Einkommensalternative

Edelpilze im Schweinestall

Wo früher noch Schweine wuchsen, sprießen heute Bio-Edelpilze. Eckard Janssen hat sich für eine Nische entschieden. Der Pilzanbau ist kein Selbstläufer, ermöglicht aber eine hohe Wertschöpfung.

Bitte die Schuhe aus und die Latschen an“, sagt Eckard Janssen, bevor er über die Türschwelle in den Raum steigt. Die Wände und Spaltenböden lassen auf einen Schweinestall schließen. Der saubere, gekalkte Boden, die hohe Luftfeuchte und die Gitter verraten aber, dass hier keine Schweine mehr zuhause sind. Im Gegenteil: Seit über einem Jahr wachsen auf dem Grafthof von Eckard Janssen in Neuharlingersiel exotische Edelpilze.

EINSTIEG OHNE VORKENNTNISSE

Mit dem Bio-Pilzanbau hat sich der Landwirt einer Nische verschrieben. „Geplant war das nicht“, sagt er. „Es kam mehr aus der Not heraus.“ Auslöser war eine Futtermittelvergiftung seiner 6.000 Mastschweine durch toxin- und salmonellenbelasteten Mais aus dem Ausland, weshalb der 31-Jährige vor zwei Jahren fast alle Schweine nottöten musste. Bis dahin gehörten außerdem 400 Sauen im geschlossenen System zum Grafthof. Zudem bewirtschaftet Janssen 250 ha Ackerland.

Ein Neuanfang in der Schweinehaltung kam für die Familie nicht infrage. Die nötigen Investitionen dafür wären zu hoch gewesen. „Wir wollten weg von der Masse in die Nische“, sagt Janssen. Nachdem die Ställe ein Jahr leer standen, sind sie heute verpachtet – bis auf drei Abteile, die dem Pilzanbau gewidmet sind. Hier experimentierte der Landwirt zunächst hobbymäßig mit dem Anbau von Pilzen. Das Wissen zum Anbau hat er sich selbst angeeignet. Erfahrungswerte gibt es kaum. Unterstützung erhielt er von seinen Eltern, seiner Freundin sowie einem Pilzanbauberater. Nachdem erste Anbauversuche gelangen, entkernte, reinigte und sanierte der 31-Jährige die alten Stallabteile in Eigenleistung.

Vom Eingangsbereich aus, in dem sogar noch alte Spaltenböden liegen, geht es eine Stufe herunter in das Abteil, in dem die Pilzballen auf Rosten oder Mauern stehen. Acht Sorten, darunter der asiatische Shiitake oder der heimische Kräuterseitling, wachsen hier auf...

top agrar plus

Mit top+ weiterlesen

top agrar
Digital

Monatsabo

9,80 EUR / Monat

1. Monat kostenlos

  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Artikel kommentieren und mitdiskutieren
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt abonnieren
top agrar
Digital + Print

Jahresabo

124,20 EUR / Jahr

Sehr beliebt

  • Alle Vorteile des Digitalabos
  • 12x pro Jahr ein Heft
  • Zusätzliche Spezialteile Rind und Schwein wählbar
  • Kostenlose Sonderhefte
Jetzt abonnieren
top agrar
Digital

Jahresabo

117,60 EUR / Jahr

Spare 6% zum Monatsabo

  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Artikel kommentieren und mitdiskutieren
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt abonnieren
Bereits Abonnent?

Mehr zu dem Thema