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Deutscher Raiffeisenverband

Agrargenossenschaften behaupteten sich 2021 „überwiegend gut“

Eine erste Jahresbilanz zeigt: Die Genossenschaften konnten ein Umsatzplus von über 5 % verbuchen. Während es für die Molkereien ein gutes Jahr war, gab es Einbrüche bei Vieh & Fleisch.

Lesezeit: 5 Minuten

Die 1.766 genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft haben sich 2021 in schwierigem Umfeld überwiegend gut behauptet. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht nach vorläufigen Schätzungen davon aus, dass die Unternehmen ein Umsatzplus von 5,4 % verbuchen können. Den Gesamtumsatz schätzt der Raiffeisenverband auf 68 Mrd. € (Vorjahr 64,5 Mrd. €).

Die Warenwirtschaft bleibe mit einem Gesamtumsatz von 41 Mrd. € die umsatzstärkste Sparte im DRV. Dies entspricht einem Wachstum von ca. 9 % gegenüber dem Vorjahr. Ausschlaggebend dafür seien die zweistelligen Preisanstiege in den Bereichen Saatgut, Düngemittel, Futtermittel, landwirtschaftliche Erzeugnisse, Energie und Baustoffe gewesen. Die verkauften Mengen hingegen waren in nahezu allen Bereich rückläufig, so der Verband.

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Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

  • Die deutsche Getreideernte fiel infolge teilweise extremer Witterung mit rund 42 Mio. t leicht unterdurchschnittlich aus. Dies machte auch den 524 Agrargenossenschaften zu schaffen, deren Umsatz mit 1,5 Mrd. € nur leicht über dem Vorjahresniveau liegt.
  • Die hohen Preise für Futter-, Energie- und Düngemittel setzten den Agrargenossenschaften zu.
  • Bei Futtermitteln schlug insbesondere der verteuerte Frachtraum als Folge von Störungen in den globalen Lieferketten zu Buche. Die Versorgung der Betriebe mit Grundfutter war insgesamt positiv.
  • Für die Milcherzeuger und Molkereien war 2021 ein zufriedenstellendes Wirtschaftsjahr. Ihre Umsätze liegen nach vorläufigen DRV-Schätzungen bei 14,1 Mrd € (+3,5 %).
  • Für die Unternehmen der genossenschaftlichen Vieh- und Fleischwirtschaft war das Geschäftsjahr 2021 erneut ein Jahr der Extreme. Die fortschreitende Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest und der daraus resultierende Exportstopp in Drittländer führte zu enormen Überhängen am Markt und zu einem erheblichen Preisverfall: Der DRV erwartet für diese Sparte Umsatzeinbußen in Höhe von rund 8,5 % auf 6,1 Mrd. €.
  • Unveränderte Ergebnisse erzielten die Unternehmen der genossenschaftlichen Obst-, Gemüse- und Gartenbauwirtschaft mit einem Umsatz von rund 3,7 Mrd. €. In den einzelnen Bereichen waren die Ergebnisse allerdings unterschiedlich.

DRV-Ausblicke für die Agrarmärkte 2022

Warengenossenschaften: Für die Warengenossenschaften werden die Perspektiven nicht nur vom Witterungsverlauf, sondern weiterhin von den volatilen internationalen Rohstoffmärkten sowie von politischen und gesellschaftlichen Faktoren bestimmt, so der DRV. Für die Agrarrohstoffmärkte sind neben den generellen konjunkturellen Entwicklungen, insbesondere in China und Indien, auch die weiteren Folgen der Corona-Pandemie von Bedeutung. Sie könnten nationale und internationale Logistikketten belasten und für zusätzliche Verunsicherungen an den derzeit sehr knapp versorgten Getreide- und Ölsaatenmärkten sorgen. Mittel- und langfristig werden bereits getroffene politische Entscheidungen auf europäischer und nationaler Ebene zur Extensivierung des Ackerbaus und zum Abbau der Viehbestände Spuren in den Bilanzen der Genossenschaften hinterlassen. Die bereits beschlossene Transformation der Volkswirtschaft Richtung Klimaneutralität werde den genossenschaftlichen Energiehandel grundlegend verändern.

Futtermittel: Für 2022 erwartet der DRV einen weiterhin leicht rückläufigen Markt für Futtermittel. Besonders die prekäre wirtschaftliche Situation schweinehaltender Betriebe wird zu sinkenden Produktionszahlen führen. Einige Veredelungsbetriebe ziehen bereits heute aus der derzeitigen Situation ihre Konsequenzen, indem sie zum Beispiel Bestandszahlen reduzieren. Der Strukturwandel wird sich beschleunigen.

Besonders bei Futtermittelzusatzstoffen, welche überwiegend in China produziert werden, kommen durch die anhaltenden Verzögerungen in den globalen Logistikketten Herausforderungen auf die Futterwirtschaft zu. Diese Stoffe sind unter anderem für die Sicherstellung einer stickstoff- und phosphorreduzierten Fütterung von großer Bedeutung, so der DRV.

Milchwirtschaft: Insgesamt ist für 2022 davon auszugehen, dass die Milchwirtschaft weiter mit den Folgen der Corona-Pandemie konfrontiert sein wird. Die Themen rund um Klimawandel und Nachhaltigkeit werden weiter an Bedeutung gewinnen. In diesem Zusammenhang spielen besonders Standards sowie gesellschaftliche Anforderungen und Wünsche an die Tierhaltung und tierische Produkte eine wichtige Rolle. Weiterhin stellen die stark angestiegenen Preise für Betriebsmittel in vielen Bereichen eine massive Herausforderung für die Wirtschaftlichkeit dar.

Neben den Entwicklungen auf nationaler Ebene sind für die Nachfrage von Milch und Milchprodukten auf globaler Ebene, besonders in den Entwicklungs- und Schwellenändern, die Prognosen weiterhin auf Wachstum ausgerichtet. Dabei ist es für die deutsche Milchwirtschaft von entscheidender Bedeutung, sowohl gesellschaftliche Akzeptanz zu finden als auch im Export wettbewerbsfähig zu bleiben.

Vieh- und Fleischwirtschaft: Für das Jahr 2022 werden mit der Vermarktung von in Deutschland geborenen, aufgezogenen, gemästeten, geschlachteten und verarbeitenden Tieren (5 x D) durch den Lebensmitteleinzelhandel neue Signale in den Markt gesendet.

Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sei an vielen Stellen zur Tierhaltung vage. So soll zwar ein durch Marktteilnehmer getragenes System zur Unterstützung der Landwirte bei der Schaffung von mehr Tierwohl entwickelt werden, aber ein Bekenntnis zur konsequenten Umsetzung der Pläne der Borchert-Kommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft fehle.

Trotz der hohen Absatzpreise für Rindfleisch werde für das Jahr 2022 kein Wachstum in diesem Marktsegment erwartet. Die guten Erzeugerpreise werden durch die hohen Rohstoffkosten relativiert. Einer regen Nachfrage wird der Rückgang der Produktion gegenüberstehen. Rindfleisch wird weltweit knapper und Experten gehen davon, dass es sich mittelfristig um ein „Luxusgut“ handeln wird. Zukünftig setze der Lebensmitteleinzelhandel mit der Initiative Tierwohl auch einen Standard für die Rindfleischerzeugung.

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