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Kommt zu Tisch - auf dem Feld

Schon als Kind kultivierte er Kürbisse, heute bewirtschaftet Bruno Stotz in Markdorf am Bodensee fast 40 ha mit Kürbissen, Äpfeln und Erdbeeren. Zudem setzt er auf Eventangebote.

Lesezeit: 5 Minuten

Unmittelbar am Feld, unter den großen schattigen Bäumen, steht die schön gedeckte Tafel und man will sich direkt hinsetzen. Das machen gleich auch die acht Teilnehmer, die heute einen Platz an der Feldtafel reserviert haben. Nach einer Feldtour mit Betriebsleiter Bruno Stotz genießen sie saisonale Gerichte aus der Hofküche sowie ein Cider-Tasting. eben den Kürbissen und den Veranstaltungen von Events ist der Cider die dritte große Leidenschaft des jungen Landwirts Bruno Stotz.

Mobiler Verkaufsstand

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Der Stotz Hof war lange Zeit ein klassischer Ackerbaubetrieb mit Milchvieh. Im Laufe der Zeit kamen unter anderem Kürbisse und Äpfel hinzu. Bruno Stotz begann nach seiner Schulzeit ein duales BWL-Vertriebsstudium und konnte hier bei einem Obstgroßmarkt am Bodensee zahlreiche Erfahrungen sammeln. 2017 dann stieg er vollends in den eigenen Betrieb ein, kreierte den Hofnamen und das Logo neu und investiert seitdem in den Betrieb. Heute wachsen auf 18 ha Äpfel und Birnen, die zu Saft oder Mus verarbeitet bzw. getrocknet werden. Zier- und essbare Kürbisse, Artischocken, Erdbeeren sowie Aprikosen, Rhabarber, Zucchini, Holunder und Kräuter machen den Anbau komplett.

Einen Hofverkauf gibt es bis jetzt noch nicht, stattdessen verkauft Bruno Stotz über viele andere Vermarktungswege. Außergewöhnlich ist der Verkaufsstand im etwa 45 Minuten entfernten Konstanz, direkt vor einem großen Einkaufszentrum. Von Ende März bis Oktober verkauft das Team hier jeden Freitag und Samstag von 9.30 bis 20 Uhr saisonale und regionale Spezialitäten vom Betrieb bzw. von Partnerbetrieben. Das Besondere: Der Stand funktioniert wie ein mobiler Laden. Die Kunden bedienen sich selbst mit Körben und kommen an zwei außenliegenden Kassen zum Bezahlen.„Das Konzept bietet uns viel Platz, um die Waren zu präsentieren, und entlastet die Verkäufer zu Stoßzeiten. Bei freier Kapazität kann natürlich auch bedient und die Interaktion mit dem Kunden gefördert werden“ erklärt der 29-Jährige.

Der Stand wurde von einem örtlichen Schreiner konzipiert und gefertigt. Es ist ein fahrbares Holzhaus auf einem Plattformanhänger. Außerdem gibt es verschiedene fahrbare Möbelstücke, die teilweise überdacht sind, sowie einengroßen Holztisch. Mit Planung und dem gesamten Equipment wurden etwa 80 000 € investiert. Das Design ist angelehnt an alle anderen Verkaufselemente des Hofs bzw. spiegelt die Form des Logos wieder, um einen starken Wiedererkennungswert zu schaffen. „Um den Verkauf weiterhin zu optimieren, nutzen wir die Kassensoftware, die uns viele Auswertungsmöglichkeiten bietet“, so der Betriebsleiter. Vor dem Einkaufszentrum gibt es ausschließlich diesen Verkaufsstand, es ist also kein klassischer Wochenmarkt. Etwa 500 Kunden kommen an den Verkaufstagen zum Stand, darunter Touristen, Einheimische und Schweizer Grenzgänger.

Weitere Verkaufsstände

Die Kürbisse werden an über zehn Verkaufsständen im gesamten Bodenseegebiet vermarktet. Alle zwei bis drei Tage müssen diese neu bestückt werden, in der Halloween-Zeit entsprechend öfter. Täglich werden die Kassen geleert. „Wirsind sehr zufrieden mit dem SB-Konzept und legen vor allem Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild und viele Bilder und Infos zum Hof bzw. zum Kürbisanbau. Das schafft eine Emotionalität, die sich in der Kasse widerspiegelt“ freut sich Bruno Stotz.

Zudem betreibt er fünf Erdbeerverkaufsstände in der Saison und vermarktet seine Produkte außerdem über regionale Supermärkte und die Gastronomie. Im Online-Shop sind vor allem die CiderSpezialitäten ein Renner. Diese werden seit 2018 aus dem eigenen Obst – vor allem aus alten Apfelsorten, Weinbirnen und Quitten – hergestellt. Das Obst zur Ciderproduktion wird händisch sortiert. Der gepresste Saft wird dann mittels spezieller Hefen in Edelstahltanks vergoren und später mit verschiedenen Säften verschnitten. Aktuell testet der Betrieb auch das Verfahren der Flaschengärung. Auch eine alkoholfreie Variante bietet Bruno Stotz an. „Der alkoholfreie Cider hat vor Kurzem auf der Cider World in Frankfurt den 1. Platz in der Kategorie ,nonalcoholic‘“ gemacht“, erklärt er stolz. Dieser wird nach demselben Verfahren vergoren und verarbeitet, allerdings wird vor dem Abfüllen der Alkohol mittels Umkehr-Osmose entzogen. Bei diesem schonenden Verfahren bleiben trotzdem eine besondere Aromatik und Komplexität erhalten. Gleichzeitig ist das Produkt nicht zu süß im Vergleich zu vielen alkoholfreien Getränken.

Gäste sind willkommen

Im Eventgeschäft sieht Bruno Stotz die Zukunft seines Betriebs. „Ich plane ein Ladencafé und einen Veranstaltungsraum, möchte die Landwirtschaft erlebbar machen für die Besucher und werde deshalb neue Mitarbeiter einstellen – sowohl für den Anbau der Produkte als auch für den Eventbereich“, erklärt er. Auch die Feldtafel ist Teil dieses Konzepts. Für die dreistündige Veranstaltung zahlen die Gäste zurzeit noch 48 €, einschließlich einem Drei-Gang-Menü und Getränken. „Noch ist der Preis sehr günstig angesetzt, da das Konzept noch in der Testphase ist und bald ausgeweitet werden soll“, erklärt er.

So hat der Landwirt bereits Firmenevents und private Feiern im Blick. Gekocht werden die Leckereien unter anderem aus hofeigenen Produkten von einer Teilzeit-Köchin, die auch für einige der verarbeiteten Produkte auf dem Betrieb verantwortlich ist. Bedient werden die Gäste von Bruno Stotz’ Mutter sowie von seiner Freundin Carina. 40 m müssen sie von der Küche zur Feldtafel zurücklegen. „Nicht jeder kennt sich. Man kann als einzelne Person, Paar oder Gruppe kommen, lernt unwillkürlich neue Leute kennen und kommt ins Gespräch. Spannend ist, dass jede Gruppe eine eigene Dynamik hat“, so Bruno Stotz.

Der Artikel von Kristin Rotherm erschien zuerst in HofDirekt. Weitere Fotos und Informationen finden Sie in Ausgabe 6/22 der HofDirekt oder unter www.hofdirekt.com

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