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GAP-Reform: 2. Säule-Programme nicht kannibalisieren

Im aktuellen Interview erklärt BBV-Präsident Walter Heidl, warum die Vorschläge des Bundes zu den Eco-Schemes die Agrarumweltprogramme im Süden gefährden könnten.

Lesezeit: 2 Minuten

Herr Heidl, Sie kritisieren, der Gesetzentwurf des Bundeskabinetts zur Umsetzung der GAP-Reform in Deutschland gefährde einen Teil der Agrarumweltmaßnahmen in Bayern. Warum könnte das passieren?

Walter Heidl: Nach bisherigen Aussagen der Ministerien können Maßnahmen, die bereits förderbar sind, nicht mehr über andere Programme gefördert werden. Wenn also jetzt bestimmte Maßnahmen Teil der Eco-Schemes in der 1. Säule werden, darf man diese nicht mehr über Agrarumweltmaßnahmen in der 2. Säule anbieten. In Bayern setzen 50 % der landwirtschaftlichen Betriebe auf 40 % der Fläche Agrarumweltmaßnahmen über das Kulturlandschafts- (KULAP) oder über das Vertragsnaturschutzprogramm um. Man würde damit die Bundesländer, die vorbildlich Agrarumweltprogramme umsetzen, abstrafen. Das kann nicht das Ziel sein.

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Welche Eco-Schemes kollidieren mit KULAP-Maßnahmen?

Heidl: Zum Beispiel die Maßnahmen zur extensiven Grünlandnutzung, das Anlegen von Blühflächen oder die erweiterte Fruchtfolge. Man gewinnt fast den Eindruck, als ob die Eco-Schemes vom KULAP abgeschrieben worden sind. Wir brauchen aber bei den Eco-Schemes einen Weg, der vorhandene Maßnahmen nicht kannibalisiert.

Wie viele Betriebe in Bayern wären betroffen und welche Beträge gingen verloren?

Heidl: Unseren Berechnungen zufolge wären in Bayern etwa 23 000 landwirtschaftliche Betriebe mit rund 55 Mio. € betroffen. Neben Bayern haben meines Wissens auch Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen umfangreiche Agrarumweltprogramme in der 2. Säule, die von Eco-Schemes gefährdet wären.

Was wären alternative Eco-Schemes-Maßnahmen, die das KULAP nicht gefährden?

Heidl: Zum Beispiel die extensivere Nutzung von Grünland- oder Ackerlandstreifen entlang von Waldrändern. Oder eine besonders wildtierschonende Mähweise auf Grünland. Zudem könnten auch kleinparzellierte Flächen, wie sie in Süddeutschland häufig zu finden sind, über Eco-Schemes gefördert werden. Diese haben nachweislich einen positiven Effekt auf die Biodiversität, sind aber mit höheren Kosten bei der Bewirtschaftung verbunden. Konkret fordern wir als Bauernverband, dass Flächen, die unter dem Durchschnitt des jeweiligen Bundeslandes liegen, gefördert werden. Schließlich könnte man auch Betriebe mit hohem Grünlandanteil mit einem Grünlandklima-Bonus fördern.

Dieser Artikel erschien in der Maiausgabe von top agrar Südplus 05/2021. Jetzt testen.

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