Das aktuelle Gentechnikrecht und vor allem die sogenannte „Neue“ Gentechnik ist aktuell in aller Munde. Das zeigen auch die Ergebnisse einer aktuelle Umfrage, die Foodwatch beim Meinungsforschungsinstitut Forsa in Auftrag gegeben hat: Demzufolge haben sich laut der Umfrage 96 % aller Befragten für eine Sicherheitsprüfung für Pflanzen ausgesprochen, die mit neuen Verfahren gentechnisch verändert wurden. Außerdem stimmten 92 % für ein Kennzeichen aller gentechnischen Veränderungen an Lebensmitteln.
Für Foodwatch sei dies „ein deutliches Signal an Bundeslandwirtschaftsminister CemÖzdemir, sich in Brüssel für eine lückenlose Gentechnik-Kennzeichnung einzusetzen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins.
Die EU-Kommission hatte bereits im Juli einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, mit dem sie gentechnisch veränderten Pflanzen deregulieren will, die mit sogenannten Neuen Genomischen Techniken gezüchtet wurden (top agrar berichtete). Dazu zählt etwa die Genomeditierung wie es beim CRISPR/Cas-Verfahren eingesetzt wird. Die Bundesregierung hatte sich bisher noch nicht endgültig positioniert. Für Foodwatch würden Agrarkonzerne wie Bayer & Co. von einer Lockerung im Gentechnikrecht profitieren. „Verlierer sind die biologische Vielfalt, Verbraucher:innen und Bäuer:innen“, sagt Manuel Wiemann von Foodwatch.
Starke Kritik an Ergebnissen über Social Media
Auf der Social Media-Plattform X (ehemals Twitter) häufen sich Stimmen gegen die Umfrageergebnisse. So fehlt Wissenschaftsjournalist Ludger Wess bspw. eine Definition und „die Differenzierung zwischen alter und neuer“ Gentechnik.
Repräsentative forsa-Befragung: 96 % wollen Sicherheitsprüfung von Pflanzen, die mit neuen Verfahren gentechnisch verändert wurden. 92 % wünschen sich eine klare Kennzeichnung auf Lebensmitteln - egal ob "neue" oder klassische #Gentechnik. https://t.co/FN8lnGHE1x #NGT
— foodwatch Deutschland (@foodwatch_de) September 25, 2023
Journalist Timo Küntzle hält die Ergebnisse von Foodwatch für „sehr durchsichtig“ und „unglaubwürdig“ und für X-User @MaskedFarmer sei eine konsequente Kennzeichnung aller Gentechnik als das Beste, „dann würde nämlich auf dem Großteil unserer Produkte im Supermarkt (auch Bio) ‚enthält Gentechnik‘ draufstehen“.
Forsa befragte unter dem Titel „Neue Gentechnik“ im September 2023 1.003 Personen ab 18 Jahren befragt. Die Umfrageergebnisse von forsa können Sie hier einsehen.
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