Protest

Agrarwende-Demo wegen der Pandemie erneut abgesagt

Das Bündnis „Wir haben es satt“ verschiebt seine jährliche Agrarwende-Demonstration erneut wegen der Corona-Pandemie. Einzelne Protestnoten soll es in Berlin dennoch geben.

Der Trägerkreis der jährlichen „Wir haben es satt“ (Whes)-Demonstration zum agrarpolitischen Jahresauftakt in Berlin hat kurzfristig entschieden, die geplante Großdemonstration in Berlin am 22. Januar zu verschieben. Grund sei die aktuelle Lage in der Corona-Pandemie mit der Omikron-Variante, in der die Infektionszahlen wieder deutlich steigen, heißt es aus dem Bündnis. Wann es eine Wiederauflage der Demo geben soll, ist laut den Organisatoren noch nicht geplant.

Auf dem Nachrichtenprotal Twitter rufen die Organisatoren, die bis zum Wochenende noch für die Demonstration mobilisiert hatten, dazu auf, zu Hause zu bleiben. Das Bündnis hatte ursprünglich 15.000 Teilnehmer erwartet.

Ganz aufgeben wollen sie ihren Protest zur Agrarpolitik jedoch nicht. Es soll dennoch einen kleinen Trecker-Konvoi von 20 bis 30 Traktoren geben, der am 22. Januar eine Protestnote an Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) an seinem Berliner Dienstsitz übergeben soll. Zudem soll es eine Bildaktion am Reichstagsgebäude in Berlin geben, in dem der Deutsche Bundestag residiert.

Die Protestveranstaltung steht unter dem Titel: „Agrarwende jetzt!“. Als Hauptforderungen hat das Bündnis selbst folgende Schlagworte formuliert:

  • Agrarwende jetzt – warum 2022 der Umbau der Landwirtschaft kommen muss
  • Faire Preise statt Preisdiktat – warum die Bäuer*innen die Dumpingpreise des Handels satthaben
  • Artgerechte Tierhaltung – wie sich bessere Tierhaltung für die Höfe lohnen kann
  • Pestizid-Ausstieg anpacken – damit Bienen und Bauernhöfe eine Zukunft haben
  • Ernährungswende auf die Teller – so geht gutes Essen für alle
  • Für das Klima – Tierzahlen reduzieren, weniger Fleisch essen

Das „Wir haben es satt“-Bündnis hatte bereits 2021 wegen der Pandemie nicht mit einer großen Demo, sondern mit einer Fußabdruck-Aktion vor dem Reichstagsgebäude in Berlin für eine Agrarwende demonstriert. Den jährlichen Protestzug gibt es seit 2011. Er fand immer zeitgleich zur Internationalen Grüne Woche (IGW) statt.

Die Grüne Woche 2022 ist allerdings nach einer Online-Ausgabe 2021 schon frühzeitig Ende November wegen steigender Corona-Zahlen abgesagt worden. Sie wird 2022 auch weitgehend auf Online-Angebote verzichten. Die Messe Berlin will lediglich am 20. Januar, dem ursprünglichen Eröffnungstag der Grünen Woche, zwei Online-Veranstaltungen durchführen: eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem DBV und der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) sowie einen Politiktalk, an dem neben den Spitzen der genannten Verbände auch Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir teilnehmen soll. Dennoch wird es rund um diese Termine viele digitale Angebote zur Agrarpolitik und Zukunft der Landwirtschaft geben.


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