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Kommentar: Zukunfts-Bauer - Mit neuen Bildern begeistern

Der „Zukunfts-Bauer-Prozess“ ist angestoßen. Ob er erfolgreich wird, hängt davon ab, wie intensiv sich Landwirte darauf einlassen - und bereit sind, auch unkonventionelle Wege zu gehen.

Lesezeit: 3 Minuten

Ein Kommentar von Patrick Liste, Chefredakteur beim Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben.

Landwirte quälen ihre Tiere, vergiften Bienen und bekommen dafür noch Subventionen. Gäbe es nur Bullerbü-Bauernhöfe, wäre alles bestens. Etwas überspitzt, aber Teile der Gesellschaft denken so. Sie folgen einem falschen Bild.

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Parallelwelten schüren Vorurteile

Grund dafür: Landwirtschaft und Gesellschaft ­leben in Parallelwelten. Sie wissen wenig von­einander. Das schürt Vorurteile. Die Blasen sind entstanden, weil es weniger Landwirtsfamilien gibt – und so weniger Menschen landwirtschaftliches Wissen ganz „nebenbei“ beim Schützenfest oder Fußballtraining in die Gesellschaft tragen.

Zudem wandeln sich Werte in der Gesellschaft: Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Tierwohl sind Megathemen. Die Debatten bestimmen landwirtschaftskritische Organisationen. Die Politik fügt sich – und hat beim Handeln vor allem Wählerstimmen und Wiederwahl im Blick. Die Konsequenz ist ein sich selbst bestärkendes Schwarzer-Peter-Spiel: Die Gesellschaft fordert, dass sich Landwirtschaft ändert, will selbst aber so bleiben. Und die Landwirtschaft wirft der Gesellschaft vor, viel zu fordern, aber nicht dafür zu zahlen.

Zukunfts-Bauer: Ein tief greifender Prozess

Das wollen Landwirte nun durchbrechen, zeigte die Auftaktveranstaltung zum Projekt „Zukunfts-Bauer“ mit rund 300 Teilnehmern. Der „Zukunfts-Bauer“ ist keine einmalige Image­aktion, sondern ein tief greifender Prozess. Landwirte sollen den Mut haben, ihr Denken und Handeln zu ändern. Nicht über Veränderungen klagen, sondern die Chancen daraus ergreifen. Sich nicht nur als „Ernährer“ sehen, sondern als „Problemlöser“ der gesellschaftlichen Herausforderungen von Klima über Artenvielfalt bis Energie.

Zwar blieb die erste Diskussion dazu an vielen Stellen unkonkret. Doch es zeigte sich, dass die Landwirte bereits auf dem Weg sind: Sie können auf Acker sowie Grünland die Folgen des Klimawandels abschwächen, Biodiversität fördern, Lebensmittel sowie Energie vor Ort produzieren und regionale Kreisläufe stärken. Das soll im „Zukunfts-Bauer“ zusammenfließen und ausgebaut werden. Und diese neuen Bilder von Landwirtschaft sollen die Gesellschaft wieder begeistern.

Dafür kommt es auch auf die Kommunikation an. Landwirte sollten das Gespräch mit Verbrauchern suchen, Besucher auf den Hof holen oder in Medien auftreten. Wichtig dabei: Dinge so erklären, dass es auch jeder versteht, der noch nie im Stall oder auf einem Trecker war.

CMA Neuauflage?

Nötig ist aber auch professionelle Werbung in eigener Sache. Inzwischen wünschen sich viele ein Nachfolgemodell für die Marketing-Gesellschaft CMA – mit verpflichtenden Beiträgen für alle Landwirte. Was mit dem Geld möglich wäre, zeigt der Lebensmittelhandel: Er wirbt in Medien für seine Botschaften – und erreicht Verbraucher und Entscheider in Gesellschaft sowie Politik. Dabei hat er allerdings nur seine Interessen im Blick, nicht die der Landwirte.

Der „Zukunfts-Bauer-Prozess“ ist angestoßen. Ob er erfolgreich wird, hängt davon ab, wie intensiv sich Landwirte darauf einlassen. Wie sehr sie bereit sind, konkrete Inhalte zu liefern und auch unkonventionelle Wege zu gehen. Es kann gelingen, wieder mehr Wertschätzung und am Ende auch Wertschöpfung auf die Höfe zu bekommen. Ein Selbstläufer wird es aber keinesfalls. Und klar ist auch: Für den einzelnen Betrieb gibt es keine Schablone, was „Zukunfts-Bauer“ heißt.

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