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Westfälischer Bauernverband

Penny-Aktion: „Kostenlose Werbung auf Kosten der Landwirtschaft ist billig!“

Der Discounter Penny berechnet diese Woche bei einigen Lebensmitteln Umweltkosten als Aufschlag. „Hey Penny, das sind doch alte Kamellen im Sommerloch“, meint WLV-Präsident Hubertus Beringmeier.

Lesezeit: 3 Minuten

Wissenschaftler haben im Auftrag vom Discounter Penny berechnet, dass viele Lebensmittel deutlich teurer sein müssten. Grund sind versteckte Umweltkosten. Diese "wahren Preise" testet der Discounter Penny seit Montag. Wiener Würstchen kosten plötzlich 6,01 statt 3,19 €. Der Preis für Mozzarella erhöht sich von 89 Cent auf 1,55 € und für Fruchtjoghurt muss 1,56 statt 1,19 € bezahlt werden (top agrar berichtete).

Die Aktion „Wahre Kosten“ von Penny ist laut dem Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Bauernverbandes, Hubertus Beringmeier, eine „alte Kamelle im Sommerloch“. Grundsätzlich bewerte der Verband es als positiv, dass Umweltkosten in die Bepreisung von Produkten einkalkuliert werden, denn: „Durch Umwelt-, Natur- und Klimaschutz entstehen Kosten. Für uns sind Ökologie und Ökonomie kein Widerspruch. Mit unserer Offensive Nachhaltigkeit haben wir schon vor mehr als sechs Jahren einen ersten Aufschlag gemacht.“

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An der Werbekampagne von Penny kritisiert Beringmeier im Kern, dass zahlreiche Einflussfaktoren nicht in den Preis einbezogen werden. Auch die Produktauswahl ist einseitig. „Das Thema ist viel komplexer, als in einer einwöchigen Werbekampagne darzustellen“, sagt er.

Kostenlose Werbung auf Kosten der Landwirtschaft ist billig!
Hubertus Beringmeier

Zur Wahrheit gehöre auch: Noch bestehende Defizite im Arten- und Klimaschutz müssten verringert werden. Landwirtschaft werde bei der Produktion von Lebensmitteln niemals CO2-neutral sein, denn das seischlichtweg unmöglich. „Es gilt, die regionale Lebensmittelerzeugung zu stärken und in dem Zuge herauszustellen, wo eine Wechselwirkung zwischen Lebensmittelerzeugung und Klima-, Arten-, und Insektenschutz akzeptiert werden kann“, heißt es in der Pressemitteilung.

An der Werbekampagne von Penny kritisiert der WLV im Kern folgendes:

  • Die Kommunikation der Kampagne zu den sog. wahren Kosten berücksichtige zahlreiche zentrale Einflussfaktoren auf die Umwelt überhaupt nicht – etwa Kosten für Verpackung, Logistik und Energie.
  • Der Aspekt der Kreislaufwirtschaft sollte im Gegenzug auch in den Preis positiv mit einberechnet werden. Denn mit der Wiederverwendung von pflanzlichen Abfällen und tierischem Dünger schonen wir Ressourcen und betreiben nachhaltige Landwirtschaft.
  • Die Produktauswahl von Penny sei einseitig und nimmt beispielsweise (internationales) Obst und Gemüse überhaupt nicht in den Blick. Für eine ganzheitliche Darstellung sei dies unverzichtbar und würde den Kundinnen und Kunden vor Augen führen, welcher „wahre Preis“ und welche Umweltbilanz die im Wochenprospekt angebotenen Zuckeraprikosen aus der Türkei, Bio-Gurken aus Spanien und Zwetschgen aus Nordmazedonien haben.
  • Gleichzeitig werbe das Unternehmen mit Billigreisen in ferne Länder. Eine Überprüfung der Umweltauswirkungen sei auch hier dringend anzuraten.
  • Auch im Hinblick auf den eigenen Handel mache es sich Penny einfach: So werden Flächenversiegelung durch Markt-Standorte, energetische Aspekte und Lohnkosten in der Kalkulation völlig außer Acht gelassen.

Förderung regionaler Landwirtschaft ergibt positiven Umwelteffekt

Die Mehreinnahmen der Aktion will das Unternehmen zum Erhalt familiengeführter Bauernhöfe im Alpenraum spenden. Das Gros der Betriebe in Westfalen-Lippe sei familiengeführt und mit der Unterstützung der hiesigen Landwirtschaft sollte Penny die regionale Lebensmittelerzeugung unserer Höfe vor Ort, die gesunde, qualitativ hochwertige Nahrungsmittel herstellen, fördern.

„Durch die Förderung der regionalen Landwirtschaft ergibt sich ein positiver Umwelteffekt, da Emissionen längerer Transportwege durch regionale Versorgung gespart werden. Das sollte Penny im Rahmen einer solchen Aktion bewusst sein. Für den größten Teil Deutschlands gibt es insbesondere bei Käse und Fleisch, auf die sich die Aktion bezieht, regionalere Alternativen als Produkte aus den Alpen“, so der WLV.

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