Pflanzenschutzverbote

Bundesweite Bauernproteste gestartet – Landwirte machen ihrem Frust Luft

LsV hat zu bundesweiten Bauernprotesten aufgerufen. In vielen Städten sind bereits Traktoren angekommen, am Vormittag finden die Kundgebungen statt. Einige Beispiele.

Am Mittwoch finden bundesweit in vielen Städten Bauernproteste statt. Aufgerufen dazu hat die Interessenvertretung Land schafft Verbindung (LsV).

Allein in Stuttgart erwarten die Veranstalter rund 400 Teilnehmer mit rund 100 Traktoren aus dem ganzen Land. Die Stuttgarter Zeitung bereitet die Bevölkerung bereits auf erhebliche Verkehrsbehinderungen vor.

Ein Reizthema für die Bauern ist das geplante Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten. Veranstalter Christian Coenen, Ackerbauer aus Philippsburg (Kreis Karlsruhe), erwartet von der EU-Kommission eine deutliche Korrektur des Gesetzentwurfs. „Wir möchten ein Miteinander und keine Verbote, wir möchten mit an den Tisch, wenn es um Veränderungen gehen soll“, heißt es zudem im Aufruf zum Protest. Die Landwirte – egal ob bio oder konventionell – befürchten Hofaufgaben.

Auftakt in Würzburg

Zentrale Kundgebung ist am Mittwoch allerdings in Würzburg. Hier werden zwischen 500 und 1.000 Teilnehmer erwartet, meldet der Bayerische Rundfunk. Treffen ist auf den Mainwiesen. Von dort geht es dann durch die Innenstadt zum Oberen Markt, wo die Kundgebung stattfindet.

"Wenn wir so weiter machen, steuern wir auf eine Ernährungskrise zu" – befürchtet Claus Hochrein, Landwirt aus Unterfranken und Vorstandsvorsitzender von LsV Bayern. Die Teilnehmer demonstrieren für die Ernährungssicherheit in Deutschland. Sie wollen auf die "fatalen Entwicklungen" in der Landwirtschaft aufmerksam machen. Die Ernteerträge gehen laut Hochrein immer weiter zurück. Ein umfassendes Verbot von Pflanzenschutzmitteln würde die Situation verschärfen.

Rheinhessen bieten Bürgern Gespräche an

In Mainz angekommen sind unterdessen etwa 45 Landwirte aus dem Hunsrück und Rheinhessen. Laut SWR waren viele am frühen Morgen in Alzey gestartet. Nach Angaben der Polizei fuhren von Ingelheim 14 Traktoren in Richtung Mainz. Verkehrsbehinderungen gab es bisher nicht.

Nach Angaben eines Sprechers der Landwirte wollen sie jetzt am Platz vor dem Dom Sitzgelegenheiten aufbauen und ein Frühstücksbuffet mit regionalen Produkten anbieten. Ziel sei es, mit Bürgern und Vertretern der Politik ins Gespräch zu kommen, um zum Beispiel über geplante Verbote von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten zu reden.

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