Wohlstand

Studie: Bis zu 70 % der globalen Lebensmittelverluste sind vermeidbar

Jedes Jahr werden 33 bis 40 % aller globalen Lebensmittel vergeudet. Neben Handel, Gastronomie oder Haushalten geht sehr viel schon bei der Produktion/Verarbeitung verloren.

Rund 50 bis 70 % der Lebensmittelverluste weltweit könnten vermieden werden, wenn Lebensmittelhersteller und -händler, die im Zentrum der Wertschöpfungskette stehen, die globalen Bemühungen zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten anführen und alle Beteiligten der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten würden.

Zu diesem Resultat kommt eine aktuelle Studie des internationalen Beratungsunternehmens McKinsey, aus der aiz.info zitiert.

So würden jedes Jahr 33 bis 40 % aller globalen Lebensmittel, das entspricht rund 2 Mrd. t, vergeudet. Demnach wird die eine Hälfte davon in Handel, Gastronomie oder in Haushalten verschwendet. Die andere Hälfte gehe in vorgelagerten Prozessen verloren, berichten die Verfasser der Studie, also bevor die Produkte in den Lagern und Geschäften des Lebensmittelhandels ankommen.

Diese Lebensmittel im Wert von rund 600 Mrd. US-Dollar (624 Mrd. €) gingen bereits während oder kurz nach der Ernte verloren, erläutert McKinsery. Zusammen mit den später im Handel oder von Konsumenten verschwendeten Lebensmitteln werden zudem Treibhausemissionen verursacht, die laut der Studie 8 % der weltweiten Emissionen ausmachen.

Was wird am meisten weggeworfen?

Gegliedert nach Produktgruppen betrage der Anteil von Fleisch am Lebensmittelverlust 3 % und der von Milch 5 %, heißt es in der Untersuchung. Dagegen hätten die drei Kategorien Obst/Gemüse, Getreide sowie Wurzeln/Knollen mit 75 % den größten Anteil am Lebensmittelverlust. So gingen etwa allein 50 Mio. bis 75 Mio. t Tomaten jedes Jahr bei oder kurz nach der Ernte verloren, rund ein Viertel davon bereits beim Pflücken und Verstauen in Behältern, stellt McKinsey dazu fest.

Die Berater sehen die Hauptursachen für den Lebensmittelverlust bei der Ernte zu gleichen Teilen bei Überproduktion, bei Produkten, die nicht den Kundenwünschen entsprechen sowie bei Lebensmitteln, die Schäden aufweisen, welche die Produkte ungenießbar machen. Zwei Drittel könnten somit noch von Menschen gegessen werden, ein Drittel könnte noch alternativ, etwa als biobasierter Rohstoff oder Tiernahrung genutzt werden, folgern die Verfasser der Studie.

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