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Immer mehr Landwirtschafts-Sendungen: Landwirte als Hauptdarsteller

Von YouTube bis ARD: Überall tauchen Formate der Öffentlich-Rechtlichen auf, die Landwirte und ihre Arbeit in den Blick nehmen. Doch vermitteln sie wirklich ein unverzerrtes Bild von Landwirtschaft?

Lesezeit: 3 Minuten

Dieser Beitrag ist zuerst im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landlebenerschienen.

Für jeden Kanal, jede Zielgruppe, so scheint es, halten die Öffentlich-Rechtlichen derzeit das passende landwirtschaftliche Format parat:

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„63 Hektar“ ist der Landwirtschafts-Podcast von NDR Niedersachsen. Seit Anfang Juli gibt es das Format, in dem eine Landwirtin und ein Städter „miteinander statt übereinander“ sprechen.

• „Hofgeschichten“ lief bisher im NDR und hat vergangene Woche den Sprung in das Nachmittagsprogramm der ARD geschafft. Anspruch der Macher ist es, das „vielfältige Hofleben“ zu zeigen.

„Lokalzeit Land.Schafft“ ist ein YouTube-Format der WDR-Lokalzeit. Seit März besuchen Moderatoren Höfe in NRW, die clevere Ideen für landwirtschaftliche Herausforderungen gefunden haben.

„Hundert Hektar Heimat“ wird von „funk“ produziert und ist ebenfalls ein YouTube-Format. Junge Landwirte berichten über Dorfleben und Landwirtschaft – sehr hip und modern.

Menschen statt Themen

All diesen Formaten ist eines gemein: Sie stellen Landwirtinnen und Landwirte in den Fokus. Vor allem im Rückblick ist das ein Unterschied. Denn in der Vergangenheit dominierten nicht Menschen, sondern Themen die Berichterstattung. Und diese waren vielfach negativ besetzt: von „Klimasünder Landwirtschaft “ war zu lesen oder vom „Bodenverseucher“. Bäuerinnen und Bauern fühlten sich zu Unrecht an den Pranger gestellt, da in der Berichterstattung eine klare Unterscheidung zwischen Themen und Personen fehlte.

Das ist jetzt anders. Natürlich gibt es weiterhin kritische Berichterstattung. Aber die Vielzahl an neuen Formaten ist bemerkenswert. Und in diesen werden Landwirte wertschätzend und authentisch dargestellt. Das berichtet auch Gesa Langenberg, die als Landwirtin selbst am Format „Hundert Hektar Heimat“ teilgenommen hat.

Verzerrtes Bild von Landwirtschaft?

Ein „Aber“ gibt es trotzdem. Vor allem mit Blick auf die vorgestellten Betriebe. So geht es bei den reichweitenstarken „Hofgeschichten“ um High-land-Rinder und Bisons, eine Straußenfarm und einen Deichschäfer, um solidarische Landwirtschaft und den Almauftrieb.

Alles landwirtschaftliche Betriebe, keine Frage. Allerdings alles andere als Durchschnittsbetriebe. Der Markt für Bison-Fleisch ist überschaubar und Deiche jenseits der Nordseeküste sind eher Mangelware. Wird der Fokus zu sehr auf solch „exotische“ Betriebe gelegt, besteht die Gefahr, ein verzerrtes Bild von Landwirtschaft zu vermitteln. Die tatsächlichen Herausforderungen der breiten Masse an Betrieben finden kaum Platz.

Vielfalt auch in "normalen" Betrieben

Etwas anders sieht es bei den kleineren For­maten „Lokalzeit Land.Schafft“ oder „Hundert Hektar Heimat“ aus. Sie beweisen bei Themensetzung und Wahl der „Hauptdarsteller“ ein aus­gewogeneres Händchen. Auch Redakteure der reichweitenstarken Nachmittagsprogramme täten bei ihrer Wahl gut daran, nicht nur an besonders ausgefallene Höfe zu denken. Denn „vielfältiges Hofleben“ findet sich auch auf vermeintlich normalen Betrieben. Genau hinschauen lohnt sich allemal! Ein authentisches Bild in die aktuellen Herausforderungen vermittelt erst die Mischung.

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