78 % der Deutschen kaufen Biolebensmittel

Mehr als drei Viertel der Menschen in Deutschland kaufen Biolebensmittel. Als Gründe dafür rangieren die artgerechte Tierhaltung und die Unterstützung regionaler Betriebe auf den ersten beiden Plätzen. Das zeigt das Ökobarometer 2018, eine repräsentative infas-Studie im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL).

Im Vorfeld der diese Woche in Nürnberg startenden Biofach hat das BMEL heute die Ergebnisse des Ökobarometer 2018 veröffentlicht. Die Befragung hat das BMEL beim Marktforschungsinstitut infas in Auftrag gegeben. Sie fußt auf einer repräsentativen telefonischen Umfrage zum Konsum von Biolebensmitteln mit 1007 Interviews. Danach kaufen 78 % der Menschen in Deutschland derzeit Bioprodukte, 25 % geben an dies häufig zu tun, 50 % gelegentlich. Der Anteil derjenigen, die nie Biolebensmittel kaufen, liegt derzeit bei 22 %. Bei der gleichen Erhebung im Jahr 2017 waren das noch 29 %. Zukünftig wollen laut der Befragung 83 % der Befragten beim Einkauf zu Biolebensmitteln greifen.

50 % der Biokunden sind Gelegenheitskäufer. (Bildquelle: BMEL)

Tierhaltung und Regionalität

Als wichtigsten Gründe für den Kauf von Biolebensmitteln geben die Befragten die artgerechte Tierhaltung an. An zweiter Stelle folgt die regionale Herkunft bzw. die Unterstützung regionaler Betriebe. Danach folgen die Beweggründe geringe Schadstoffbelastung und Beitrag zum effektiven Umweltschutz. Außerdem wollen die Befragten laut den Ergebnissen mit ihrem Kauf explizit die Verbreitung des ökologischen Landbaus unterstützen.

Eier, Gemüse und Obst

Die beliebtesten Bioprodukte sind Eier, Gemüse und Obst. Danach folgen Milchprodukte, Kartoffeln und Fleisch. Am wenigsten nachgefragt sind alkoholische Getränke aus ökologischer Produktion sowie Süßwaren.

Supermarkt und Discounter

Bei den Orten, an denen Bioprodukte gekauft werden führen die Supermärkte und die Discounter die Rangliste an. Allerdings wird im Vergleich zur Befragung 2017 wird der Kauf auf Wochenmärken, beim Bäcker und beim Metzger wieder häufiger genannt. Direkt beim Erzeuger kaufen gut die Hälfte der Biokunden. Der Kauf von Bioprodukten über das Internet ist mit 6 % bislang wenig verbreitet, hat sich jedoch im Vergleich zu 2017 verdoppelt.

Genutzte Orte zum Kauf von Biolebensmitteln (Bildquelle: BMEL)

Städtische Umgebung

Laut der Befragung werden in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen Biolebensmittel am häufigsten konsumiert. In ländlichen Gebieten werden allerdings insgesamt weniger Biolebensmittel eingekauft als in einer städtischen Umgebung.

Klöckner bekräftigt 20%-Ziel

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bewertet die Ergebnisse als einen Beleg dafür, dass die Nachfrage nach Bioprodukten steigt. Sie wird am Mittwoch die Weltleitmesse für Biolebensmittel, die Biofach in Nürnberg eröffnen. Klöckner bekräftigte im Vorfeld das Ziel des BMEL, bis zum Jahr 2030 den Anteil der Ökolandbaufläche in Deutschland auf 20 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche zu erhöhen.

Das Ökobarometer 2018 sowie die Vorgängerbefragungen gibt es auf der Internetseite des BMEL zum Nachlesen.

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Berthold Lauer

Nur eine Zahl ist dabei relevant: 3% kaufen ausschließlich Bio. Das passt auch irgendwie zu den Marktanteilen. Alles andere sind Gelegenheitskäufer wie wir selbst ja auch. Die Waren liegen oft direkt nebeneinander und unterscheiden sich in vielen Fällen nur wenig im Preis. Wenn man die Umsätze des Handels in den Segmenten abfragen würde hätte man Fakten und keine überzogenen Selbsteinschätzungen.

von Wilhelm Grimm

Irreführende Überschrift

von Frau Awater-Esper

von Andreas Kraus

Bio ?

gibt es viel bio ist auch bio gut und günstig . Frage, was würde bio kosten bei 105 % Selbstversorgung?

