Große Hungersnot erwartet

Seit 2016 sind 80 Mio. mehr Menschen in akute Nahrungsmittelknappheit gerutscht

Bereits in 2021 – noch vor dem Ukraine-Krieg – haben sich Hungersnöte auf Millionen weitere Menschen ausgeweitet. Kriege und Konflikte bleiben die Haupttreiber.

Im Jahr 2021 befanden sich fast 200 Millionen Menschen in akuter Ernährungsunsicherheit, weitere 236 Millionen Menschen an der Grenze zu akuter Nahrungsmittelknappheit. Das berichtet das Netzwerk gegen Ernährungskrisen bestehend aus der EU, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sowie dem Welternährungsprogramm (WFP) in seinem Bericht zu globalen Ernährungskrisen 2022. Die erschreckende Bilanz des Berichtes: Seit 2016 sind 80 Millionen mehr Menschen in akute Nahrungsmittelknappheit gerutscht.

Kriege und Konflikte bringen den Hunger

Am schlimmsten vom Hunger betroffen sind die Staaten Kongo, Afghanistan, Äthiopien und Jemen. Hungersnöte und Nahrungsmittelknappheit seien immer durch mehrere Faktoren bedingt, so die Autoren des Berichts. Haupttreiber des Hungers blieben jedoch Kriege und Konflikte. 70 % der akut hungernden Menschen leben, laut dem Ernährungsbericht, in vom Kriegen und Konflikten gezeichneten Weltregionen. 30 % der Betroffenen erleiden Hunger wegen Wetterextremen oder wirtschaftlicher Schocks.

Düstere Aussichten auf 2022

Auf das laufende Jahr 2022 blicken die Autoren mit Sorge. In Ländern wie Nigeria, dem Jemen und Burkina Faso bleibt seit mehreren Jahren in Folge der Regen aus. Dazu kommt laut Ernährungs-Bericht der Krieg in der Ukraine. Vor Ort erwarten die Autoren bis zu 5 Mio. Menschen, die humanitäre Hilfe benötigen. Weiterhin werde der Krieg Lebensmittelknappheiten in den Ländern manifestieren, die stark von Nahrungsmittelimporten abhängig sind.

Was jetzt passieren muss!

Das Netzwerk gegen Ernährungskrisen erkennt eine Verbindung der Probleme aus Krieg, Klimawandel und Coronapandemie. Neben schneller humanitärer Hilfe müsse langfristig die landwirtschaftliche Infrastruktur und Produktivität in den betroffenen Ländern ausgebaut werden. All das gelinge jedoch nicht ohne eine stabile Perspektive auf Frieden.


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