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IGP

Die Chancen von Bio-Pflanzenschutz in der integrierten Produktion nützen

​Biologische Pflanzenschutzmittel sind eine wichtige Ergänzung in der integrierten Produktion. Und sie tragen zu umweltverträglicher und effizienter Lebensmittelproduktion bei.

Lesezeit: 3 Minuten

„Die EU-Agrarpolitik setzt im Pflanzenschutz zwar auf Alternativen, aber es herrscht viel Unwissenheit bei den tatsächlichen Möglichkeiten und Grenzen von Biologicals (Biologische Pflanzenschutzmittel, Biostimulantien und Makroorganismen)“, so Obmann Christian Stockmar im Rahmen eines Kamingesprächs der IGP in Wien. „Es braucht zudem Anpassungen in drei Bereichen, um die Innovationskraft der Hersteller von biologischen Pflanzenschutzmitteln nutzen zu können: Die EU sollte Forschung und Entwicklung fördern sowie die Bewertung und Zulassung an neue Wirkstofftypen anpassen. Im Bereich der Landwirtschaft braucht es EU-weit eine umfassende Aus- und Weiterbildung sowie Beratung der Betriebe, um den Nutzen, die Einsatzmöglichkeiten und die Grenzen von Biologicals zu vermitteln. Wichtig ist zudem eine ganzheitliche Betrachtung des Pflanzenbaus, denn Biologicals sind nur ein einzelner Baustein der integrierten und biologischen Produktion.“

Bis 2023 werden 14 Mrd. € in die Entwicklung investiert

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Die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln haben die Herausforderungen des Green Deals angenommen und investieren bis 2030 insgesamt 14 Milliarden Euro in die Entwicklung von modernen Technologien und biologischen Pflanzenschutzmitteln. „Das ist unser Beitrag zu einer zukunftsfitten und nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktion. Aber es bedarf gemeinsamer Anstrengungen, die durch eine Agrarpolitik des Ermöglichens gefördert werden sollen und so eine Landwirtschaft der Chancen auf den Weg bringen“, betont Stockmar.

Neben einer guten landwirtschaftlichen Praxis, der Pflanzenzüchtung sowie Monitoring- und Prognosesystemen leisten Biologicals einen wichtigen Beitrag zu einer ressourcenschonenden Landwirtschaft:

  • Biologische Pflanzenschutzmittel (Biocontrols) werden gegen Schaderreger eingesetzt, umfassen Mikroorganismen, Pheromone und Biochemikalien (z.B. Extrakte oder Mineralien) und sind durch die Pflanzenschutzmittel-Verordnung 1107/2009 geregelt.
  • Biostimulanzien werden zur Stärkung der Pflanzen gegen Stress durch u. a. Wetter oder Bodenverhältnisse eingesetzt und unterliegen der Düngeprodukte-Verordnung 2019/1009. Sie stimulieren natürlich ablaufende Prozesse der Pflanzen und ihrer Umgebung und verbessern die Nährstoffaufnahme, Qualitätsmerkmale und das Bodenleben. So wirken sie z.B. positiv auf das Pflanzenwachstum der Kartoffel in Hitzephasen.
  • Makroorganismen wie Nematoden oder Insekten sind im Pflanzenschutzmittelgesetz 2011 verortet.

„Biologicals sind von der Natur abgeleitete oder inspirierte Produkte zum Schutz und zur Stärkung der Pflanze“, so Experte Paul Krennwallner. Er ging auf biologische Pflanzenschutzmittel im Speziellen ein: „Die Wirkstoffe in diesem Bereich durchlaufen denselben Entwicklungsprozess wie jene für die integrierte Produktion – von der Charakterisierung der Einzelsubstanz weiter zur Konzeptionierung über die Feldversuche bis hin zur Registrierung. Das Zulassungsverfahren ist auch für Biocontrols eine große Hürde, die sich auf die Innovationskraft der Branche und bei den verfügbaren Lösungen für die Betriebe auswirkt.“

Günstige Umwelteigenschaften, aber oft allein zu geringe Wirkung

Biocontrols haben zwar günstige Umwelteigenschaften, unterliegen aber der Einschränkung, dass sie bei großem Schaderregerdruck keine ausreichende und langanhaltende Wirkung entfalten sowie einer präziseren und aufwändigeren Planung bedürfen. Das führt insgesamt zu mehr Aufwand und damit höheren Produktionskosten. „Biocontrols können ihre Vorteile vor allem in Kombination mit konventionellen Pflanzenschutzmitteln entfalten. Sie reduzieren das Gesamtrisiko und tragen zu einer sinnvollen Ergänzung und zur Reduktion konventioneller Pflanzenschutzmittel bei. Das sorgt auch bei den Konsumenten für mehr Akzeptanz“, unterstreicht Krennwallner.

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