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Wie kann Insektenzucht bei Landwirten gelingen?

Ob gemeinsam mit anderen Landwirten oder in Kooperation mit Akteuren entlang der Wertschöpfungskette: Wie die Zucht von Insekten als Futtermittel gelingen kann, diskutierten Praktiker in Bayern.

Lesezeit: 4 Minuten

Der Einsatz von Insekten als Futtermittel ist für Landwirte eine mögliche Alternative zu herkömmlichen Futtermitteln. Im Rahmen der „InnoTour“ vom STMELF sprachen Praktiker, Unternehmen, Forscher und Verbraucher auf dem Fischzuchtbetrieb von Alfred Stier, der bereits eine Insektenzuchtanlage betreibt, überdie Chancen und Herausforderungen.

In der Diskussion wurde u. a. über mögliche Kooperationsmöglichkeiten in der Insektenzucht gesprochen. Dabei könnten sich einige Synergien ergeben, etwa wenn Landwirte mit anderen Branchen zusammenarbeiten. Einige Einblicke in mögliche Szenarien.

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1. Horizontale Kooperation (mit anderen Landwirten)

  • Insekten produzierende Landwirte können sowohl in der Arbeitswirtschaft als auch in der Beschaffung von Technik kooperieren und gemeinsam vermarkten
  • Der Nutzen bestehe in der Reduktion der Kosten und somit einer höheren Wertschöpfung in der Insektenproduktion für die beteiligten Landwirte
  • Weiterer Nutzen im Wissenstransfer unter den kooperierenden Landwirten

Folgende Punkte könnten auch unter vertikaler Kooperation gefasst werden:

  • Einerseits können andere Landwirte unterschiedliche Reststoffe, aber auch reguläre landwirtschaftliche Produkte als Futter für die Insektenproduktion liefern wie auch Abwärme von Biogasanlagen (auch z.B.: Holzvergaser)
  • Andererseits können andere Landwirte auch die Reststoffe der Insektenproduktion als Substrat für ihre Biogasanlagen oder als Dünger für ihre Felder nutzen -> Erhöhung der Wertschöpfung
  • Betriebe, die Eiweißfutter aus Insekten benötigen, können mit Landwirten die Insekten produzieren, eine Futter-Insekten-Kooperation eingehen

2. Vertikale Kooperation (entlang der Wertschöpfungskette)

  • Durch die Kooperation bei der Insektenproduktion können regionale Kreisläufe und Wertschöpfungsketten entstehen. Dies führe im Optimalfall zu einer Verringerung der Transportwege und damit zu einer Reduktion der Kosten und der CO2-Emmissionen
  • Regionale Wertschöpfungsketten seien resistenter gegen Krisen und führen somit zu einer Versorgungssicherheit mit Eiweiß. Preisschwankungen und Versorgungsengpässe bei Soja und Fischmehl könnten umgangen werden. Eine Reduktion des Imports dieser Produkte habe den Vorteil von weniger Abholzung und Überfischung
  • Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten Entlastung globaler Wertschöpfungsketten
  • Vertikale Kooperation in der Insektenproduktion könne nicht nur in der Futtermittelproduktion, sondern auch in der Humanernährung oder Haustierernährung stattfinden
  • Ein weiterer wesentlicher, gegenseitiger Nutzen liegt laut Teilnehmern auch hier im Wissenstransfer entlang der Wertschöpfungsketten

3. Laterale Kooperation (mit anderen Branchen, z.B. Tourismus, Kommune)

  • Eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg der Insektenproduktion sei die rechtliche Absicherung. Hier sei eine Kooperation der Insektenproduzenten mit der Futtermittelforschung und der Futtermittelzulassung von wesentlicher Bedeutung
  • Weiter bedarf es laut der Teilnehmer einer umfangreichen Verbraucherbildung und Öffentlichkeitsarbeit, um den Nutzen dieser Form der Eiweißquelleerfolgreich zu kommunizieren. Dies könnte u.a. auch durch eine Kooperation mit dem Gastgewerbe oder dem Tourismus erreicht werden
  • Im Sinne einer gesunden Kreislaufwirtschaft können kommunale Reststoffe wie auch die aus dem LEH und der Gemeinschaftsverpflegung für die Insektenproduktion verwertet werden.
  • Die chemische Industrie könne durch die Lieferung des Rohstoffs Insektenfett von der Insektenproduktion profitieren

Einige Fragen bleiben offen

Im Zuge der Diskussion blieben den Teilnehmern einige (Forschungs-)Fragen offen, die es zu beantworten gelte, um die Insektenzucht praktikabel zu machen. Ein Überblick.

  • Ökonomie – Wie kann sich die Investition in Insekten für Landwirte lohnen? Zentrale vs. dezentrale Produktion oder Mischung aus beidem?
  • Hygiene– Angst vor Keimen in den Viehställen durch neue „Massentierhaltung“
  • Gülle – Besorgnis, durch Insektenfütterung noch stärkeres Gülleproblem zu schaffen, da unklar sei, wie die eiweißhaltige AS-Nahrung im Tierkörper verarbeitet werde
  • Kreislaufdenken: Was ist möglich? Fraßreste und Kot als Düngemittel –lokale Kreislaufwirtschaft mit Insekten „neu denken“
  • Genetik der Maden: Anfälligkeiten für Krankheiten? Rechtl. Aspekte zu „gentechnikfrei“?
  • Chitin-Gehalt störend bei Verdauung?
  • Weitere Vermarktungswege für Landwirte („Plan B“)?, Aufbereitung der Maden, Trennung in Öle und Eiweiße, Trocknung etc.
  • gleichbleibende Futterqualität (Madenqualität) bei versch. Futterstoffen –Reststoffen, Ablagerung von Giftstoffen im Madenfutter (Reststoffe)
  • Qualität der Fische / Hühner / Eier / Fleisches nach Fütterung mit Maden? Geschmack, Farbe…
  • Krankheitsübertragungen und Hygienisierung?
  • Immissionsschutz?

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