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Quartalszahlen

Baywa-Ergebnis rutscht in die roten Zahlen

Die Baywa hat im ersten Quartal 2024 153,1 Mio. € weniger Gewinn gemacht als in der Vorjahresperiode. Überraschend ist, dass die Bauern weiter intensiv Maschinen kaufen.

Lesezeit: 4 Minuten

Nach einem trägen Start in das Jahr 2024 erwartet die BayWa AG in den kommenden Monaten eine deutlich dynamischere Geschäftsentwicklung. Bei Umsatzerlösen in Höhe von 5,2 Mrd. €(Q1/2023: 6,3 Mrd. €) lag das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im ersten Quartal bei minus 61,3 Mio. € (Q1/2023: 91,8 Mio. €).

BayWa-CEO Marcus Pöllinger bleibt dennoch optimistisch und setzt auf die Maßnahmen der ,Strategie 2030‘. "Die Bestände und damit auch die Kapitalbindung wurden bereits spürbar reduziert, zum Beispiel im Segment Agrar: Im Vergleich zu den Vorjahren haben wir 45 % weniger Ware eingelagert, sind aber durchgängig lieferfähig, weil wir die Landwirtschaft dank optimierter Abwicklungsprozesse ,just in time‘ beliefern. Dem weiteren Verlauf des Geschäftsjahres blicke ich insofern sehr zuversichtlich entgegen.“

Der BayWa-Vorstand bestätigt seine Prognose für das Jahr 2024. Der Zielkorridor für das EBIT der BayWa AG liegt zwischen 365 und 385 Mio. €.   

Regenerative Energien: BayWa plant großvolumige Projektverkäufe im 2. Halbjahr

Ausschlaggebend für die Entwicklung der BayWa AG im ersten Quartal 2024 war die Entwicklung im Segment Regenerative Energien: Während die Preise für Solarmodule weiter nachgaben und die Handelsmargen belasteten, wurden im Projektgeschäft mit Solar- und Windparks vorrangig Projektrechte mit einer Gesamtleistung von rund 230 Megawatt verkauft.

Die BayWa erwartet im zweiten Halbjahr weitere Transaktionen in erheblich größerem Umfang. Diese werden maßgeblich zur Ergebnisentwicklung beitragen.

Entwicklung Regenerative Energien

Das Segment Regenerative Energien verzeichnete im ersten Quartal 2024 einen Umsatz von 904,2 Mio. Euro (Q1/2023: 1,5 Mrd. Euro) und ein EBIT von minus 65,2 Mio. Euro (Q1/2023: 53,0 Mio. Euro). Ursache für den signifikanten Rückgang ist die anhaltend schwache Nachfrage sowie der extreme Preisverfall bei Solarmodulen. Im Projektgeschäft verkaufte die BayWa bis Ende März vorrangig Projektrechte mit einer Gesamtleistung von 230 Megawatt. Bis Jahresende sind weitere Projektverkäufe (insgesamt 950 Megawatt) und der Verkauf von Projektrechten (1,2 Gigawatt) geplant.

Entwicklung Segment Energie

Bei einem Umsatz von 577,2 Mio. € (Q1/2023: 633,2 Mio. €) lag das EBIT im Segment Energie bei minus 1,6 Mio. € und damit erwartungsgemäß hinter dem des Vorjahres (Q1/2023: 4,5 Mio. €).

Der milde Winter sorgte für eine geringere Nachfrage nach Wärmeprodukten. Viele Verbraucher hatten sich aufgrund der CO2-Preiserhöhung im Januar bereits Ende 2023 mit Heizöl eingedeckt. Im Handel mit Holzpellets beeinträchtigten die im Vorjahresvergleich um rund 30 % gesunkenen Preise die Margen. Die BayWa rechnet angesichts des aktuellen Preisniveaus sowie sich leerender Lager in den Heizungskellern in den kommenden Monaten mit steigenden Absatzmengen.

Das Geschäftsfeld Agrar war in den ersten drei Monaten des Jahres 2024 von unterschiedlichen Entwicklungen geprägt.

Entwicklung Segment Agrar

Das Segment Agrar schloss das erste Quartal 2024 mit einem Umsatz von 1,2 Mrd. €(Q1/2023: 1,5 Mrd. €) und einem EBIT von 18,1 Mio. € (Q1/2023: 31,0 Mio. €) ab. Aufgrund des witterungsbedingt frühen Saisonstarts in der Landwirtschaft kam es zu einer deutlich höheren Nachfrage nach Betriebsmitteln.

Die positive Entwicklung wird sich nach Einschätzung der BayWa im weiteren Jahresverlauf fortsetzen – insbesondere mit Blick auf effizientere Abwicklungs- und Vertriebsprozesse bei Düngemitteln und Saatgut, die auf weitere Produktbereiche ausgedehnt werden. Der Absatz landwirtschaftlicher Erzeugnisse lag im ersten Quartal leicht über dem des Vorjahres.

Das Segment Technik profitierte vom frühen Saisonstart und einer weiterhin ungetrübten Investitionsfreude in der Landwirtschaft, sodass das Rekordergebnis des Vorjahresquartals nochmals übertroffen werden konnte.

Entwicklung Segment Technik

Das Segment Technik knüpft nahtlos an das Rekordjahr 2023 an. Der Umsatz stieg im ersten Quartal 2024 auf 592,3 Mio. € (Q1/2023: 539,9 Mio. €), das EBIT auf 24,0 Mio. €(Q1/2023: 22,4 Mio. €). Die Landwirte investieren nach wie vor auf hohem Niveau in Maschinen und technische Ausstattung.

Für positive Impulse und einen hohen Auftragsbestand bei der BayWa sorgte die Leitmesse Agritechnica, die im November 2023 erstmals nach der Corona-Pandemie wieder stattfand. Zudem sind die BayWa-Werkstätten aufgrund des frühen Saisonstarts sehr gut ausgelastet. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich die dynamische Entwicklung in den kommenden Monaten fortsetzen wird.

Die negative Entwicklung im Segment Bau spiegelt die schwache Nachfrage nach Bauleistungen in Deutschland wider.       

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