ASP

China untersagt Import von Schweinefleisch aus Deutschland

Viele hatten es befürchtet: Nach Südkorea hat nun auch China den Import von Schweinefleisch aus Deutschland verboten, nachdem in Brandenburg ein Wildschwein mit ASP gefunden wurde.

Die dringenden Apelle von Bauernvertretern an Bundesagrarministerin Julia Klöckner haben offenbar das Unausweichliche nicht verhindern können: China soll nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg den Import von Schweinefleisch aus Deutschland verboten haben, berichten mehrere Medien. Auch indirekte Einfuhren sowie der Import von Schweinefleischprodukten würden untersagt, werden das chinesische Landwirtschaftsministerium und der Zoll des Landes am Samstag zitiert.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium soll laut Spiegel bestätigt haben, dass die Chinesen die dafür notwendigen Zertifikate nicht mehr ausstellen. Ein entsprechendes Schreiben der chinesischen Seite liege aber noch nicht vor, schreibt Bild.de nach einer Rückfrage beim BMEL.

Die Bauern hierzulande sind unterdessen seit Freitag bereits alarmiert, da Südkorea ebenfalls die Grenzen dicht machte und der VEZG-Preis um 20 Cent/kg fiel auf jetzt 1,27 €/kg SG. Weitere Exportstopps von Ländern außerhalb der EU könnten folgen.

Rukwied sehr besorgt

DBV-Präsident Joachim Rukwied sagte, er sei besorgt über den abrupten Preisrutsch. Die drastische Senkung der Erzeugerpreise hält er für überzogen und inakzeptabel. "Wir appellieren an alle Beteiligten in der Lebensmittelkette, die Krisensituation nicht zulasten der Schweinehalter auszunutzen."

Große Sorgen mache sich Rukwied auch wegen dem Exportstopp aus China. "China ist unser wichtigster Exportmarkt für Schweinefleisch außerhalb der EU. Das gilt besonders für Teile, die hier kaum verzehrt werden. Wir müssen jetzt alles tun, um die ASP bei Wildschweinen zu bekämpfen und eine Ausbreitung verhindern. Wir begrüßen sehr, dass die Bundesregierung intensive Gespräche mit China über eine Regionalisierung führt. Es muss wenigstens mittelfristig möglich sein, dass aus ASP-freien Gebieten weiter Schweinefleisch geliefert werden kann", so der Präsident.

Die Schweinehalter hätten bereits sehr viele Maßnahmen ergriffen und täten jetzt noch mehr, um das Virus aus ihren Ställen herauszuhalten. Um die Tierbestände zu schützen, seien Hygieneschleusen seit längerem Standard. Der Zutritt zu Ställen sei begrenzt worden, für Futterlager gebe es Abtrennungen.

In Brandenburg sind nach Informationen des Spiegels unterdessen Krisenmaßnahmen angelaufen, um weitere Spuren zu suchen und eine Ausbreitung der Schweinepest zu unterbinden.

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Diskussionen zum Artikel

von Peter Held

China

Es gab seit Jahren eine klare Ansage der Chinesen und eine harte Praxis: Tritt in einem Land die Schweinepest auf, würde sofort der gesamte Schweinefleischimport aus dem entsprechenden Land eingestellt! Das ist eine internationale Vertragsregelung seitens der Chinesen und das hätte ... mehr anzeigen

von Wilfried Maser

Nachdenklich

wurde ich, als ich als ich in einer anderen Zeitung gelesen habe: China und Korea würden hauptsächlich "Pfoten, Ohren, Schwänzchen und Knochen" aus Deutschland importieren. Dies soll der Grund sein, dass der kg/Preis für Schweinefleisch um 20 Cent fällt? Bei einem Wildschwein wurde ... mehr anzeigen

von Johann Sickinger

Chinesen ?

Brauchen wir die Chinesen momentan, überall in Europa sind die Schweinepreise gestiegen und in Deutschland sind diese um 20 Cent gefallen. Ich glaube jeder ausländische Fleischhändler ( innerhalb der EU) wird zur Zeit auf deutsches Schweinefleisch greifen, wo sonst hat man so große ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Und wer profitiert jetzt

Trump der kann seinen Bauern erzählen der Exportbrummt jetzt wieder dabei mussten gerade sie Corona bedingt einlagern bis zum Anschlag. Verkehrte Welt! Und unser Krisenteam um Frau Klöckner?? Was wenn das Wildschwein illegal über die Grenze gekommen ist und die Rotte noch in Polen ... mehr anzeigen

von Matthias Zahn

Das wichtigste ist jetzt natürlich.....

....das alle Vollgas weiter produzieren! Wie bei der Milch ist es unbedingt notwendig, dass die produzierten Mengen keinesfalls der rückläufigen Nachfrage angepasst werden! Koste es was es wolle.....! Jetzt heißt es neue Märkte erschließen und gestärkt aus der Krise hervor gehen! (Ironie off)

von Wilhelm Grimm

In dieser schwierigen Zeit ist Ironie zu unterlassen !

Der Staat wird helfen, er hat Anderen auch geholfen. Hoffentlich geht die Notenpresse nicht kaputt.

von Martin Schollbrock

Wohin mit den "China-Schweinen"?

Wie es oben schon Herr Stromann schrieb, seit Jahren schon hätte man sich um alternativen kümmern MÜSSEN. Man kann den Chinesen keine Vorwurf machen, das sie so sind wie sie sind. Aber die deutsche Fleischwirtschaft schiebt den schwarzen Peter einfach in die Politik, anstatt selbst ... mehr anzeigen

von Diedrich Stroman

ASP!

Also zeigt es mal wieder da sitzen die ganzen Bürokraten Bauernverwalter, wissen seit geschlagenen vier Jahren was passieren wird, wenn man sich um die offenen Grenzen nicht kümmert, ist nun der schlimmste Gau eingetroffen, und bezahlen werden es die Schweinebauern! Wo sind sie nun die ... mehr anzeigen

von Jörn Dammeyer

Die Chinesen..

.. sind schon ein komisches Völkchen. Sie bringen Corona in die ganze Welt, aber bei einem gefundenen Wildschwein mit ASP wird gleich die komplette Einfuhr von Schweinefleisch verboten.

von Diedrich Stroman

Weil,!

Chinesen einen frei fahrtsschein besitzen erster Klasse von unseren Poltikern erhalten haben! China betreibt Kolonialismus in feinster Form und Europa schaut weg!!Selber ASP im eigenen Land und reden nicht drüber, haben Corona auf der Erde verteilt, und sind schon wieder Export Weltmeister!!!

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