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Aktionswoche

Penny erhöht Lebensmittelpreise um Umweltkosten: Davon sollen Landwirte profitieren

Preisaufschläge von bis 94 % kassiert Penny, um Umweltkosten auszugleichen. Der Discounter verlangt für neun seiner Produkte die "wahren Preise". Die Mehreinnahmen sollen Landwirten zu Gute kommen.

Lesezeit: 4 Minuten

Wiener Würstchen kosten plötzlich 6,01 statt 3,19 €. Der Preis für Mozzarella erhöht sich von 89 Cent auf 1,55 € und für Fruchtjoghurt muss 1,56 statt 1,19 € bezahlt werden. In einem Experiment verlangt der Discounter Penny ab Montag eine Woche lang für neun seiner mehr als 3.000 Produkte die "wahren Preise". Also den Betrag, der bei Berücksichtigung aller „durch die Produktion verursachten Umwelt- und Gesundheitsschäden eigentlich berechnet werden müssten.“

Die Produkte vom Käse bis zum Wiener Würstchen werden dadurch um bis zu 94 % teurer, wie die Handelskette mitteilte. Während die Packung Maasdamer Käse durch die Einberechnung der Umweltfolgekosten um 94 % teurer wird und die mit den Wiener Würstchen um 88 % sind es beim veganen Schnitzel nur fünf Prozent. Berechnet wurden die Daten von Wissenschaftlern der Technischen Hochschule Nürnberg und der Universität Greifswald.

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Kampagnen-Mehreinnahmen für den „Zukunftsbauer“

Die Differenz zwischen dem aktuellen Marktpreis und dem Wahre-Kosten-Preis spendet die zur Rewe-Gruppe gehörende Kette für ein Projekt zum Klimaschutz und zum Erhalt familiengeführter Bauernhöfe im Alpenraum, heißt es. Dabei handle es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Penny, der Molkerei Berchtesgadener Land, Landwirten und Kunden mit dem Ziel, einen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der familiengeführten Bauernhöfe im Alpenraum zu leisten.

Dafür verzichte der Discounter insgesamt bei allen Milchprodukten von der Molkerei Berchtesgadener Land auf einen Teil seiner Verkaufsspanne und die Molkerei verdoppele die Summe. Daraus speise sich ein Fördertopf von jährlich mehr als 350.000 €, aus dem Landwirte der Genossenschaftsmolkerei, die ihre Höfe energetisch optimieren wollen, eine Förderung von bis zu 10.000 € erhalten. Der Zukunftsbauer wurde im Oktober 2021 ins Leben gerufen.

Das seien die Treiber der Umweltkosten

Wenn man sich den Kriterienkatalog des Projektes zu den Punkten „Klima“, „Wasser“, „Boden“ und „Gesundheit“ anschaut, macht es den Anschein, als wenn die Landwirtschaft der Hauptverursacher für Umweltschäden ist. Die 300-Gramm-Packung Maasdamer Käse etwa verteuere sich durch die „wahren Kosten“ um 94 %. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler kommen versteckte Kosten in Höhe von 2,35 € hinzu: 85 Cent für „klimaschädliche Emissionen“ der Landwirtschaft wie Methan oder CO2.

Außerdem 76 Cent für die Bodenbelastungen durch die „intensive Landwirtschaft zur Futterproduktion“. Weitere 63 Cent für die Auswirkungen des „Pestizideinsatzes“ und anderer Faktoren auf die Gesundheit der Landwirte. Nochmals 10 Cent für die Belastung des Grundwassers etwa durch Düngemittel.

Mehr Infos zu der Aktionswoche finden Sie hier.

WLV: „Alte Kamelle im Sommerloch“

Die Aktion von Penny ist laut WLV-Präsident Beringmeier eine alte Kamelle im Sommerloch. Grundsätzlich bewerte der Westfälisch Lippische Bauernverband (WLV) es als positiv, dass Umweltkosten in die Bepreisung von Produkten einkalkuliert werden, denn: „Durch Umwelt-, Natur- und Klimaschutz entstehen Kosten. Für uns sind Ökologie und Ökonomie kein Widerspruch. Mit unserer Offensive Nachhaltigkeit haben wir schon vor mehr als sechs Jahren einen ersten Aufschlag gemacht.“ Das ganze Statement lesen Sie hier:

LNS: "Fragwürdige Untersuchungen der Universitäten"

Der Landesverband Niedersächsischer Schweineerzeuger (LNS) kritisiert die Aktion des LEH Discounters Pennys „Wie teuer Lebensmittel eigentlich sein müssten“, die in dieser Woche angelaufen ist. Für neun Produkte sollen nun die "wahren höheren Preise" bezahlt werden. Mit dieser Aktion soll in allen 2150 Filialen des Discounters ein stärkeres Problembewusstsein bei den Kunden geschaffen werden. Das Unternehmen beruft sich dabei auf fragwürdige Untersuchungen der Universitäten Greifswald und Nürnberg.

In der werblich breit angelegten Marketingaktion des Discounters werden undifferenziert tierische Lebensmittel wie Milchprodukte und Fleisch bezüglich ihrer Umweltwirkungen pauschal abqualifiziert ab, so der LNS Vorsitzende Jürgen Albers.

Die methodischen Fehler bestünden darin, dass Penny bei den ausgewählten Artikeln nicht die Produktions- und Herstellungsprozesse und den Transport bis zum Point of Sale (POS) sauber differenziert. So ist bei den neun herausgestellten Lebensmitteln kein Erzeugnis aus außereuropäischen Obst- oder Gemüseanbauregionen zu finden, die sicher aufgrund der CO2- und Wasserbilanz kritisch zu betrachten wären. Lebensmittel wie Avocados, Kiwis oder Mandeln werden bei Pennys Aktion offensichtlich bewusst ausgeklammert.

Vielmehr sollte Penny herausstellen, dass Konsumenten sich dann klimabewusst verhalten, wenn sie Produkte aus der Region nachfragen. Daher spricht sich der LNS im Bereich der Fleischerzeugung eindeutig für eine obligatorische Herkunftskennzeichnung nach dem 5 * D Konzept sowohl in der Gastronomie, Kantinen als auch im LEH aus, so Albers weiter.

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