von Heinrich Esser

Bioanteil

Der Anteil von Bioprodukten macht gerade einmal 5% aus. Bei Fleisch ist es deutlich weniger. Zwischen Sagen und Handeln liegt beim Verbraucher nun mal ein Riesenunterschied und beim Geld hört der Spaß auf. Eine Info an Herrn Bothe: eine repränsentative Umfrage repräsentiert immer die Meinung der Gesamtheit, dabei spielt es nicht unbedingt eine Rolle, ob man 1.000, 10.000 oder vielleicht auch weniger befragt. Es muss halt, in diesem Fall die Haltung aller Deutschen, widerspiegeln.

von Rudolf Rößle

50%

kaufen die Produkte direkt beim Bauern. Das glaubt doch.... Da müsste ja jeder Biobauer einen riesigen Parkplatz haben.

von Willy Toft

Selbst bei Bioprodukten darf es nicht zur Überproduktion kommen, sonst drückt es.....

auf den Preis! Wunsch und Wirklichkeit bei der Umfrage klaffen aber weit auseinander! Eher 15 % kaufen Bioprodukte, die Anderen(65 %) nur spontan mal. Es wird zu hoch bewertet, sonst müsste ja alles fast aus Bioprodukten im LEH bestehen.

von Heinrich Albo

Schätze mal das min.78 % der Landwirte kein BIO kaufen...

aber die sind ja alle doof --Ironie aus--

von Wilhelm Grimm

Diese Umfrage hat nicht viel Grütze unter der Mütze !

Aber eine gute Strategie zur Gehirnwäsche.

von Klaus Weimer

Schade dass man diese Umfrage am Telfon gemacht hat und nicht vor dem Supermarkt. Man könnte ja sehen was im Einkaufswagen liegt........

von Christian Bothe

Bio

Diese Studie von Infas darf bezweifelt werden da sie kaum die Mehrzahl der Bevölkerung tangiert bei gerade mal 1000 Befragten! Aber wie immer es mit einer Statistik ( früher sagte man: „Statistik ist das Glaubhaft machen der Lüge“)und den repräsentativen Umfragen ist, gibt es auch hier unterschiedliche Betrachtungsweisen. Ich möchte auch noch einmal klarstellen, das auch die konventionelle Landwirtschaft nachhaltig produziert und das keinesfalls ein Alleinstellungsmerkmal der Ökolandwirtschaft darstellt. Das betrifft sowohl die Pflanzenproduktion als auch die Tierhaltung der modernen Landwirtschaft. Das Gegenteil ist richtig, da der Ökolandbau extensiv wirtschaftet (geringere Erträge je ha) und somit zwangsläufig mehr LN für die Produktion von Nahrungsgütern benötigt und höhere staatliche Zuschüsse erhält als die konventionellen Betriebe! Ernährungsphysiologisch gibt es nachweislich keine Unterschiede zwischen den Erzeugnissen beider Wirtschaftsformen und das sollten die Verbraucher beim Einkauf bedenken. Auch wenn der Ökolandbau für die Ernährung der Weltbevölkerung (das kann nur die industrielle LW) kaum Bedeutung haben wird, sollte man ihn weiter entwickeln, um Erfahrungen beidseitig nutzen zu können.

von Friedegunde Aalderink

Glaubt ihr noch was ihr schreibt

https://m.bild.de/regional/leipzig/leipzig-news/acht-tage-nach-eroeffnung-russen-discounter-feiert-wiedereroeffnung-59983136.bildMobile.html

von Karlheinz Gruber

Umfrage und Tatsache

klaffen bei jeder solcher Umfrage doch weit auseinander. Warum gibt es dann bei Milch immer noch den Aufnahmestopp. Wann höre endlich diese Unsinnigen Befragungen auf. Da gibt doch jeder nur sein Wunschdenken zu Protokoll. Wenn es dann ums Geld geht/ eigene Wünsche, dann wird wieder nach billigst eingekauft. Das ist doch wohl eher die Realität. Also bitte verschont uns mit Wünsch mir was Umfragen

von Karlheinz Gruber

Umfrage und Tatsache

klaffen bei jeder solcher Umfrage doch weit auseinander. Warum gibt es dann bei Milch immer noch den Aufnahmestopp. Wann höre endlich diese Unsinnigen Befragungen auf. Da gibt doch jeder nur sein Wunschdenken zu Protokoll. Wenn es dann ums Geld geht/ eigene Wünsche, dann wird wieder nach billigst eingekauft. Das ist doch wohl eher die Realität. Also bitte verschont uns mit Wünsch mir was Umfragen

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