geestland“, sagt sie.

Jugend und Exzess: Anna Tiessen (29) wuchs mit zwei Brüdern auf einem Milchviehbetrieb in Jützbüttel in Schleswig-Holstein auf. Sie studierte Fotografie an der Ostkreuzschule in Berlin und ist heute freie Fotografin, unter anderem für die Zeit, die TAZ und den Spiegel.

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