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topplus Weltwassertag

Irreführende Infografik des BMEL macht Rinder zu „Wasserverschwendern“

Zum „Weltwassertag“ polarisiert das BMEL mit einer Infografik, laut der die Erzeugung von einem Kilogramm Rindfleisch gut 15.000 Liter Wasser „verbraucht“. Eine gewagte Rechnung.

Lesezeit: 3 Minuten

Gestern war internationaler „Weltwassertag“. Eigentlich eine gute Gelegenheit, auf die unzweifelhafte Bedeutung einer ausreichenden Wasserversorgung für Mensch, Tier und Pflanze hinzuweisen. Im eigentlichen Wortsinn „lebenswichtig“. Oder man bedient alte Stereotype.

Beim Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat man sich offenbar für Letzteres entschieden. Das Ressort, das sich auch „Lebensministerium“ nennt, brachte gestern eine Infografik zum Verbrauch von Wasser in der Landwirtschaft. Auffällig dabei: Die Erzeugung eines Kilogramms Rindfleisch soll nach Berechnungen der Organisation „Waterfootprint Network“ rund 15.420 l Süßwasser „verbrauchen“.

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Virtueller Wasserverbrauch führt in die Irre

Diese Zahl ist nicht neu, aber in ihrer pauschalen Aussage auch nicht richtig, da nur der sogenannte virtuelle Wasserverbrauch angegeben wird. Dieser schließt alle Arten von Wasser ein, die in irgendeiner Form mit dem Produkt in Verbindung stehen.

Zudem fehlt die Angabe, welche Arten von Wasser gemeint sind. In der seriösen Wissenschaft nutzt man dabei drei Kategorien: Regenwasser, Trinkwasser und Schmutz- oder Grauwasser.

Wasser zirkuliert und ist nicht verschwunden

Beim Rindfleisch macht Trinkwasser in diesem Bezugsrahmen gerade einmal 4 % aus. Mit gut 90 % fällt der Löwenanteil des „Wasserverbrauchs“ in der Futtergewinnung an. Das beim Anbau von Futter genutzte Wasser ist aber in den meisten Fällen Regenwasser und ist damit Teil des natürlichen Wasserkreislaufs.

Von „Verbrauch“ zu reden, ist da schon etwas gewagt, da das Wasser letztlich im Grundwasser, Fließgewässern und über Verdunstung in der Luft landet. Irgendwann kommt es daher wieder als Regen zurück. Das gilt übrigens auch für das über Gülle und Kot der Rinder ausgeschiedene Wasser, das im Rahmen der guten fachlichen Praxis als Teil des Wirtschaftsdüngers wieder auf dem Feld landet.

Auch Äpfel wären demnach Wasserverschwender

Hinzu kommt, dass auf dieser Berechnungsgrundlage selbst Äpfel astronomische Mengen an Wasser „verbrauchen“. Laut Infografik sind demnach für 1 kg Äpfel 820 l Wasser erforderlich. Bei einem Hektarertrag von 323,5 dt Äpfeln (2022) würde das einem „Wasserverbrauch“ von 26,5 Mio. l Wasser pro Hektar oder 2.600 l/m2 entsprechen. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag in Deutschland liegt bei 670 l/m2.

Diese Erkenntnisse sind weder neu noch besonders geheimnisvoll. Umso bedauerlicher, dass derartige verallgemeinernde Aussagen und Grafiken immer wieder veröffentlicht werden. Das sehen anscheinend auch viele Praktiker in den Sozialen Netzwerken so.

BMEL: Bedeutung von Wasser aufzeigen

Zwischenzeitlich hat sich auch das Bundeslandwirtschaftsministerium geäußert. Nach eigener Darstellung geht es dem Ressort darum zu zeigen, dass Wasser für die Nahrungsproduktion benötigt wird und wie wichtig es deshalb ist, diese erforderliche Wasserverfügbarkeit zu sichern.

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