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Gefälschte Aldi-Pressemitteilungen in Umlauf

Seit Samstag gehen gefälschte Pressemitteilungen durch die Sozialen Netzwerke, die Aldi bestimmte Aussagen in den Mund legen. Nutzer diskutieren über die Echtheit. Aldi sorgt nun für Klarheit.

Am Samstag haben verärgerte Schweinehalter vor Aldi-Märkten im Emsland gegen Billigpreise demonstriert. Parallel dazu verbreitete sich am 28. August in den Sozialen Netzwerken eine „Pressemitteilung“, die angeblich von Aldi stammt. Am Montag folgte eine weitere. Aldi stellt klar, dass beide Fakes sind!

In der ersten Fälschung, die die Logos von Aldi samt Impressum trägt, heißt es, der Discounter entschuldige sich für seine Einkaufspolitik, man stehe zum Tierwohl und dessen Vergütung. Man danke den regionalen Bauern für das Wachrütteln.

Die zweite Fälschung vom Montag ist deutlich schärfer formuliert und legt Aldi eine Verurteilung der Bauernproteste in den Mund. Die Rede ist von „perfiden Angriffen auf das Filialnetz“ und Versendung „gefakter Pressemitteilungen“ durch die Bauern. Man werde natürlich weiterhin nicht für Tierwohl zahlen und Billigfleisch verkaufen.

Aldi bestätigt Fake

Auf Anfrage des Wochenblatts für Landwirtschaft und Landleben bestätigt die Aldi-Zentrale, dass die angeblichen Pressemitteilungen gefälscht sind. Das Unternehmen habe selbst keine versendet. Weiter stellt Aldi-Sprecher Christian Schneider klar:

„Wir führen seit Monaten konstruktive Gespräche mit Vertretern der Landwirte, der Verarbeiter und der Politik, um im Rahmen unserer Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation in der deutschen Landwirtschaft beizutragen. Preise für Fleisch sind jedoch Ergebnis von Angebot und Nachfrage auf (internationalen) Märkten und der Handel ist nur einer von mehreren Abnehmern. Wir führen keine direkten Vertragsbeziehungen mit Landwirten und Preisabsprachen oder -vorgaben an unsere Lieferanten sind durch das Kartellamt reglementiert. Es braucht politische Rahmenbedingungen, um den notwendigen Wandel der deutschen Landwirtschaft zu unterstützen und langfristig zu einer finanziellen Entlastung der Landwirte beizutragen. Vor allem braucht es aber weiterhin die konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten der Wertschöpfungskette.“

Weiter heißt es, Aldi schätze die Qualität heimischer Produkte und setze klar auf die Herkunft aus Deutschland. Bereits heute stammten 85 % der von Aldi verkauften Frischfleischprodukte von Lieferanten und Erzeugern, die in Deutschland ansässig sind. Man steht zu den Zusagen, die im Rahmen der Initiative Tierwohl gegeben wurden. In diesem Zusammenhang nehme der Discounter aktuell mehr nämliche ITW-Ware aus Deutschland ab, die auch verstärkt in verarbeitete Produkte wie beispielsweise Wurstartikel einfließe.

„Mit unserem angekündigten Haltungswechsel geben wir den Landwirten und Verarbeitern, die Aldi beliefern, Planungssicherheit und schaffen einen starken, langfristig verlässlichen Absatzkanal für Tierwohl-Haltungsformen. Die Abnahme gilt dabei nicht nur für bestimmte „Edelteile”, sondern für das ganze Tier. Dazu trägt auch das erklärte Ziel bei, wo immer möglich auf deutsche Ware zu setzen“, so Schneider.


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